Verstopfte Wanderwege
Montag, 30. April 2007
Drei Schritte nach rechts und der Blick über die Felskante (1400 m) geht hundertfünfzig Meter in die Tiefe. Am Grund des Felskessels schimmert das Wasser des Großen Teiches blau und smaragdgrün in der Sonne. Schnee bedeckt den Wanderweg und formt sich am Rand des Felsenkessels zu einer überhängenden mächtigen Schneewehe. Ein eiskalter Wind weht mir entgegen und lässt meine Hände vor Kälte erstarren. (weiterlesen…)
Ein kleines Café. Im Kühlfach stehen hinter Glas selbst gemachter Kuchen und Torten. An den winzigen runden Tischen sitzen zwei ältere Ehepaare aus Deutschland. Das eine kommt aus Heilbronn, das andere aus der Nähe von Hamburg. Genaueres erfahren wir nicht. „Es ist schön hier“, sagt der Ehemann aus Heilbronn. „Es gefällt uns auch“, sagt der andere. „Wir zahlen für drei Wochen Kur nur 2.000 Euro“, sagt der eine. „In Swinemünde kann man auch sehr gut kuren“, erwidert der andere. „In den 2.000 Euro ist alles inklusive. Auch die Anwendungen“, sagt der Heilbronner. „Viele fahren jetzt nach 
Der Bus hält vor einem Haus aus rotem Backstein, das schon seit vielen Jahren sanierungsbedürftig sein muss. Wind und Wetter haben den Mörtel zwischen den Ziegelsteinen herausgepult und die weiße Farbe blättert von den Fensterrahmen. Es ist der Bahnhof von Kowary (Schmiedeberg). Heute früh sind wir um 9.22 Uhr mit dem Bus aus Karpacz in Richtung Jelenia Góra aufgebrochen und haben uns unterwegs entschlossen, in Kowary einen Zwischenstopp einzulegen.
Der Weg von Karpacz nach Miłków führt an der St. Annakapelle vorbei. Außen eine schlichte, ausladende Zylinderform, besticht sie im Inneren durch verspielte barocke Einrichtung. Leider ist sie für Besucher nur einmal im Jahr geöffnet: am St. Annentag (26. Juli). Ein Fragment des Innenraumes kann man durch das große Schlüsselloch der Eingangstür aus massivem Holz erspähen. Die Kapelle steht am Westhang des Kräberberges (Grabowiec) und ist umgeben von einem dichten Mischwald.
Schon vor über einhundert Jahren hat es hier einen Grenzübergang an der damaligen österreichisch-preußischen Grenze gegeben. Heute trennt die Grenze Tschechien und Polen. Auf der tschechischen Seite beginnt gleich hinter dem Grenzübergang der Ort Horni Mala Upa. Auf der polnischen Seite steht ein Gebäude der Grenzwacht und die Baude Na Przeleczy Okraj (früher Schlesische Grenzbaude), in der es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt.
Heute steht eine kleine Museumstour auf dem Programm. Mit dem Auto geht es los Richtung
Eigentlich wollten wir am zweiten Tag unseres Urlaubs nicht auf die Schneekoppe laufen. Sie ist mit 1.602 m Höhe der höchste Gipfel im Riesengebirge. Für Flachtiroler aus Schleswig-Holstein ist eine so anstrengende Tour gleich am zweiten Tag in den Bergen eine echte Herausforderung. Grundsätzlich hält man sich an die guten Vorsätze. Das Schicksal der guten Vorsätze ist jedoch deren kurze Verfallszeit.
Der erste Tag nach unserer Ankunft im Riesengebirge. Die Meteorologen kündigen schon seit Tagen schönes Wetter für Mitteleuropa an. Sie haben sich mit ihren Wetterprognosen nicht geirrt. Kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen und versperrt den Blick auf die 1.602 m hohe Schneekoppe, den höchsten Gipfel im Riesengebirge. Die Schneekoppe ist jedoch nicht unser Ziel. Heute schonen wir noch unsere Beine und wandern deshalb zur Teichbaude, von der gesagt wird, sie gehöre zu den schönsten Bauden im Riesengebirge. Sie liegt idyllisch an einem Bergsee, der von steilen Felswänden umgeben ist.
Heute früh um 10 Uhr starten wir mit dem Auto von Kiel aus in Richtung