Archiv für April 2007

Verstopfte Wanderwege

Montag, 30. April 2007

Blick auf den Großen TeichDrei Schritte nach rechts und der Blick über die Felskante (1400 m) geht hundertfünfzig Meter in die Tiefe. Am  Grund des Felskessels schimmert das Wasser des Großen Teiches blau und smaragdgrün in der Sonne. Schnee bedeckt den Wanderweg und formt sich am Rand des Felsenkessels zu einer überhängenden mächtigen Schneewehe. Ein eiskalter Wind weht mir entgegen und lässt meine Hände vor Kälte erstarren. (more…)

„Wenn man ins Kuralter kommt“

Sonntag, 29. April 2007

Bad WarmbrunnEin kleines Café. Im Kühlfach stehen hinter Glas selbst gemachter Kuchen und Torten. An den winzigen runden Tischen sitzen zwei ältere Ehepaare aus Deutschland. Das eine kommt aus Heilbronn, das andere aus der Nähe von Hamburg. Genaueres erfahren wir nicht. „Es ist schön hier“, sagt der Ehemann aus Heilbronn. „Es gefällt uns auch“, sagt der andere. „Wir zahlen für drei Wochen Kur nur 2.000 Euro“, sagt der eine. „In Swinemünde kann man auch sehr gut kuren“, erwidert der andere. „In den 2.000 Euro ist alles inklusive. Auch die Anwendungen“, sagt der Heilbronner. „Viele fahren jetzt nach Swinemünde“, spricht der andere unbeirrt weiter. „So ist das, wenn man ins Kuralter kommt“, meint der Heilbronner. „Eine Szene wie aus Loriot“, murmelt meine Frau, während sie ihren Espresso schlürft. (more…)

Wo die Elbe entspringt

Samstag, 28. April 2007

ElbquelleEine baumlose Ebene. Schnee so weit das Auge reicht. Hohe Holzstangen zeigen die Wanderwege an. Der obere Teil einer niedrigen Mauer aus Felsstein ragt ein Stück aus der Schneedecke heraus. Auf ihr sind Wappen von Städten angebracht. Der Schnee gibt die Namen Dresden, Hamburg und Magdeburg preis. „An dieser Stelle muss der Betonkranz sein“, ruft ein junger Mann aus einer Gruppe von Leipzigern. „Hier entspringt die Elbe.“ Nichts ist zu sehen. Nur Schnee. (more…)

Hirschberg – letzter Schultag und magere Ausbeute in den Buchhandlungen

Freitag, 27. April 2007

Rathaus in Jelenia Gora (Hirschberg)Der Bus hält vor einem Haus aus rotem Backstein, das schon seit vielen Jahren sanierungsbedürftig sein muss. Wind und Wetter haben den Mörtel zwischen den Ziegelsteinen herausgepult und die weiße Farbe blättert von den Fensterrahmen. Es ist der Bahnhof von Kowary (Schmiedeberg). Heute früh sind wir um 9.22 Uhr mit dem Bus aus Karpacz in Richtung Jelenia Góra aufgebrochen und haben uns unterwegs entschlossen, in Kowary einen Zwischenstopp einzulegen. (more…)

Pech mit Proviant - Glück in der Liebe

Donnerstag, 26. April 2007

St.-Annen-KapelleDer Weg von Karpacz nach Miłków führt an der St. Annakapelle vorbei. Außen eine schlichte, ausladende Zylinderform, besticht sie im Inneren durch verspielte barocke Einrichtung. Leider ist sie für Besucher nur einmal im Jahr geöffnet: am St. Annentag (26. Juli). Ein Fragment des Innenraumes kann man durch das große Schlüsselloch der Eingangstür aus massivem Holz erspähen. Die Kapelle steht am Westhang des Kräberberges (Grabowiec) und ist umgeben von einem dichten Mischwald. (more…)

Wanderung zum Grenzpass

Mittwoch, 25. April 2007

Grenzpass im RiesengebirgeSchon vor über einhundert Jahren hat es hier einen Grenzübergang an der damaligen österreichisch-preußischen Grenze gegeben. Heute trennt die Grenze Tschechien und Polen. Auf der tschechischen Seite beginnt gleich hinter dem Grenzübergang der Ort Horni Mala Upa. Auf der polnischen Seite steht ein Gebäude der Grenzwacht und die Baude Na Przeleczy Okraj (früher Schlesische Grenzbaude), in der es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. (more…)

Zu Besuch im Gerhart-Hauptmann-Haus

Dienstag, 24. April 2007

Villa WiesensteinHeute steht eine kleine Museumstour auf dem Programm. Mit dem Auto geht es los Richtung Schreiberhau (Szklarska Poręba). Auf dem Weg dorthin fahren wir über Agnetendorf (Jagniąków), wo sich der Dramatiker und Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann 1912 ein Haus, die Villa Wiesenstein (Fotos vom Gerhart-Hauptmann-Haus), gebaut hatte. (more…)

Panoramablick von der Schneekoppe

Montag, 23. April 2007

SchneekoppeEigentlich wollten wir am zweiten Tag unseres Urlaubs nicht auf die Schneekoppe laufen. Sie ist mit 1.602 m Höhe der höchste Gipfel im Riesengebirge. Für Flachtiroler aus Schleswig-Holstein ist  eine so anstrengende Tour gleich am zweiten Tag in den Bergen eine echte Herausforderung. Grundsätzlich hält man sich an die guten Vorsätze. Das Schicksal der guten Vorsätze ist jedoch deren kurze Verfallszeit.  (more…)

Wanderung zur Teichbaude

Sonntag, 22. April 2007

Teichbaude im RiesengebirgeDer erste Tag nach unserer Ankunft im Riesengebirge. Die Meteorologen kündigen schon seit Tagen schönes Wetter für Mitteleuropa an. Sie haben sich mit ihren Wetterprognosen nicht geirrt. Kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen und versperrt den Blick auf die 1.602 m hohe Schneekoppe, den höchsten Gipfel im Riesengebirge. Die Schneekoppe ist jedoch nicht unser Ziel. Heute schonen wir noch unsere Beine und wandern deshalb zur Teichbaude, von der gesagt wird, sie gehöre zu den schönsten Bauden im Riesengebirge. Sie liegt idyllisch an einem Bergsee, der von steilen Felswänden umgeben ist. (more…)

Karpacz – Suche nach einem Hotel

Samstag, 21. April 2007

Hotel Sadyba KarpaczHeute früh um 10 Uhr starten wir mit dem Auto von Kiel aus in Richtung Karpacz (Krummhübel) im Riesengebirge. Nach sieben Stunden, 700 km und drei Pausen erreichen wir Karpacz. Es ist Vorsaison. Deshalb sollte es nicht lange dauern, bis wir ein Zimmer in einer Pension oder einem Hotel finden. Pustekuchen. (more…)