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Józef Beck (1894-1944)

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Józef Beck (1894-1944), polnischer Diplomat, Berufsoffizier (diplomierter Oberst) und ehemals ein enger Mitarbeiter von Józef Piłsudski, war seit 1932 Außenminister von Polen. Sein politisches Wirken zielte auf die Herstellung eines Gleichgewichts in den Beziehungen zu den Nachbarstaaten Polens, Deutschland und der Sowjetunion ab. Beck trug maßgeblich dazu bei, dass Polen am 25 Juli 1932 in Moskau einen Nichtangriffpakt mit der Sowjetunion und am 26. Januar 1934 in Berlin einen Nichtangriffspakt mit Deutschland unterzeichnet hat. Er nutzte die Annexion der Tschechoslowakei durch Deutschland für einen Anschluss Teschener Schlesiens an Polen. Kurz darauf, im Frühjahr 1939, lehnet er mit Nachdruck die deutschen Forderungen nach dem Anschluss der Freien Stadt Danzig an das Deutsche Reich und nach dem Bau einer exterritorialen Autobahn ab, die durch das polnische Pommern nach Ostpreußen führen sollte.

Seinen Standpunkt legte er in seiner berühmten Rede vor dem polnischen Parlament am 5. Mai 1939 dar:

„(...) Ich höre die Forderung des Reichs nach der Annexion von Danzig in dem Augenblick, als ich auf unseren Vorschlag vom 26. März, gemeinsam die Existenz und die Rechte der Freien Stadt zu garantieren, keine Antwort erhalte und satt dessen erfahre, dass unser Vorschlag als eine Ablehnung weiterer Verhandlungen gedeutet werde. Und so frage ich mich: Um was geht es hier eigentlich? Um die Freiheit der deutschen Bevölkerung, die nicht bedroht ist, um prestigeträchtige Angelegenheiten vielleicht, oder womöglich darum, Polen von der Ostsee wegzudrängen, von der Polen sich nicht verdrängen lässt! (...) Der Frieden ist eine wertvolle und wünschenswerte Sache. Unsere Generation, die viel Blut in Kriegen vergossen hat, hat der Frieden mit Sicherheit verdient. Und doch hat der Frieden, wie fast alle Angelegenheiten in dieser Welt, einen hohen, aber zugleich auch einen messbaren Wert. Wir in Polen kennen nicht den Begriff des Friedens um jeden Preis. Im Leben von Menschen, Völkern und Staaten gibt es nur eine Sache von unschätzbarem Wert: die Ehre. (…)“ (fh)