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Ausgegeben am
Montag, dem 12.05.2008, um 18:14 Uhr.

Das Zentrum der Stadt bildet der 100 m breite und 100 m lange Rynek Wielki (Großmarkt). Laubenhäuser mit kunstvoll ausgestatteten Fassaden rahmen den Marktplatz ein. Blickfang ist das Rathaus mit seinem 50 Meter hohen Uhrenturm und einer schwungvollen Freitreppe. Die Pläne für das Rathaus stammten von Bernado Morando. Das ursprünglich niedrigere Gebäude wurde um 1640 im manieristischen Stil (Spätrenaissance) umgebaut, und im 18. Jahrhundert erhielt es die schwungvolle Freitreppe.
Gleich rechts neben dem Rathaus faszinieren die Armenischen Häuser, in denen armenische Händler lebten, die nach 1585 in die Stadt gezogen waren. Die Fassaden sind teilweise mit orientalischen Motiven, Flachreliefs von Christus, den Aposteln und Maria sowie Tierfiguren geschmückt. In den Häusern ist das Stadtmuseum untergebracht, sodass Besucher auch die reich verzierten Wände und die prachtvollen Holzdecken im Inneren bewundern können.
Wenn man vom Markt in Richtung Osten die ul. Grodzka und dann auf der ul. Szczebrzeska nach links abbiegt, gelangt man zum Palais Zamoyski. Von der früheren Pracht ist nicht viel übrig geblieben. Nur der Torso. Anfang des 19. Jahrhunderts zog die Armee in das Palais ein. Später wurde es als Krankenhaus genutzt. Heute ist es ein Gerichtsgebäude. Gleich neben dem Palais steht das Arsenal (Zeughaus), in dem sich das Waffenarsenal der Stadt befand. Es beherbergt das polnische Waffenmuseum, in dem man neben alten Waffen unter anderem ein Modell der Stadt aus dem 17. Jahrhundert und eine umfangreiche Sammlung von Militäruniformen besichtigen kann.II. Weltkrieg
Im November 1942 begann SS-Führer Heinrich Himmler im Gebiet um Zamo¶æ mit einem Projekt zur Ansiedlung von Deutschen. Aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung "Himmlerstadt" für Zamo¶æ. Um "Raum" für die Deutschen zu schaffen, ließ er die polnische Bevölkerung in Vernichtungslager deportieren. Das Projekt scheiterte jedoch am heftigen Widerstand der Polen und musste von den Nazis auf die Zeit nach dem "Endsieg" verschoben werden.
Rosa Luxemburg
Am 5. März 1870 erblickte Rosa Luxemburg in Zamo¶æ das Licht der Welt. Sie wuchs in Warschau auf und engagierte sich in der sozialistischen Bewegung. Über die Schweiz gelangte sie nach Deutschland, wo sie 1916 zusammen mit Karl Liebknecht den Spartakusbund gründete, aus dem später die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) hervorging. (fh)
