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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Ermland und Masuren - Wolfsschanze bei Rastenburg

Im Führerhauptquartier Wolfsschanze hat der deutsche Reichskanzler und Diktator Adolf Hitler den größten Teil des II. Weltkrieges verbracht, um näher an der Ostfront zu sein. Nicht zuletzt ist das Führerhauptquartier bei Rastenburg (Kętrzyn) ein Symbol für den Widerstand gegen das Hitlerregime. Am 20. Juli 1944 verübte Claus Schenk Graf von Stauffenberg hier ein Attentat auf Hitler.

Zerstörter Hitlerbunker in der WolfsschanzePolen Fotos
Bunkerruine in der Wolfsschanze. Foto/Grafik: Frank Hilbert

"Kilometerweit waren die Sprengungen zu hören", erzählt die Reiseleiterin, die das Ende des Krieges in einem kleinen Ort in der Nähe des Führerhauptquartiers Wolfsschanze miterlebt hat. Deutsche Pioniere begannen kurz vor Ende des II. Weltkrieges, am 23. Januar 1945, mit der Sprengung der Bunker in der Wolfsschanze. Wie aufgeplatzt liegen die riesigen Bunker im dichten Wald 8 km von Rastenburg. Breite Risse haben sich ihren Weg durch den Beton gegraben. Wände sind abgesackt. Warnschilder, die vor dem Betreten der Ruinen warnen, hängen an den verfallenen Betonwänden.

Evakuierung verboten

Die deutschen Touristen, die der Reiseleiterin andächtig zuhören, haben längst das Rentenalter erreicht. "Wir lagen gar nicht weit von hier", erzählt ein Mann, der damals als Soldat in der Wehrmacht diente. "Die Flüchtlinge haben wir vor den Russen beschützt." Ostpreußens Gauleiter Erich Koch hatte - obwohl die Front bedrohlich näherrückte - die Evakuierung der Zivilbevölkerung mit Absicht hinausgezögert. Fluchtvorbereitungen waren unter Androhung der Todesstrafe verboten. Damit wollte Koch erreichen, dass die Soldaten um das Leben der deutschen Frauen und Kinder kämpfen. Zynisches Kalkül. Tausende Zivilisten und Soldaten mussten es mit ihrem Leben bezahlen.
Koch selbst hat sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Er floh auf dem Eisbrecher "Ostpreußen" nach Dänemark und versteckte sich unter dem Namen Rolf Berger in Hasenmoor bei Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein. Ein Abschied für immer war es nicht. Die britischen Besatzungbehörden nahmen ihn 1949 fest und lieferten ihn an Polen aus. In Warschau (Warszawa) verurteilte ihn 1958 ein Gericht zum Tode. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes, in dem sich der ehemalige Gauleiter befand, wurde die Todesstrafe ausgesetzt. Koch verbrachte den Rest seines Lebens in einem Gefängnis in Wartenburg (Barczewo) im früheren Ostpreußen, wo er am 12. November 1986 starb.

Streng geheim: der Bau der Wolfsschanze

Die Nationalsozialisten errichteten mehrere Führerhauptquartiere, die über ganz Europa verstreut lagen. Die bekanntesten neben der Wolfsschanze sind:

  • der "Werwolf" bei Winniza in der Ukraine,
  • das "Felsennest" bei Münstereifel,
  • die "Wolfsschlucht" in Bruly de Peche in Belgien,
  • die "Wolfsschlucht 2" bei Soissons in Frankreich und
  • der "Adlerhorst" bei Ziegenberg im Taunus.

Die Errichtung der Wolfsschanze stand im Zusammenhang mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Hitler brauchte eine Befehlsstelle in der Nähe der Grenze zur damaligen Sowjetunion, von wo aus er die Truppen an der Ostfront kommandieren konnte. Für den Bau entschied er sich unmittelbar nach dem Besuch des sowjetischen Außenministers Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow Mitte November 1940 in Berlin. Den Befehl zum Bau erteilte er am 19. Dezember 1940.

"Gebaut wurden die Anlagen der Wolfsschanze zwischen 1940 und 1944 von Deutschen aus der Umgebung", berichtet die Reiseleiterin weiter. "Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Die Bauarbeiter durften immer nur an einem Bauabschnitt arbeiten. Dadurch konnten sie sich keinen Überblick über die Anzahl und die Lage der Bunker verschaffen." Die Ausführungen der Reiseleiterin sind nicht vollständig. Vermutlich waren insgesamt 4.600 Ingenieure und Bauarbeiter am Bau der Wolfsschanze beteiligt. Sie kamen aus dem gesamten Reichsgebiet und arbeiteten aus Gründen der Geheimhaltung nicht länger als drei Monate auf der Baustelle. Dann wurden sie ausgetauscht. Um den Bau des Führerhauptquartiers Wolfsschanze vor der Bevölkerung geheim zu halten, verlief er unter dem Decknamen Chemische Werke "Askania". Verantwortlich für den Bau war die Organisation Todt (OT). Ausländer stellte die OT aus Geheimhaltungsgründen nicht an. Für den Posten des Bauleiters wählte sie Bauassessor Friedrich Classen aus. Die Baukosten beliefen sich auf 36 Millionen Reichsmark zuzüglich Umbaukosten.

Künstliche Bäume und Netze zur Tarnung

Reichsminister Dr. Fritz Todt, der Chefadjutant der Wehrmacht Oberst Rudolf Schmundt und Heeresadjuntant Major Gerhard Engel wählten als Standort den Forst Görlitz (Gierłoż) acht Kilometer östlich von Rastenburg aus. Ein fast perfekter Standort. Die Gegend war dicht bewaldet. Auf der bereits vorhandenen Eisenbahnlinie zwischen Angerburg und Rastenburg konnte das Baumaterial transportiert werden.
Nachteilig war, dass bis zum 22. Juni 1941 über den Forst Flugzeuge der sowjetischen Fluglinie Aeroflot zwischen Berlin und Moskau pendelten und Hitler sich vor feindlichen Fallschirmabsprüngen fürchtete. Die Tarnung der Anlage übernahm die Stuttgarter Gartenbaufirma Seidenspinner. Sie stellte künstliche Bäume auf, pflanzte Moose und spannte Tarnnetze zwischen die Bäumen. Reste der Halterungen Netze hängen immer noch. "Ein Tunnelsystem hat es hier aber nie gegeben", so die Reiseleiterin, "entgegen aller Gerüchte. Die Eingänge, die Sie hier sehen, führen zu kleinen unterirdischen Vorratsräumen". Die Bemühungen der Deutschen, das Führerhauptquartier zu tarnen, waren von Erfolg gekrönt. Den Allierten blieb die Existenz der riesigen Anlage in den Ostpreußischen Wäldern bis zur Einnahme durch die Rote Armee verborgen.

Lageplan der Wolfsschanze in Masuren
Lageplan der Wolfsschanze.

Sperrkeise

Umgeben war die zehn Hektar große Anlage der Wolfsschanze von einem 50 m tiefen Minengürtel und Stacheldrahtverhauen, die nur an drei Stellen passierbar waren. Es gab drei Sperrkreise:

  • Im Sperrkreis I befanden sich die Bunker von Hitler, Wilhelm Keitel (Chef des Oberkommandos der Wehrmacht), Hermann Göring (Oberbefehlshaber der Luftwaffe), Martin Bormann (Leiter der Parteikanzlei der NSDAP), Alfred Jodl (Chef des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht) und Dr. Otto Dietrich (Reichspressechef der NSDAP und SS-Obergruppenführer). Bunker gab es hier auch für das SS-Begleitkommando und das Heerespersonalamt.
  • Im Sperrkreis II der Wolfsschanze gab es Offizierskasinos, den Bunker von Fritz Todt, einen Luftschutzbunker und die Verbindungsstellen der Luftwaffe und der Marine.
  • Der Sperrkreis III bildete den Verteidigungsring, in dem unter anderem Flakgeschütze und Panzerabwehrkanonen stationiert waren.

Im äußeren Sperrkreis befanden sich ebenfalls die Unterkünfte des Führer-Begleit-Bataillons, das nach dem Hitler-Attentat auf Hitler personell aufgestockt und in Führer-Begleit-Brigade umbenannt wurde.
Auf Anordnung Hitlers wurde innerhalb des Sperrkreises I der Sperrkreis A eingerichtet, in dem der Führerbunker, die Baracken von Keitel und das Kasino I mit dem "Teehaus" lagen. Für diesen Bereich galten noch strengere Sicherheitsregeln. So durften beispielsweise nur Fahrzeuge von Generalfeldmarschällen, NSDAP-Reichsleitern und Reichsministern in den Sperrkreis A fahren durften. Hitlers Sekretärin Traudl Junge erinnerte sich später:

Es war mittlerweile ein riesenhafter Apparat entstanden. Überall waren Sperren und neue Posten, Minen, Stacheldrahtverhaue, Beobachtungstürme.

Das Attentat auf Hitler - Bombe in der Aktentasche

Die Touristen aus Deutschland versammeln sich vor einer unscheinbaren Gedenktafel aus Bronze. Von der Baracke, die im Juli 1944 hier noch stand, sind nur noch die Fundamente zu erkennen. Sie gilt als Symbol des deutschen Widerstandes. Am 20. Juli 1944 zündete Claus Schenk Graf von Stauffenberg hier während einer Lagebesprechung mit Hitler eine mit einem Zeitzünder versehene Bombe, die er in seiner Aktentasche versteckt hatte. Kurz vor der Explosion verließ Stauffenberg die Baracke und fuhr zum Flugplatz der Wolfsschanze, um nach Berlin zu fliegen und dort einen Staatsstreich einzuleiten. Hitler überlebte das Attentat und die Verschwörung in Berlin scheiterte. Stauffenberg, sein Adjutant Werner von Häften, General Friedrich Olbricht, Major Albrecht und Ritter Mertz von Quernheim wurden festgenommen und noch am Abend des 20. Juli im Bendlerblock in Berlin hingerichtet. Das war der Beginn einer Hinrichtungswelle, der in den folgenden Monaten über 200 Oppositionelle zum Opfer fielen.

Die Gedenktafel aus Bronze vor den Resten der Baracke, in der Stauffenberg die Bombe zündete, wurde am 20. Juli 1992 vom damaligen deutschen Botschafter in Warschau, Dr. Franz Bertele, enthüllt. An der Gedenkfeier nahmen auch die drei Söhne von Stauffenberg teil.

Hitler verlässt die Wolfsschanze

Am 20. November 1944 verließ Adolf Hitler die Wolfsschanze in Richtung Berlin, wo ihm am folgenden Tag ein Arzt einen Polypen von seinen Stimmbändern entfernte. Kurze Zeit später reiste Hitler in das Führerhauptquartier "Adlerhorst" weiter, von wo aus er die von ihm befohlene Ardennen-Offensive an der Westfront vorbereiten und persönlich überwachen wollte.
In der Wolfsschanze bestieg er am 20. November seinen Sonderzug, der gut getarnt auf einem Abstellgleis auf ihn wartete und aus zehn Waggons bestand:

  • zwei Flakwaggons mit je zwei Kanonen 2-cm-Flak-Vierling 38,
  • zwei gepanzerte Salonwagen und
  • sechs Personenwagen.

Obwohl Hitler bewusst gewesen sein musste, dass er wegen der immer näher rückenden Roten Armee nie wieder in die Wolfsschanze zurückkehren würde, befahl er den weiteren Ausbau der Verteidigungsanlagen. Zum Zeitpunkt seiner Abreise waren noch 2.000 Arbeiter und Ingenieure mit dem weiteren Ausbau der Wolfsschanze beschäftigt. Nur Hitlers Sekretärin Traudel Junge sprach nach dem Krieg in ihren Erinnerungen von einem "schmerzlichen Gefühl eines endgültigen Abschieds".[1]

Ironischerweise beschleunigte die Ardennen-Offensive die Besetzung Ostpreußens, weil Hitler für die Schlacht bei Bastogne nördlich von Luxemburg starke Truppenverbände, darunter mehrere Panzerdivisionen, konzentrieren musste, die an der Ostfront fehlten. Am 12. Januar 1945, als die Ardennen-Offensive in den letzten Zügen lag, begann die Rote Armee von ihren Brückenköpfen an der Weichsel aus eine Offensive Richtung Westen und gegen Ostpreußen im Norden.

Bereits zwei Tage nach Hitlers Abreise begannen deutsche Pioniere unter dem Codenamen "Inselsprung" mit den Vorbereitungen für die Sprengung der Bunker in der Wolfsschanze. Am 23. Januar 1945 befahl General der Pioniere Alfred Jacob die Sprengung, die zwei Tage lang andauerte und nur unvollständig gelang.
Die Rote Armee betzte die Wolfsschanze am 27. Januar 1945 kampflos. (fh)

Karte

Landkarte Polen mit der Wolfsschanze

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Kontakt

Wolfsschanze - Hitlers Hauptquartier in Masuren
Gierłoż
11-400 Kętrzyn

Karte

Rastenburg - Wolfsschanze, Gierłoż, 11-400
Rastenburg - Wolfsschanze, Gierłoż, 11-400 Kętrzyn (Google Maps)
  1. Rastenburg (Kętrzyn)
  2. Ehemaliges Hitler-Hauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg
  3. Rastenburg (Kętrzyn) - Fotos
  1. www.wolfsschanze.home.pl
  2. www.ketrzyn.com.pl (Rastenburg)

Anmerkungen

  1. Traudl Junge, Bis zur letzten Stunde, List Taschenbuch, Berlin, 2003, S. 163