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Ermland und Masuren - Wolfsschanze bei Rastenburg

"Kilometerweit waren die Sprengungen zu hören", erzählt die Reiseleiterin, die das Ende des Krieges in einem kleinen Ort in der Nähe des Führerhauptquartiers Wolfsschanze miterlebt hat. Deutsche Pioniere haben kurz vor Ende des II. Weltkrieges, am 23. Januar 1945, die Bunker in der Wolfsschanze gesprengt. Wie aufgeplatzt liegen die riesigen Bunker im dichten Wald 8 km von Rastenburg (Kętrzyn). Breite Risse haben sich ihren Weg durch den Beton gegraben. Wände sind abgesackt. Warnschilder, die vor dem Betreten der Ruinen warnen, hängen an den verfallenen Betonwänden.

Zerstörter Hitlerbunker in der WolfsschanzePolen Fotos
Bunkerruine in der Wolfsschanze. Foto/Grafik: Frank Hilbert

In der Wolfsschanze hat Adolf Hitler, der am 23. Juni 1941 zum ersten Mal hierher kam, um näher an der "Ostfront" zu sein, den größten Teil des II. Weltkrieges verbracht. Nicht zuletzt ist das Führerhauptquartier bei Rastenburg ein Symbol für den Widerstand gegen das Hitlerregime. Am 20. Juli 1944 hat Claus Schenk Graf von Stauffenberg hier ein Attentat auf Hitler verübt.

Evakuierung verboten

Die deutschen Touristen, die der Reiseleiterin andächtig zuhören, haben längst das Rentenalter erreicht. "Wir lagen gar nicht weit von hier", erzählt ein Mann, der damals als Soldat in der Wehrmacht diente. "Die Flüchtlinge haben wir vor den Russen beschützt." Ostpreußens Gauleiter Erich Koch hatte - obwohl die Front bedrohlich näherrückte - die Evakuierung der Zivilbevölkerung mit Absicht hinausgezögert. Fluchtvorbereitungen waren unter Androhung der Todesstrafe verboten. Damit wollte Koch erreichen, dass die Soldaten um das Leben der deutschen Frauen und Kinder kämpfen. Zynisches Kalkül. Tausende Zivilisten und Soldaten mussten es mit ihrem Leben bezahlen. Koch selbst hat sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Er floh auf dem Eisbrecher "Ostpreußen" nach Dänemark und versteckte sich unter dem Namen Rolf Berger in Hasenmoor bei Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein. Ein Abschied für immer war es nicht. Die britischen Besatzungbehörden nahmen ihn 1949 fest und lieferten ihn an Polen aus. In Warschau verurteilte ihn 1958 ein Gericht zum Tode. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes, in dem sich der ehemalige Gauleiter befand, wurde die Todesstrafe ausgesetzt. Koch verbrachte den Rest seines Lebens in einem Gefängnis in Barczewo (Wartenburg) im früheren Ostpreußen, wo er am 12. November 1986 starb.

Streng geheim: der Bau der Wolfsschanze

Die Nazis errichteten mehrere Führerhauptquartiere, die über ganz Europa verstreut waren. Zu ihnen zählten neben der Wolfsschanze bei Rastenburg (Kętrzyn), der "Werwolf" bei Winniza in der Ukraine, das "Felsennest" bei Münstereifel, die "Wolfsschlucht" in Bruly de Peche in Belgien, die "Wolfsschlucht 2" bei Soissons in Frankreich und der "Adlerhorst" bei Ziegenberg im Taunus. Die längste Zeit verbrachte Hitler jedoch in der Wolfsschanze.
Der Befehl zum Bau der Wolfsschanze stand im Zusammenhang mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Hitler brauchte eine Befehlsstelle in der Nähe der Grenze zur damaligen Sowjetunion, von wo aus er die deutschen Truppen an der Ostfront kommandieren konnte.

"Gebaut wurden die Anlagen der Wolfsschanze zwischen 1940 und 1944 von Deutschen aus der Umgebung", berichtet die Reiseleiterin weiter. "Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Die Bauarbeiter durften immer nur an einem Bauabschnitt arbeiten. Auf diese Weise konnten sie sich keinen Überblick über die Anzahl und die Lage der Bunker verschaffen." Die Ausführungen der Reiseleiterin sind nicht vollständig. Vermutlich waren insgesamt über 20.000 Ingenieure und Bauarbeiter am Bau der Wolfsschanze beteiligt. Aus dem gesamten Reichsgebiet. Sie arbeiteten aus Gründen der Geheimhaltung nicht länger als drei Monate auf der Baustelle. Dann wurden sie ausgetauscht. Für den Bau des Flugplatzes der Wolfsschanze und von Zufahrtsstraßen sollen die Deutschen auch Zwangsarbeiter aus Polen, Norwegen, Frankreich und der Sowjetunion eingesetzt haben. Einige Historiker bezweifeln allerdings den Einsatz von Zwangsarbeitern. Gegen deren Einsatz spricht vor allem die hohe Geheimhaltungsstufe, unter der der Bau der Wolfsschanze stattfand.

Die Wolfsschanze lag in einem kleinen Wald, der die Bunker und die Wirtschaftsgebäude des Hauptquartiers tarnte. Zusätzlich wurden Tarnnetze gespannt. Die Halterungen für die Tarnnetze sind noch an den Bäumen zu sehen. "Ein Tunnelsystem hat es hier aber nie gegeben", so die Reiseleiterin", entgegen aller Gerüchte. Die Eingänge, die Sie hier sehen, führen zu kleinen unterirdischen Vorratsräumen." Auf der bereits vorhandenen Eisenbahnlinie zwischen Angerburg und Rastenburg konnte das Baumaterial transportiert werden. Um den Bau des Führerhauptquartiers Wolfsschanze vor der Bevölkerung geheim zu halten, verlief er unter dem Decknamen Chemische Werke "Askania". Verantwortlich für den Bau war die "Organisation Todt" (OT).

Lageplan der Wolfsschanze in Masuren
Lageplan der Wolfsschanze.

Umgeben war die zehn Hektar große Anlage der Wolfsschanze von einem Minenfeld und Stacheldrahtverhauen, die nur an drei Stellen passierbar waren. Es gab drei Sperrkreise. Im Sperrkreis I befanden sich die Bunker von Hitler, Keitel, Göring, Bormann, Jodl und Dr. Dietrich. Bunker gab es hier auch für das SS-Begleitkommando und das Heerespersonalamt. Im Sperrkreis II der Wolfsschanze gab es Offizierskasinos, den Bunker von Fritz Todt, einen Luftschutzbunker und die Verbindungsstellen der Luftwaffe und der Marine. Der Sperrkreis III bildete den Verteidigungsring, in dem unter anderem Flakgeschütze und Panzerabwehrkanonen stationiert waren. Im äußeren Sperrkreis befanden sich auch die Unterkünfte des Führerbegleitbataillons.

Bombe in der Aktentasche

Die Touristen aus Deutschland versammeln sich vor einer unscheinbaren Gedenktafel aus Bronze. Von der Baracke, die im Juli 1944 hier noch stand, sind nur noch die Fundamente zu erkennen. Sie gilt als Symbol des deutschen Widerstandes. Am 20. Juli 1944 zündete Claus Schenk Graf von Stauffenberg hier während einer Lagebesprechung mit Hitler eine mit einem Zeitzünder versehene Bombe, die er in seiner Aktentasche versteckt hatte. Kurz vor der Explosion verließ Stauffenberg die Baracke und fuhr zum Flugplatz der Wolfsschanze, um nach Berlin zu fliegen und dort einen Staatsstreich einzuleiten. Hitler überlebte das Attentat und die Verschwörung in Berlin scheiterte. Stauffenberg, sein Adjutant Werner von Häften, General Friedrich Olbricht, Major Albrecht und Ritter Mertz von Quernheim wurden festgenommen und noch am Abend des 20. Juli im Bendlerblock in Berlin hingerichtet. Das war der Beginn einer Hinrichtungswelle, der in den folgenden Monaten über 200 Oppositionelle zum Opfer fielen.

Die Gedenktafel aus Bronze vor den Resten der Baracke, in der Stauffenberg die Bombe zündete, wurde am 20. Juli 1992 vom damaligen deutschen Botschafter in Warschau Dr. Franz Bertele enthüllt. An der Gedenkfeier nahmen auch die drei Söhne von Stauffenberg teil. (fh)

Karte

Landkarte Polen mit der Wolfsschanze

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Gierłoż

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(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Kontakt

Wolfsschanze - Hitlers Hauptquartier in Masuren
Gierłoż
11-400 Kętrzyn

Karte

Rastenburg - Wolfsschanze, Gierłoż, 11-400
Rastenburg - Wolfsschanze, Gierłoż, 11-400 Kętrzyn (Google Maps)
  1. Rastenburg (Kętrzyn)
  2. Ehemaliges Hitler-Hauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg
  3. Rastenburg (Kętrzyn) - Fotos
  1. www.wolfsschanze.home.pl
  2. www.ketrzyn.com.pl (Rastenburg)