Warschau - Phönix aus der Asche
Sigismund-Säule und Schloss in Warschau Foto: Frank Hilbert
Wer heute den Altstadtmarkt betritt, kann sich kaum vorstellen, dass dieses Viertel 1945 vollständig in Schutt und Asche lag. Bereits 1949 begann man mit der originalgetreuen Rekonstruktion nach alten Plänen und Ikonographien (insbesondere nach alten Stadtansichten Bernardo Canalettos, eines italienischen Malers aus dem 18. Jh.) der Stadtteile - eine in Anbetracht der schweren wirtschaftlichen, politischen und sozialen Nachkriegslage enorme Leistung des polnischen Volkes. 1953 war der Wiederaufbau im alten Stil abgeschlossen und die Altstadt wieder Mittelpunkt des städtischen Lebens.
Echte und weniger echte Künstler
Die unzähligen Kirchen, Museen, reich ausgeschmückten Häuserfassaden in den verwinkelten Gassen und der Marktplatz, wo echte und weniger echte Künstler ihre Bilder den Touristen feilbieten, laden zu einem ausgiebigen Spaziergang ein.
Die ursprünglichen Bauten stammen meist aus dem 16. und 17. Jahrhundert und beinhalten heute viele Geschäfte, Restaurants und Caf�s mit langer Tradition.
Das nahe Königsschloss wurde zuletzt wiederaufgebaut: In den siebzigern begonnen, wurden die Bauarbeiten 1984 abgeschlossen. Viele der heute zu bewundernden Exponate wurden 1939 von der Warschauer Bevölkerung aus dem brennenden Schloss gerettet.
Sehenswürdigkeiten

Am Schlossplatz beginnt der Königsweg, der zum Schloss Wilanów am Stadtrand von Warschau führt, das im 17. Jahrhundert von dem polnischen König Jan Sobieski im barocken Stil nach dem Versailler Vorbild für seine französische Frau Marie errichtet wurde.
Der Weg führt durch die Straße Krakowskie Przedmieście mit zahlreichen wunderschönen barocken Bauten, die beliebte und belebte Einkaufsmeile Nowy Swiat und die Ujazdowski-Allee im Regierungs- und Botschaftsviertel. Unterwegs trifft man auf das klassizistische Palais der Familie Radziwiłł, in dem heute der Ministerrat tagt, sowie dem Hauptgebäude der Warschauer Universität.
In der Nähe der Ujazdowski-Allee befindet sich der Łazienki-Park mit einem schmucken, auf einer künstlich angelegten Insel erbauten Sommerpalais. Vor dem Chopin-Denkmal finden im Sommer an den Sonntagen Klavierkonzerte statt.
Am Ende der Ujazdowski-Allee befindet sich das klassizistische Palais Belvedere, das Empfangsgebäude des polnischen Präsidenten. Von hier sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Ende des Königswegs am Park und Schloss Wilanów.
Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten des "neueren" Gesichtes der polnischen Hauptstadt zählt der 235 Meter hohe Kulturpalast, ein Geschenk der Sowjetunion aus der Stalin-Ära an das polnische "Brudervolk".
Trotz ihrer zwiespältigen Beziehung zu dem Geschenk haben sich die Warschauer mit den Jahren an seinen Anblick gewöhnt. Schließlich beherbergt das Gebäude zahlreiche Institutionen, Ausstellungs- und Kongressräume, Kinos, Theater und Restaurants. Und es belohnt den interessierten Besucher mit einen einmaligen Ausblick auf die Stadt von einer Aussichtsplattform im 30. Stockwerk.
(bw)
Landkarte:

Wirtschaft:
chemische Industrie, Maschinen- und Fahrzeugbau, Druckereien, Textil- und Lebensmittelindustrie
Einwohner:
1,62 Millionen (1999), größte Stadt Polens
Bildung:
Universität, Fachhochschulen und Forschungsinstitute
Flughafen:
Okęcie, Internationaler Flughafen
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