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Warschau (Warszawa) - Grabmal des unbekannten Soldaten

Am Piłsudski-Platz in Warschau (Warszawa), unweit der sprudelnden Schale des Springbrunnens im Sächsischen Garten, stehen drei Säulenbögen - die Überreste einer einst prachtvollen Kolonnade des Sächsischen Palastes aus dem 17. Jahrhundert. Der untere Säulengang, der ursprünglich die beiden Flügel des Sächsischen Palastes verband, wurde 1925 als Stelle für das symbolische Grabmal des Unbekannten Soldaten (poln. "Grób Nieznanego żołnierza"), eines der großen polnischen Nationalmausoleums, gewählt.

Grab des unbekannten Soldaten im Sachsenpark Warschau
Foto: Frank Hilbert

Bei einem Treffen am 4. April 1925 in Warschau entschieden die Delegierten der in Warschau stationierten polnischen Militäreinheiten unter dem Vorsitz des damaligen Veriedigungsministers Władysław Sikorski, die polnischen Gefallenen der vergangenen Jahrzehnte auf eine besondere Weise zu ehren: mit der Errichtung einer besonderen Gedenstätte, die zum nationalen Symbol für die blutigen Kämpfe mehrerer Generationen für die Freiheit und Unabhängigkeit Polens werden sollte. Man wählte die fünfzehn opferreichsten Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs aus, von denen in einem Losverfahren eines gezogen wurde. Das Los fiel auf ein Schlachtfeld in Lemberg, auf dem in den Jahren 1918-1919 erbitterte Kämpfe zwischen Polen und Ukrainern um Lemberg stattgefunden hatten. Hier sollten die sterblichen Überreste eines gefallenen unbekannten Soldaten exhumiert werden, die man anschließend nach Warschau in die neue Gedenkstätte überführen wollte.
Von dem Wahlvorgang wurde ein Protokoll angefertigt. Ein Exemplar des Protokolls wurde im Polnischn Museum in Wasrchau deponiert, das zweite wurde in das Grab des Unbekannten Soldaten am Sachsenpalast in Warschau eingemauert.

Die Exhumierung wurde am 28. Dezember 1925 durchgeführt. Unter den Anwesenden, die der Exhumierung beiwohnten, befanden sich stellvertertend für alle Mütter in kriegerischen Auseinandersetzungen gefallener polnischer Soldaten zwei Frauen aus Lemberg - Bronisława Wildt (Professorenwitwe) und Jadwiga Zarugiewicz (Frau eines Bankdirektors). Beide hatten im Ersten Weltkrieg ihre Söhne verloren, deren Gräber nie gefunden wurden. Von drei exhumierten Leichnamen wählte Frau Zarugiewicz die eines unbekannten Gefallenen, der seine letzte Ruhestätte im Grab des Unbekannten Soldaten in Wasrschau finden sollte.

In einer feierlichen Zeremonie überführte man hierher am 2. November 1925 vom Friedhof der "Lemberger Adlerjungen" (Cmentarz Orląt Lwowskich) in Lemberg die sterblichen Überreste dreier unbekannter polnischer Soldaten, die in den Jahren 1918-1919 bei der Verteidigung Lembergs gegen die Ukrainer gefallen waren. Um auch der Soldaten zu gedenken, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren, legte man den sterblichen Überresten 14 Urnen mit der Erde von verschiedenen Schlachtfeldern bei.

Nach dem gescheiterten Warschauer Aufstand wurde der Sächsische Palast im Dezember 1944 von den Deutschen gesprengt und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut. Das symbolische Grab jedoch, das bei der Sprengung des Palastes 1944 ebenfalls stark beschädigt worden war, wurde restauriert und bereits 1946 feierlich enthüllt. Am Grabmal brennt eine ewige Flamme. Soldaten der Ehrengarde der Polnischen Armee halten - mit stündlicher Ablösung - rund um die Uhr Wache. An Nationalfeiertagen finden feierliche Wachablösungen unter der Teilnahme ranghöchster Mitglieder der polnischen Regierung statt. (fh)

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