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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 19.37 Uhr.


Wambierzyce (Albendorf)


Wallfahrtskirche "Mariä Heimsuchung"
Wallfahrtskirche "Mariä Heimsuchung" Fotos: Frank Hilbert Der Legende nach ließ ein Ritter Rathen im Jahr 1200 in einem Wald nordöstlich des Heuschergebirges an einer Linde ein Marienbild anbringen. Dort betete 18 Jahre später der blinde Jan und gewann sein Augenlicht wieder. Die Kunde von der wundersamen Heilung verbreitete sich schnell und so entstand im Laufe der Jahre der Wallfahrtsort Wambierzyce (Albendorf).

Gnadenkapelle in der Wallfahrts- und Pfarrkirche \\1512 wurde die erste Steinkirche errichtet und zwischen 1715 und 1723 stiftete Graf Franz Anton die Wallfahrts- und Pfarrkirche „Maria Heimsuchung“. Zur Barockkirche führt eine ausladende Treppe mit 33 Stufen hinauf, die die Lebensjahre Christi symbolisieren. Noch heute kommen viele Wallfahrer nach Wambierzyce, um das Gnadenbild zu sehen. Es befindet sich in einem Schrein im barocken Hochaltar der Gnadenkapelle und zeigt Maria mit dem Jesuskind auf dem rechten Arm und einem Apfel in der linken Hand. Papst Johannes Paul II. ließ es am 17. August 1980 krönen. Ein Künstler hat das Kunstwerk aus Lindenholz aber erst – entgegen der Legende – im Jahr 1380 geschaffen.



Besonders beeindruckend ist der Hochaltar, wenn an Feiertagen die Beleuchtung eingeschaltet wird, die aus 1.300 Lampen besteht. Der reich verzierte Hochaltar ist ein Werk des Wiener Bildhauers Karl Sebastian Flacker, der im nahe gelegenen Glatz eine Werkstatt betrieb.
Das Schiff der Basilika ist im Vergleich zum Hochaltar schlicht und lediglich mit Altargemälden von Michael Willmann geschmückt. Prunkvoll verziert sind nur die Kanzel, die ebenfalls aus der Werkstatt von Sebastian Flacker stammt, und die Kuppel mit einem Gemälde. Es zeigt einen auf einer Treppe sitzenden Engel, der die Pläne für den Bau der Kirche zeigt. 

Kalvarienberg in WamberzyceBeim Spatziergang durch die Stadt gewinnt der Besucher den Eindruck, als bestehe die ganze Stadt aus unzähligen Schreinen. Etwa 100 soll es in dem kleinen Ort geben, der im Schatten der mächtigen Wallfahrtskirche liegt. Gegenüber der Wallfahrtskirche befindet der Kalvarienberg mit Kapellen und Monumenten, die die Leidensgeschichte Jesu darstellen. Angelegt hat ihn Daniel von Osterberg zwischen 1683 und 1709, nachdem er von einer Reise aus dem Heiligen Land zurückgekehrt war. Auf dem Kalvarienberg steht die Kapelle der Einsiedelei. Wegen des Kalvarienberges trägt Wambierzyce auch den Beinamen „Schlesisches Jerusalem“. (Frank Hilbert)

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