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Das Tor der Morgenröte (Ostra Brama) in Vilnius (Wilna, Wilno)

Das Tor der Morgenröte wurde zusammen mit der Stadtmauer ca. 1514 unter dem Namen Medinikai-Tor (poln. Brama Miednicka) erbaut, da hier die Straße in Richtung der Ortschaft Miednikai (poln. Miedniki) begann. Von usprünglich neun Toren ist das Tor der Morgenröte das einzig erhaltene. An seine Wehrfunktion erinnern zahlreiche Schießscharten im 2,5 m dicken Mauerwerk.

Ostra Brama (Tor der Morgenröte) in Vilnius
Bild der Muttergottes im Tor der Morgenröte (Ostra Brama). Fotos: Frank Hilbert

Gemäß mittelalterlicher Tradition hängte man - den Göttlichen Beistand und Schutz für die Stadt erhoffend - an den Toren der Stadtmauern Heiligenbilder auf. Weil sie ungeschützt verwitterten, wurden diese Bilder regelmäßig ausgetauscht. Manchmal verbarg man sie hinter Holzläden oder Vorhängen. Im Jahr 1671 wurde das Tor der Morgenröte auf der dem Stadtinnern zugekehrten Seite um eine Holzattika erweitert, die jedoch schon 1715 dem Feuer zum Opfer fiel. Sie wurde aus Ziegelsteinen wiederaufgebaut. Im Jahr 1829 baute man die Kapelle, die die heilige Ikone der Muttergottes beherbergt, im klassizistischen Stil um.

Woher stammt das Bild der Muttergottes?

Um die Entstehungsgeschichte des Bildes der Muttergottes vom Tor der Morgenröte ranken sich viele Legenden. In früheren Zeiten nahm man an, dass es sich dabei um eine orthodoxe Ikone handele, die aus den östlichen Provinzen Polens nach Wilna gebracht worden sei. Laut einer anderen Version sollte es ein Porträt von Barbara Radziwiłówna, der Ehefrau des Königs Zygmunt August, darstellen. Neuere Untersuchungen ergaben, dass das Bild vermutlich dem Pinsel eines unbekannten Wilnaer Malers aus dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts entstammte. Das Bild selbst ist auf einer Eichentafel mit Kreidegrundierung gemalt und ist zwei m hoch und 1,63 m breit. Es stellt die Muttergottes mit nach rechts geneigtem Kopf und vor der Brust verschränkten Armen dar. Von ihrem Kopf gehen Strahlen ab. Im 17./18. Jahrhundert verbarg man ihr blaues Kopftuch und das purpurfarbene Kleid unter einem barocken Kleid aus vergoldetem Silber. Nur das Gesicht und die Hände der Madonna blieben frei. Den Kopf der Muttergottes schmücken zwei Kronen: eine symbolisiert ihre Stellung als Himmelskönigin, die andere ihre symbolhafte Funktion als Königin Polens. Im unteren Teil des Bildes befindet sich ein silberner Halbmond.

Gläubige im Tor der Morgenröte (Ostra Brama) in Vilnius
Bild der Muttergottes im Tor der Morgenröte (Ostra Brama).

Kraft eines päpstlichen Dekrets wurde das Bild der Muttergottes am 2. Juli 1927 in einem feierlichen Akt zur Königin Polens gekrönt. Trotz strömenden Regens nahmen an den Feierlichkeiten der damalige Präsident von Polen, Ignacy Mościcki, Marschall Józef Piłsudski sowie tausende Gläubige teil. Das Bild der Muttergottes vom Tor der Morgenröte ist eines der bedeutendsten Heiligtümer Litauens. Seit jeher gilt das Madonnenbildnis als wundertätig und lockt jährlich zehntausende Pilger aus Polen an. Am innigsten wurde es in der Zeit des geteilten Polens (1772-1919) verehrt. Als Dank für erwiesene Gnade schenken Gläubige der Madonna Votivgaben aus Gold uns Silber. Über acht 8.000 Votivgaben bedecken die Wände der Kapelle. (fh)

Kontakt

Tor der Morgenröte (Ostra Brama)
Aušros Vartų g. 14
01303 Vilnius

Karte

Wilna - Tor der Morgenröte (Ostra Brama), Aušros Vartų g. 14, 01303
Wilna - Tor der Morgenröte (Ostra Brama), Aušros Vartų g. 14, 01303 Vilnius (Google Maps)
  1. www.vilnius-tourism.lt
  2. www.vilnius-airport.lt