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Tarnów

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Gern wird das an der nördlichsten Spitze der Karpaten gelegene Tarnów "Wärmepol" Polens genannt. In der Tat zeichnet sich Tarnów durch die höchste durchschnittliche Jahrestemperatur in Polen aus und besitzt somit auch die längste Vegetationsperiode im Land. Die außergewöhnlichen mikroklimatischen Bedingungen interessieren die meisten Besucher aber nur am Rande. Ein echter Anziehungspunkt ist der fast unberührte mittelalterliche Stadtkern mit seinen Befestigungsanlagen und Bauten aus der Gotik, der Renaissance und aus der Barockzeit.

Bürgerhäuser am Markt von TarnowPolen Fotos
Bürgerhäuser am Marktplatz von Tarnów. Foto: Frank Hilbert

Zentraler Platz ist natürlich der Alte Markt - eine Perle aus der Zeit der Renaissance - mit seinem Rathaus in der Mitte. Unter den Kolonnaden der schmucken, zum großen Teil originalgetreu restaurierten Bürgerhäuser befinden sich zahlreiche Restaurants, Cafes und Bierstuben, wo bis spät in die Nacht ein reger Trubel herrscht. Über den Dächern der Häuser ragt der Turm des wuchtigen Doms aus dem 14. Jahrhundert hervor. Berühmt ist die Kathedrale vor allem für die Grabmale der Familie Tarnowski und der Familie Ostrowski, die eines der bedeutendsten Denkmäler der polnischen Bildhauerkunst darstellen.

Die Stadt erkundet man am besten zu Fuß. Es gibt mehrere gut ausgeschilderte touristische Routen zu unterschiedlichen Themenbereichen, die nicht nur an hübschen historischen Sehenswürdigkeiten führen, sondern den Besucher auch mit dem tragischen Schicksal seiner Einwohner vertraut machen. So führt zum Beispiel die Route "Auf den Spuren der Tarnower Juden" am alten jüdischen Friedhof vorbei durch das ehemalige jüdische Viertel. Noch 1939 war fast die Hälfte der 56.000 Einwohner Tarnows jüdischen Glaubens. Fast alle von ihnen wurden im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen ermordet. An einigen Hausfassaden erinnern noch alte Inschriften in hebräischer Sprache und Einkerbungen für die Mesusas (kleine Schriftkapseln mit Fragmenten der Tora, die an den Türpfosten befestigt wurden) an die ehemaligen Hausbewohner. Von der Synagoge ist leider nur noch die Bima stehen geblieben. Als ein unheimlicher Ort erweist sich eine unscheinbare Treppe an der Stadtmauer unweit der Wekslarska-Straße. Die Treppe ist stummer Zeitzeuge eines schrecklichen Blutbads, das sich hier in der Zeit vom 11. bis zum 19. Juni 1942 zugetragen hatte: In dieser einen Woche richteten die deutschen Schergen an dieser Stelle 3000 Juden hin.

Bima der Synagoge in Tarnów
Nur die Bima der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Synagoge steht heute noch.

Auf Spaziergängen durch Tarnów stößt der Besucher immer wieder auf den Namen Józef Bem. Unter der Führung des wohl berühmtesten Sohn Tarnows schlugen die Ungarn am 11. März 1849 in einem Aufstand bei Hermannstadt erfolgreich die vereinten russisch-österreichischen Armeen in die Flucht. Seitdem ist der polnische General Bem auch in Ungarn ein Nationalheld.

Der historisch versierte Besucher verbindet mit der Stadt vor allem eine der größten Schlachten des Ersten Weltkriegs: die Schlacht von Tarnów- Gorlice. Leider gibt es in Tarnów selbst nur wenige Informationen zu diesem Kapitel der europäischen Geschichte. Wer militärhistorisch interessiert ist, der sollte in das knapp 50 km von Tarnow entfernte Gorlice fahren. Das örtliche Regionalmuseum besitzt eine reiche Sammlung an Originalexponaten von der berühmten Schlacht vom Mai 1915. Die Dimension und Absurdität der Kämpfe, die während des Ersten Weltkriegs in der Tarnower Region stattgefunden haben, veranschaulichen aber in erster Linie die über 140 im Umland verstreuten Militärfriedhöfe: Hier haben die Feide von einst - Russen, Deutschen, Polen oder Ungarn - oft in unmittelbarer Grabnachbarschft ihre letzte Ruhestätte gefunden. (fh)

Karte

Landkarte von Polen mit Tarnów

Wetter

Tarnów, Polen

Wetter Polen Luftfeuchte:
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Wirtschaft

Glashütte, Stahlindustrie, Maschinenbau, chem. Industrie

Einwohner

ca. 115.000

Bildung:

Hochschulen: Małopolska Wyższa Szkoła, Ekonomiczna Państwowa Wyższa Szkoła, Zawodowa Wyższa Szkoła Biznesu