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Sejny - Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Etwa 30 km östlich von Suwałki entfernt, unweit der Grenze zu Litauen und Weißrussland, liegt das etwas verschlafene und dennoch sehenswerte Städtchen Sejny in der malerischen Landschaft der Woiwodschaft Podlachien eingebettet. Auf einem Hügel dominiert ein Dominikanerkloster das Stadtbild.

Kloster in Sejny
Kloster in Sejny. Foto: Frank Hilbert

Zum Klosterbau gehört eine Kirche aus der Spätrenaissance, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts im verspielten Rokokostil umgebaut wurde. Von den Gläubigen besonders verehrt wird die in der größten Seitenkapelle der Kirche befindliche, aus Lindenholz geschnitzte Madonnenfigur. An Feiertagen wird der Korpus der Statue geöffnet. Im Inneren befindet sich eine ebenfalls in Holz geschnitzte Kreuzigungsszene. 1975 wurde die Madonnenfigur vom dem damaligen Krakauer Bischof, Karol Wojtyła - dem späteren Paps Johannes Paul II. - gekrönt. Außer der Kirche können Besucher noch die Wirtschaftsgebäude des Klosters besichtigen, die zurzeit auf Hochtouren renoviert werden.

Gegenüber dem Dominikanerkloster, am anderen Ende der Stadt, steht die frühere Synagoge, die "Weiße Synagoge" genant wird. Ihre Größe zeugt von der Bedeutung des Judentums in Sejny. Nachdem die Dominikaner im Jahr 1768 den Juden ihre Einwilligung zum Bau einer Synagoge erteilt hatten, stieg die Zahl der Juden in Sejny kontinuierlich an. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war bereits jeder zweite Stadtbewohner jüdischen Glaubens. Erst eine Emigrationswelle an der Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert ließ die Zahl der Juden in Sejny wieder sinken. Laut einer Volkszählung aus dem Jahr 1931 bewohnten 819 Juden die Stadt und machten damit 24 Prozent aller Stadtbewohner aus.
Während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg sind fast alle Juden aus Sejny in das deutsche Konzentrationslager Majdanek in Lublin verschleppt und dort umgebracht worden. Einige wenige schlossen sich der sowjetischen Armee an. Die meisten Überlebenden verließen nach dem Krieg Polen. Auf diese Weise ist die Geschichte des Judentums in Sejny nach fast 300 Jahren zu Ende gegangen.

Die Inneneinrichtung der "Weiße Synagoge" wurde im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen zerstört. Die Synagoge selbst wurde später zu einer Feuerwache umfunktioniert. Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts hat man das Gebäude sorgfältig restauriert. Seit 1991 wird sie - ebenso wie die benachbarte Jeschiwaschule - von der privaten "Stiftung Grenzland" (Fundacja Pogranicze) genutzt, die sich der Förderung von Kunst, Kultur und Musik im Grenzland und dem "Bau von Brücken zwischen Menschen verschiedener Religion, Volkszugehörigkeit und Kultur" (Auszug aus dem Stiftungsstatut) widmet. Die Stiftungsmitglieder organisieren verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie Bilder- und Fotoausstellungen, Klezmer-Konzerte oder Lesungen mit Zeitzeugen. (fh)

Sehenswürdigkeit

Grenzlandstiftung
ul. Piłsudskiego 37
16-500 Sejny
Tel.: +48 (0) 87 5162189
E-Mail: centrum@pogranicze.sejny.pl
Internet: www.pogranicze.sejny.pl

Karte

Sejny - Grenzlandstiftung, ul. Piłsudskiego 37, 16-500
Sejny - Grenzlandstiftung, ul. Piłsudskiego 37, 16-500 Sejny (Google Maps)