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Die Entscheidung für den Durchbruch bei Tarnow-Gorlice

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Das österreichische Generalstabswerk sieht den 1. April 1915 als "Geburtstag des Gorlice-Entschlusses" an. An diesem Tag deutete der deutsche Militärbevollmächtigte beim österreichisch-ungarischen Armeeoberkommandos (AOK), General Camron, in einer Besprechung mit dem Chef des AOK, General Conrad v. Hötzendorf, diesem gegenüber die deutsche Bereitschaft zu einer Offensive im Osten an. Oskar Tile von Kalm, der Verfasser der vom deutschen Reichsarchiv während der Weimarer Republik herausgegebenen Geschichte der Schlacht von Gorlice, bezeichnet hingegen den 13. April 1915 als das entscheidende Datum.

Museum Schlacht Tarnów-Gorlice
Museum in Gorlice, das sich mit der Schlacht von Tarnów-Gorlice im Jahr 1915 beschäftigt. Foto: Frank Hilbert

An jenem Tage wurde im Großen Hauptquartier in Berlin beschlossen, aus bisher an der Westfront eingesetzten Truppen eine neue Armee für eine Offensive im Raum Gorlice aufzustellen. Die Konzeption  dieser Offensive wird von Tile von Kalm dem Chef der deutschen Obersten Heeresleitung (OHL), General v. Falkenhayn, zugeschrieben. Conrad von Hötzendorf hatte jedoch die Idee eines Vorstoßes in die Flanke der russischen Karpatenfront v. Falkenhayn bereits am 11. Januar 1915 vorgetragen. Hier bewahrheitet sich wieder die alte Weißheit, daß ein Erfolg stets viele Väter hat. Der Wahrheit am nächsten kommt wohl Gina Gräfin Conrad von Hötzendorf, die ihren Gatten mit den Worten zitiert: "Ich habe die Idee gegeben, Falkenhayn hat die Truppen geschickt, aber Cramon hat das Verdienst, daß es zustande gekommen ist".

Die genannte Offensive hatte zum Zweck, die Karpatenfront zu entlasten. Damit diese Entlastung wirksam werden konnte, mußte der Vorstoß möglichst nahe an dieser Front angesetzt werden, damit er die russischen Truppen in den Karpaten in der Flanke gefährdete und so zum Rückzug zwang und damit zur Entlastung der österreich-ungarischen Truppen führte. Als besonders geeignet erwies sich hier der Raum Tarnow-Gorlice, zum einen, weil bei einem Durchbruch an dieser Stelle die rückwärtigen Verbindungen der russischen Karpatenfront abgeschnitten werden konnten, zum anderen, weil gute Eisenbahnverbindungen einen schnellen Aufmarsch der deutschen Truppen ermöglichten und somit das Überraschungsmoment sicherten und schließlich, weil die geographischen Lage alle Vorteile bot. Die Richtung des Vorstoßes wurde im Norden durch die Weichsel und im Süden durch die Beskiden flankiert. Damit waren die vorstoßenden Truppen der Mittelmächte gegen Angriffe in der Flanke geschützt und sie mußten nicht - wie bei einem Vorstoß weiter im Norden - die Weichsel als Hindernis überwinden.

Als Kommandeur der neu aufgestellten deutschen 11. Armee wurde Generaloberst v. Mackensen eingesetzt, dem auch noch eine weitere österreichisch-ungarische Armee unterstellt wurde. Sein Generalstabschef wurde Oberst v. Seeckt, der spätere Chef der Reichswehr der Weimarer Republik. (Alexander Molter)

Sehenswürdigkeit

Museum - Ausstellung von Erinnerungsstücken aus der Schlacht von Gorlice
ul. Wąska 7-9
38-300 Gorlice
Tel.: ś48 (0) 18 3522615
E-Mail: muzeum.pttk.gorlice@interia.pl

Karte

Gorlice - Museum Schlacht Tarnów-Gorlice, ul. Wąska 7-9, 38-300
Gorlice - Museum Schlacht Tarnów-Gorlice, ul. Wąska 7-9, 38-300 Gorlice (Google Maps)
  1. Einleitung Schlacht von Tarnów-Gorlice 1915
  2. Die Kriegslage im Frühjahr 1915
  3. Die Entscheidung für den Durchbruch bei Tarnow-Gorlice
  4. Die Kämpfe bei Gorlice
  5. Artillerievorbereitung
  6. Sturmangriff
  7. Das Schicksal der Stadt Gorlice
  8. Gründe für den Erfolg der Offensive
  9. Militärstrategische Folgen
  10. Politikstrategische Folgen
  1. Der Bericht eines britischen Militärbeobachters (mit Bild des dt. OB Mackensen)
  2. Karte mit dem Verlauf der Ostfront 1915
  3. Kurze Darstellung des Verlaufs der Schlacht von Tarnów-Gorlice mit Fotos

Anmerkungen

Literatur:
  • Rauchensteiner, Manfred: Der Tod des Doppeladlers. Österreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg, Wien 1993
  • Stone, Norman: Gorlice-Tarnow, in: Enzyklopädie Erster Weltkrieg hrsg. von Gerhard Hirschfeld u.a., Paderborn u.a., 2003
  • Ders.: The Eastern Front 1914-1917, London u.a. 1975
  • Tile von Kalm, Oskar: Schlachten des Weltkrieges Bd. 30: Gorlice, Reichsarchiv (Hrsg.), Oldenburg i.O. 1930
  • Urbanski von Ostrymiecz, August: Conrad von Hötzendorf, Graz, Leipzig, Wien 1938.
  • Die Übersetzungen aus Churchill: The Unkown War und Hedin: Kriget mot Ryssland wurden vom Autor angefertigt.