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Ausgegeben am
Donnerstag, dem 02.09.2010, um 19:40 Uhr.

Der Sage nach soll Kinga, die ungarische Königstochter und spätere Ehefrau von Boleslaus dem Schamhaften, dem Herzog von Krakau und Sandomierz, einen Ring in eine Salzgrube in Siebenbürgen geworfen haben, den sie von ihrem Vater als Mitgift bekommen hatte. Kurz nach ihrer Ankunft in Polen entdeckte man 1251 in Bochnia und Wieliczka bei Krakau große Salzlagerstätten. Mit der ersten Salzförderung förderte man auch Kingas Ring zu Tage. An der Kapelle der hl. Kunigunde, die 1927 eingeweiht wurde, haben mehrere Generationen von Bergleuten über 70 Jahre lang gearbeitet. Sie ist ganz aus Steinsalz gehauen: Der Altar, die Reliefs an den Seitenwänden und der glänzende Fußboden. Von der hohen Decke hängen schwere Lüster - natürlich auch aus glitzernden Salzkristallen geschnitzt.
Die ältesten der unterirdischen Kapellen aus Salz stammen noch aus dem Mittelalter. Die Bergleute hatten sie in die Salzstollen gehauen, damit sie zum Beten nicht aus den Schächten an die Erdoberfläche fahren mussten. Die Besucher erfahren während der Führung Interessantes über die Geschichte der Salzmine, die Entwicklung der Bergbautechnik, den Transport des Salzes und des Abraums sowie über die Belüftungssysteme und die Entwässerung der Schächte.
Das Bergwerk in Wieliczka gleicht einer unterirdischen Stadt. Zu ihr gehören ein Restaurant genauso wie ein Souveniershop und Internetzugänge. In der Kapelle der Heiligen Kunigunde finden Konzerte und Theateraufführungen statt. Firmen und Privatpersonen können die Kapelle für Konferenzen oder Festveranstaltungen mieten. (bw)
