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Riesengebirge - Wintersport und Winterurlaub

Das Riesengebirge bietet für Wintersportler optimale Bedingungen. Es gibt in den Hochlagen Schnee zwischen November und April und eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur (Skilifte und Skipisten im Riesengebirge). Das bedeutendste Wintersportzentrum ist Schreiberhau (Szklarska Poręba), gefolgt von Krummhübel (Karpacz).

Skifahrer beim Abfahrtsski
Fotos: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Die Anfänge des Wintersports im Riesengebirge reichen bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. 1815 wurde eine sieben Kilometer lange Schlittenbahn oberhalb von Schmiedeberg (Kowary) eröffnet. Der Höhenunterschied der Bahn betrug 600 m. Hinauf wurden die Schlitten mit Pferden gezogen. Den Berg hinab ging es mit Hörnerschlitten. Die Fahrer der Schlitten saßen vorne zwischen den hochgezogenen Kufen und lenkten mit den Füßen.

Seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts dienten Hörnerschlitten im Riesengebirge als Lastenschlitten. Mit ihnen transportierte die Bergbewohner Holz und Heu. Die erste Rodelbahn bei Schmiedeberg war ein kommerzieller Erfolg und fand schnell zahlreiche Nachahmer. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Schlittenbahnen zwischen Kynast und Hermsdorf, der Prinz-Heinrich-Baude und Krummhübel, der Grenzwiese und Schreiberhau, der Peterbaude und Spindlermühle bzw. Agnetendorf und bei der Spindlerbaude. In der Wintersaison 1899/1900 waren im Riesengebirge 3.930 Schlitten in Betrieb. Von Breslau aus fuhr der "Hörnerschlitten-Express" und brachte Tagesausflüger ins Riesengebirge.

Schlesierhaus und Schneekoppe im Winter
Schlesierhaus und Schneekoppe im Winter.

Das Skifahren setzte sich im Riesengebirge erst spät durch. 1883 unternahm Hauptmann a. D. Oskar Vorweg aus Bad Warmbrunn, der das Skifahren in Norwegen kennen gelernt hatte, die erste Skifahrt auf die Schneekoppe. Einige Jahre später veröffentlichte er ein Handbuch des Schneeschuhlaufens, wie das Skifahren zuerst im Riesengebirge bezeichnet wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich auch die entsprechende Infrastruktur. Auf den Grenzwiesen entstand 1905 die erste Skischanze (aus Holz) und 1914 und 1931 wurden zwei weitere in Krummhübel und Schreiberhau errichtet.

Einen Einblick in die Wintersportwelt der damaligen Zeit gibt das Buch "Arnsdorf im Riesengebirge" (1912 herausgegeben vom Orts- und Verkehrsverein): "Arnsdorf eignet sich vorzüglich zur Ausübung des Wintersports. Schlittenführer, Schlitten und Schneeschuhe sind zur Stelle. Freunde einer ausgedehnteren Hörner- und Sportschlittenfahrt benutzen gern die neue Wintersportbahn Prinz-Heinrich-Baude - Brotbaude - Arnsdorf, wobei die vielseitigsten Landschaftsbilder zu Augenschein kommen. Auskunft über Preise, Fahrzeit und Eisenbahnverbindung erteilen die auf dem Bahnhof und in den Wirtschaften aushängenden Tarife, sowie die Auskunftsstellen des O. und V. V. Nicht minder bietet die Lage von Arnsdorf und seine hügelige Umgebung die vielseitigte und dankbarste Gelegenheit für den Schisport."

Die Infrastruktur für den Leistungssport ist heute fast vollständig verschwunden. Sessellifte und Pisten für den Abfahrtsski und Loipen gibt es jedoch immer noch in großer Zahl. In Krummhübel (Karpacz) ist Skisport bis in eine Höhe von 1.350 m möglich. Es gibt 16 Schlepplifte und einen Sessellift. In Schreiberhau (Szklarska Poręba) stehen 20 km Skipisten und 50 km Loipen zur Verfügung. Wer sich für die Entwicklung des Wintersports interessiert, findet im Museum für Sport und Touristik in Krummhübel viele Informationen. (fh)

Sehenswürdigkeit

Museum für Sport und Touristik
ul. Kopernika 2
58 - 540 Karpacz
Tel.: +48 (0) 75 7619652
Fax: +48 (0) 75 7619652
E-Mail: muzeumsportu@dolnyslask.pl
Internet: www.muzeumsportu.dolnyslask.pl

Öffnungszeiten:
Di - So 09.00 - 17.00 Uhr
Mo geschlossen