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Ausgegeben am Sonntag, dem 05.02.2012, um 5.17 Uhr.

Wandern
Im 19. Jahrhundert gewann der Tourismus als Einkommensquelle für die einheimische Bevölkerung eine immer größere Bedeutung. Mit der Bahn kamen Touristen – oft nur einen oder zwei Tage – aus dem nahe gelegenen Breslau oder aus Berlin ins Riesengebirge, um zu wandern. Die Besucher wanderten zum Kochelfall, zum Zackelfall oder nahmen an Führungen durch die Josephinenhütte und das Vitriolwerk teil.
Schreiberhau ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die höheren Lagen des Riesengebirges. Am bequemsten gelangen Sie mit dem Doppelsessellift Szrenica zur Reifträger-Baude (Schronisko "Na Szrenicy") auf dem 1.326 m hohen Gipfel Reifträger (Szrenica). Je nach Kondition können Sie von hier aus zu den Schneegruben laufen oder über die Grenze nach Tschechien zur Elbquelle. Als "Schneegruben" bezeichnet man einen Gletscherkessel, dessen Granitwände Schwindel erregende 200 m tief sind. Der Kessel bildet ein 150 ha großes Naturschutzgebiet, in dessen Mitte sich zwei Schneeteiche befinden. Einen phantastischen Ausblick in den Schneekessel haben Sie von der Rübezahlkanzel aus, einem Fels neben der "Schneegruben-Baude". Die Baude ist leider nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie dient heute als Fernsehturm.
Natürlich können Sie auch auf den Sessellift verzichten und von Schreiberhau zu Fuß den Gipfel Reifträger erklimmen - vorbei an zahlreichen Aussichtspunkten.
Wintersport
Schreiberhau ist im polnischen Teil des Riesengebirges das bedeutendste Zentrum des Wintersports Um die Reifträger-Baude herum entwickelte die Tourismusindustrie das Skigebiet "Ski Arena Szrenica" mit hervorragenden Bedingungen für den Wintersport. Dazu gehören mehrere Skilifte und 20 km Skipisten.
Gerhart Hauptmann
Die Schönheit der Natur zog viele Bildhauer, Dichter, Maler und Schriftsteller an. Zu ihnen gehörte Gerhart Hauptmann. Zwischen 1890 und 1902 lebte der Schriftsteller und Dramatiker abwechselnd in Berlin und Schreiberhau. Hauptmann war fasziniert von der Schönheit der Natur um Schreiberhau herum: "Eines Tages, während einer Bergwanderung, erblickte ich aus der Höhe jenes Tal und dachte mir, dass es gut wäre, hier ein Haus zu bauen. Von dieser Idee begeistert und geblendet ging ich durch die Wälder, lief auf dem Steg zwischen den Wiesen hinunter und innerhalb von einigen Stunden erledigte ich den Kauf des Dorfhauses mit zugehörigem Grund, Wiese, Hain und kleinen Quellen." Hauptmann, der 1912 den Nobelpreis für Literatur erhielt, schrieb hier einen großen Teil des Dramas "Die Weber", in dem er sich sozialkritisch mit dem industriellen Schlesien auseinandersetzte. Sehr anschaulich beschrieb er die katastrophalen Lebensbedingungen, unter denen die schlesischen Leinenweber zur Zeit der Weberaufstände (1844) gelebt hatten. Heute ist im Gerhart-Hauptmann-Haus (Dom Hauptmana) in der ul. Listopadia 23 ein Museum untergebracht, das über das Leben des Dramatikers mit zahlreichen Fotos und Manuskripten informiert. (Frank Hilbert)
Lage, Orts- und Stadtteile von Schreiberhau
Die Stadt erstreckt sich an den Hängen von drei Bergen:
Ortsteile:
Stadtviertel:
