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Riesengebirge - Szklarska Poręba (Schreiberhau)

Das bei Touristen beliebte Szklarska Poręba (Schreiberhau) liegt malerisch im Flusstal des Zackens (Kamienna), nur 18 Kilometer südwestlich von Hirschberg (Jelenia Góra). 1366 erstmals erwähnt, galt der Ort mit seinen Teilen Ober-, Mittel- und Niderschreiberhau als flächenmäßig größtes Dorf in Preußen. Schreiberhau liegt in einer Höhe zwischen 440 und 886 m.

Das Zentrum von Schreiberhau (Szklarska Poręba)
Das Zentrum von Schreiberhau (Szklarska Poręba). Im Hintergrund erhebt sich das Riesengebirge. Als kleine Erhebung zeichnet sich eine Sendestation des polnischen Fernsehens ab, die oberhalb der Schneegruben steht. Fotos: Frank Hilbert

Untrennbar mit der Geschichte des Ortes verbunden ist die Herstellung von Glas. Bereits im 14. Jahrhundert entstand die erste Glashütte am Kochelbach. Für die Herstellung von Glas gab es hier die besten Voraussetzungen - Quarz und Holz in Hülle und Fülle. Für die Herstellung von Glas waren sehr hohe Temperaturen notwendig, die nur bei der Verbrennung von Holzkohle entstanden. Köhler verarbeiteten das Holz zu Holzkohle. So wurden auch um Schreiberhau herum die Wälder abgeholzt.
Als die Holzvorräte im unteren Teil des Ortes erschöpft waren, zogen die Glashütten in die höher gelegenen Regionen. Im 19. Jahrhundert wurde die Josephinenhütte (erbaut 1842) für ihre Glaserzeugnisse weit über die Grenzen Schlesiens hinaus bekannt. An die Existenz der Glashütte, die nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945 geschlossen wurde, erinnert heute der Name eines Stadtviertels von Schreiberhau: Josephinenhütte (Huta).
Ein weiterer bedeutender Industriebetrieb in Schreiberhau war das Vitriolwerk, in dem Schwefelsäure aus Pyrit hergestellt wurde. Die Fabrik stand in Niederschreiberhau.

Wandern

Im 19. Jahrhundert gewann der Tourismus als Einkommensquelle für die einheimische Bevölkerung eine immer größere Bedeutung. Mit der Bahn kamen Touristen – oft nur einen oder zwei Tage – aus dem nahe gelegenen Breslau oder aus Berlin ins Riesengebirge, um zu wandern. Die Besucher wanderten zum Kochelfall, zum Zackelfall oder nahmen an Führungen durch die Josephinenhütte und das Vitriolwerk teil.
Schreiberhau ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die höheren Lagen des Riesengebirges. Am bequemsten gelangen Sie mit dem Doppelsessellift Szrenica zur Reifträger-Baude (Schronisko "Na Szrenicy") auf dem 1.326 m hohen Gipfel Reifträger (Szrenica). Je nach Kondition können Sie von hier aus zu den Schneegruben laufen oder über die Grenze nach Tschechien zur Elbquelle. Als "Schneegruben" bezeichnet man einen Gletscherkessel, dessen Granitwände Schwindel erregende 200 m tief sind. Der Kessel bildet ein 150 ha großes Naturschutzgebiet, in dessen Mitte sich zwei Schneeteiche befinden. Einen phantastischen Ausblick in den Schneekessel haben Sie von der Rübezahlkanzel aus, einem Fels neben der "Schneegruben-Baude". Die Baude ist leider nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie dient heute als Fernsehturm.
Natürlich können Sie auch auf den Sessellift verzichten und von Schreiberhau zu Fuß den Gipfel Reifträger erklimmen - vorbei an zahlreichen Aussichtspunkten.

Wintersport

Schreiberhau ist im polnischen Teil des Riesengebirges das bedeutendste Zentrum des Wintersports. Um die Reifträger-Baude herum entwickelte die Tourismusindustrie das Skigebiet "Ski Arena Szrenica" mit hervorragenden Bedingungen für den Wintersport. Dazu gehören mehrere Skilifte und 20 km Skipisten.

Sessellift in Schreiberhau (Szklarska Poręba)
Sessellift in Schreiberhau (Szklarska Poręba).

Gerhart Hauptmann

Die Schönheit der Natur zog viele Bildhauer, Dichter, Maler und Schriftsteller an. Zu ihnen gehörte Gerhart Hauptmann. Zwischen 1890 und 1902 lebte der Schriftsteller und Dramatiker abwechselnd in Berlin und Schreiberhau. Hauptmann war fasziniert von der Schönheit der Natur um Schreiberhau herum: "Eines Tages, während einer Bergwanderung, erblickte ich aus der Höhe jenes Tal und dachte mir, dass es gut wäre, hier ein Haus zu bauen. Von dieser Idee begeistert und geblendet ging ich durch die Wälder, lief auf dem Steg zwischen den Wiesen hinunter und innerhalb von einigen Stunden erledigte ich den Kauf des Dorfhauses mit zugehörigem Grund, Wiese, Hain und kleinen Quellen." Hauptmann, der 1912 den Nobelpreis für Literatur erhielt, schrieb hier einen großen Teil des Dramas "Die Weber", in dem er sich sozialkritisch mit dem industriellen Schlesien auseinandersetzte. Sehr anschaulich beschrieb er die katastrophalen Lebensbedingungen, unter denen die schlesischen Leinenweber zur Zeit der Weberaufstände (1844) gelebt hatten. Heute ist im Gerhart-Hauptmann-Haus (Dom Hauptmana) in der ul. Listopadia 23 ein Museum untergebracht, das über das Leben des Dramatikers mit zahlreichen Fotos und Manuskripten informiert. (fh)

Lage, Orts- und Stadtteile von Schreiberhau

Die Stadt erstreckt sich an den Hängen von drei Bergen:

  1. Reifträger (Szrenica)
  2. Hochstein (Wysoki Kamien)
  3. Schwarzer Berg (Czarna Góra)

Ortsteile:

  1. Oberschreiberhau
  2. Mittelschreiberhau
  3. Unterschreiberhau

Stadtviertel:

  1. Wießbachtal (Biała Dolina)
  2. Josephinenhütte (Huta)
  3. Mariental (Marysin)
  4. Kochelhäuser (Szklarska)
  5. Siebenhäuser (Siedmiogród)
  6. Jakobstal (Jakuszyce)
  7. Karlstal (Orle)

Karte

Landkarte von Polen mit Schreiberhau (Szklarska Poręba)

Wetter

Szklarska Poręba, Polen

Wetter Polen Luftfeuchte:
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Wirtschaft

Tourismus

Einwohner

7.200 (2005)

Bildung:

nächste Universität in Breslau

Touristeninformation

Informacja Turystyczna
Jedności Narodowej 1a
58-580 Szklarska Poręba
Tel.: +48 (0) 75 7547708
E-Mail: it@szklarskaporeba.pl

Karte

Schreiberhau (Szklarska Poręba), Jedności Narodowej 1a, 58-580
Schreiberhau (Szklarska Poręba), Jedności Narodowej 1a, 58-580 Szklarska Poręba (Google Maps)
  1. www.szklarskaporeba.pl