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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 18.46 Uhr.

Stollen in der ehemaligen Zeche R 5.Der Dreißigjährige Krieg beendete die Blütezeit des Bergbaus. Zwar blieb der schlesische Teil des Riesengebirges weitgehend von Kampfhandlungen verschont. Truppen wurden aber im Gebiet um Schmiedeberg stationiert, die sich bei den Bauern versorgten und plünderten. 1622 kamen zum Beispiel die Lisowski-Kosaken nach Schmiedeberg und Hirschberg und nutzten die Gegend als Aufmarschgebiet, um in das benachbarte Glatzer Land einzumarschieren. Sie kämpften für König Ferdinand II. (1578 - 1637). Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Bergwerk überschwemmt und der Bergbau eingestellt. Von den Folgen des Krieges erholte sich die Stadt nicht mehr. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es noch einmal Versuche, den Bergbau wiederzubeleben. Die Versuche blieben ohne nennenswerte Erfolge. Dafür entwickelte sich in Schmiedeberg das Weberhandwerk. Im 19. Jahrhundert kam als Wirtschaftsfaktor der Tourismus hinzu. 1815 entstand zwischen dem "Weinhaus an der Grenzbaude" und dem Gasthof "Zum Goldenen Stern" in Schmiedeberg die erste Schlittenbahn. Die sieben Kilometer lange Bahn überwand einen Höhenunterschied von 600 m. Bergab ging auf so genannten Hörnerschlitten. Die Abfahrt dauerte 20 Minuten.
Der Bergbau erlebte noch einmal einen größeren Aufschwung vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Deutschen bauten in den Stollen um Schmiedeberg Magnetit ab, das sich durch einen Eisengehalt von 72 % auszeichnet. Nach dem Krieg ließen die Sowjets in der Zeche R 5, die oberhalb von Schmiedeberg liegt, Uranerz abbauen. Insgesamt sollen es 600 Tonnen gewesen sein. Das Uran war für den Bau von Atombomben bestimmt. Die Stollen befinden sich heute in Privatbesitz und können besichtigt werden.
Rathaus.
Obwohl Schmiedeberg seine wirtschaftliche Blütezeit in 15. und 16. Jahrhundert erlebte, erhielt die Stadt erst im 18. Jahrhundert ein Rathaus. Erbaut wurde es zwischen 1786 und 1789 von Carl Gotthard Landhans, einem Baumeister aus Landeshut. An der Stelle des Rathauses stand zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert das Schulzenamt, dessen Keller erhalten geblieben ist. Das Rathaus steht in der ul. 1 Maja. Die Hauptstraße diente in früheren Zeiten gleichzeitig als Marktplatz. An ihrem unteren Ende steht die Pfarrkirche der Heiligen Jungfrau Maria. Den Hauptaltar der Kirche fertigte der Bildhauer Antoni Dorsail 1749 an. Die Anfänge des Kirchengebäudes reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit sind Wandgemälde erhalten (um 1500). Teile der Innenausstattung der Kirche sind Barock. Barock ist auch das Pfarrhaus neben der Kirche und die Kapelle der Heiligen Anna. Die Kapelle steht auf dem Kapellenhügel oberhalb der Stadt und wurde 1727 erbaut. (Frank Hilbert)
