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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 18.29 Uhr.

In der Zwischenzeit hat die Burg mehrmals ihren Besitzer gewechselt. 1364 gab Bolko II. die Burg Thimo von Colitz als Pfand und löst sie später wieder ein. Aber nicht von Thimo von Colitz, sondern von Karl IV, König von Böhmen, der die Rechte an der Burg für 2.500 Prager Groschen erworben hatte. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) bezichtigt Kaiser Ferdinand II. von Habsburg den damaligen Burgherren Hans Ulrich von Schaffgotsch des Verrats, lässt ihn hinrichten und zieht die Güter des Delinquenten ein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhält die Familie von Schaffgotsch die Besitztümer zurück. Oberhaupt der Familie ist zu diesem Zeitpunkt Hans Ulrich Christoph von Schaffgotsch, der Sohn des Hingerichteten.
Eine tragische Wende nimmt die Geschichte der Burg Kynast am 31. August 1675. Ein Sturm fegt über das Riesengebirge hinweg und lässt einen Blitz in die Festung einschlagen. Kynast geht in Flammen auf und brennt ab. An einen Wiederaufbau denkt die Familie von Schaffgotsch nicht. Sie hat ihren Familiensitz nach Bad Warmbrunn verlegt. Die Burg verfällt und wird im 18. und 19. Jahrhundert, wie bereits erwähnt, zu einem beliebten Ausflugsziel. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Andrang der Ausflügler so groß, dass sich der Betrieb einer Gaststätte wirtschaftlich lohnt. Auch eine Station für Bergführer wird auf Kynast eröffnet. Bis heute gibt es hier eine Gaststätte. In den 1960er Jahren eröffnete der Polnische Verband für Touristik und Landeskunde (PTTK) eine Herberge. Trotz aller Veränderungen in der 700jährigen Geschichte der Burg Kynast ist der einmalige Ausblick auf den Kamm des Riesengebirges, die Schneekoppe und über das Hirschberger Tal geblieben, den Touristen vom Burgturm aus genießen können. Die Natur um den Berg Chojnik herum ist geschützt. Sie ist Teil des Nationalparks Riesengebirge. (fh)