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Riesengebirge - Arnsdorf (Miłków)

Vermutlich wurde Arnsdorf Ende des 13. Jahrhunderts von Siedlern aus Thüringen und Mittelfranken gegründet. Vielleicht gab es hier auch schon vorher slawische Siedler. Seinen Namen erhielt Arnsdorf vom Vogt, der den Ort verwaltete: Arnoldi Villa = das Dorf des Arnoldi. Später wurde Arnsdorf zu einem Zentrum der Kräutersammler. An sie erinnern Epitaphsteine (Grabsteine) aus dem 18. Jahrhundert, die an einer Mauer der St.-Hedwig-Kirche lehnen.

Obstbäume und Gänseblümchenwiese in Arnsdorf (Miłków) im RiesengebirgePolen Fotos
Fotos: Frank Hilbert

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich im Riesengebirge der Tourismus zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Viele Einwohner lebten von den Einnahmen, die sie durch den Tourismus erzielten. Sie arbeiteten als Bergführer oder als Sänftenträger. Ihre Zahl wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts so groß, dass 1822 in Krummhübel (Karpacz) und Arnsdorf (Milków) Bergführerausweise eingeführt wurden. Die Entlohnung der Bergführer und Sänftenträger wurde in den Landratsverordnungen festgelegt.

Der Tourismus erlebte einen weiteren Aufschwung, nachdem der Ort 1891 an das Eisenbahnnetz angeschlossen worden war. Beliebt war Arnsdorf bei den Sommerfrischlern und Wintertouristen vor allem wegen seiner landschaftlichen Reize.

In dem Buch "Sommerfrische Arnsdorf", 1812 herausgegeben vom Orts- und Verkehrsverein, werden sie besonders ausführlich und detailliert beschrieben: "Seine wachsende Bedeutung verdankt der Ort nicht einer künstlichen Reklame, sondern lediglich seinen natürlichen Vorzüge, vor allem seiner freundlichen Lage am Ausgange der romantischen Lomnitztäler. Während der untere Teil des Dorfes freiliegt, verbirgt sich der obere, der sogenannte 'Dittrich', zwischen bewaldeten Höhen. Wälder drängen sich von drei Seiten heran, zudem schmiegt sich ein Netz guter Wege um den Ort. Vom Kaiser-Friedrich-Denkmal bietet sich ein imposanter Blick auf das Hochgebirge. So ist Arnsdorf eine Sommerfrische geworden, vornehmlich für solche, die an den Reizen der Vorberge und deren stillen Wäldern genug Gefallen finden. Da jedoch Arnsdorf vor der Mitte des östlichen Vorgebirges liegt, so ist es möglich, von hier aus auch die größeren Partien nach dem Hochgebirge in je einem Tage auszuführen."

Sühnekreuze in Arnsdorf (Miłków)
Sühnekreuze in Arnsdorf (Miłków).

Eine der Hauptattraktionen in Arnsdorf (Miłków) sind drei Sühnekreuze (14. bis 16. Jahrhundert) an der St.-Hedwig-Kirche. Mörder hatten sie an der Stelle ihrer Untaten aufgestellt. Später hat man sie in die Friedhofsmauer an der St.-Hedwig-Kirche eingemauert.

Wenige hundert Meter von hier entfernt stehen die Reste der evangelischen Kirche. Die Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert, die 1863 einen Turm erhielt, wurde 1945 verwüstet. Erhalten geblieben sind lediglich die Außenmauern und der Kirchturm. Trotz der Zerstörungen kann man in der Architektur Elemente erkennen, die typisch für evangelische Kirchen Niederschlesiens in der friderizianischen Zeit (ausgehendes 18. Jahrhundert) sind. Hinter den Kirchenruinen stehen und liegen nebeneinander Grabsteine aus Granit. Auf ihnen sind deutsche Name eingemeißelt: Christiane Langner, Agnes Krahn und der Name des Sattlers Alfred Heisig. Unter den den polnischen Gräber fällt die Inschrift auf dem Grabstein von Alexander Stępien auf, der während des Zweiten Weltkrieges im 2. Korps von General Anders gekämpft hat. Das 2. Korps war der 8. britsichen Armee als unabhängiger Teil unterstellt und nahm unter anderem an der verlustreichen Schlacht um Monte Casino teil.

Fährt man - von Krummhübel kommend - durch Arnsdorf, fällt auf der linken Seite ein Schloss auf, das einmal der Familie von Matuschk gehört hatte. Heute befindet sich in dem neubarocken Palais, dass von einem Park umgeben ist, ein Hotel und ein Restaurant. Vor dem Krieg konnte Arnsdorf sich noch rühmen, das erste Kaiser-Friedrich-Denkmal im Deutschen Reich besessen zu haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß Arnsdorf bis 1946 Hlondów. 1946 wurde der Ort unterhalb von Krummhübel in Miłków umbenannt. (fh)

Karte

Landkarte von Polen mit Arnsdorf (Miłków)

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Karpacz, Polen

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(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

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Kolejowa 3
58-540 Karpacz
Tel.: +48 (0) 75 7619716
E-Mail: it@karpacz.eu

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Krummhübel (Karpacz), Kolejowa 3, 58-540
Krummhübel (Karpacz), Kolejowa 3, 58-540 Karpacz (Google Maps)