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Ausgegeben am
Freitag, dem 03.09.2010, um 02:01 Uhr.

Wiege der polnischen Geschichte
Keine andere Stadt ist mit der polnischen Nationalität enger verbunden als Posen. Bereits im 9. Jahrhundert erbaute der slawische Volksstamm der Polanen auf einer Insel der Warthe eine Burg. Im Jahr 968, also nur zwei Jahre nach Polens Annahme des Christentums, wählte der Polenfürst Mieszko I. den Ort zum Sitz seines ersten Bischofs. Die Taufe Polens ebnete dem Land den Weg in den abendländischen Kulturkreis. Die neu entstandene Siedlung erhielt den Namen „Ostrów Tumski“ (Dominsel) und wurde neben Gnesen (Gniezno) zum zweiten wichtigen Zentrum des polnischen Herzogtums. Im selben Jahr wurde auf der Insel die erste Kirche gebaut. Später entstand hier ein Dom (Basilika St. Peter und Paul), in dessen Goldenen Kapelle sowohl Mieszko I. wie auch sein Sohn Boleslaw Chrobry („der Tapfere“), der 1025 zum ersten polnischen König gekrönt wurde, ihre letzte Ruhestätte fanden.
Zu einem der schönsten Plätze in Europa wird der Posener Marktplatz mit dem Renaissancerathaus gezählt. im Rathausgebäude ist das Historische Museum der Stadt untergebracht. Eine Besonderheit ihrer Art sind zwei Blechböcke, die jeden Tag um zwölf Uhr mittags auf dem Uhrturm erscheinen und zwölfmal mit den Hörnern aufeinander prallen. Sehenswert sind noch das nah am Alten Markt gelegene einstige Königsschloss (heute Museum für Kunstgewerbe) und die 1773 erbaute Pfarrkirche („Kościół Farny św. Marii Magdaleny“), die zu den schönsten Beispielen für Barockarchitektur in der Stadt gehört.
Wirtschaftszentrum und Messestadt
Nicht nur die alte zurückreichende Geschichte, die zahlreichen zentral gelegenen Sehenswürdigkeiten und die vielen Möglichkeiten, tagsüber wie auch abends auszugehen, machen einen längeren Besuch in Poznań lohnenswert. Poznań ist ein großes, dynamisches Handelszentrum, das von seiner exzellenten Lage auf der Strecke Paris-Moskau seit Jahrzehnten profitiert. Nach Warschau verzeichnet Poznań den rasantesten wirtschaftlichen Aufschwung im Land. Viele weltweit operierende Konzerne und Firmen aus den westeuropäischen Ländern haben sich mittlerweile mit Zweigstellen oder Fabriken hier niedergelassen. Pro Jahr veranstaltet die Firma Internationale Posener Messen (MTP - Międzynarodowe Targi Poznańskie) ca. 40 nationale und internationale Messen und Ausstellungen für die verschiedensten Wirtschaftsbranchen. Hier werden auch die wichtigsten Geschäftskontakte geknüpft. (bw)
