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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 18.40 Uhr.


Ermland und Masuren - Wormditt (Orneta)


Marktplatz von Orneta (Wormditt)
Marktplatz von Wormditt (Orneta) im Ermland. Foto: Woyno Wormditt (Orneta) geht auf eine alte prußische (pogesanische) Burg und Siedlung namens "Wurmedythin" zurück. Der Name bedeutete in der Sprache der Prußen "das Feld". 1251 wurde der Ort vom Deutschen Ritterorden erobert, der ihn alsbald den ermländischen Bischöfen schenkte. Wie im übrigen Ermland blieben auch hier die prußischen Einwohner vor der Missionierung des Ordens mit dem Schwert nicht verschont. Nach der Ausrottung der Prußen warb man schlesische Bauern an, sich in der entvölkerten Region niederzulassen. Wormditt (Orneta) war neben Guttstadt (Dobre Miasto) und Heilsberg (Lidzbark Warmiński) die Stadt mit den meisten schlesischen Kolonisten im Ermland. (Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurde hier die sog. "Breslauische Mundart" gesprochen.)


Orneta wurde 1308 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt 1312 die Handfeste und war bis zur Fertigstellung der Burg Heilsberg Mitte des 14. Jahrhunderts bischöfliche Residenzstadt. Während des Dreizehnjährigen Krieges (1456 bis 1466) kämpfte Orneta auf Seiten des mit Polen verbündeten Preußischen Bundes gegen den Deutschen Orden und hielt im Jahr 1459 die Belagerung durch den Orden stand. Seit der Unterzeichnung des Thorner Friedens (1466) gehörte Orneta als Teil Polnisch-Preußens zu Polen.

Im Jahr 1627 - im Zuge der polnisch-schwedischen Kriege - besetzten schwedische Truppen vorübergehend die Stadt. Eine erneute schwedische Besatzung in den Jahren 1707-1709 brachte der Dritte Nordische Krieg (1700-1721). Nach der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 wurde Orneta zusammen mit dem übrigen Ermland von Preußen annektiert.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als es an die Eisenbahnlinie nach Allenstein, Heilsberg und Königsberg angeschlossen wurde.

Einem glücklichen Umstand hat die Stadt zu verdanken, dass ihre Originalbebauung die verheerenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs fast unbeschadet überdauert hat: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wälzte sich die Front nur wenige Kilometer an Orneta vorbei. (Der benachbarte Ort Mehlsack - poln. Pieniężno - hatte weniger Glück, geriet unter einen heftigen Beschuss der sowjetsichen Armee und wurde dem Erdboden gleich macht.)

Zu den bedeutendsten und wertvollsten Sehenswürdigkeiten Ornetas gehören die aus dem 14. Jahrhundert stammende Johanniskirche, eine dreischilfige gotische Basilika (nach dem Frauenburger Dom die älteste Kirche Ermlands), der malerische, von zahlreichen Laubenhäusern umgebene Marktplatz mit dem gotischen Rathaus sowie die Fundamente und Kellergwölbe der Bischofsburg aus dem 14. Jahrhundert, die sich heute unter dem Gebäude einer Schule befinden.

Im städtischen Park befindet sich die Skulptur eines Drachens, des Basilisk (poln. Bazyliszek), der sich in seinen eigenen Schwanz beißt. Der Drache ist auch auf dem Stadtwappen abgebildet. Einer Sage nach soll einmal in Orneta ein böser und gefräßiger Drache gelebt haben, dem zahlreiche Tiere und Menschen zum Opfer fielen, bis es einem tapferen Ritter schließlich gelang, den Drachen zu töten und die Stadt zu retten. (bw)

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Landkarte:

Landkarte Orneta (Wormditt)


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