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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 18.40 Uhr.

Im Jahr 1627 - im Zuge der polnisch-schwedischen Kriege - besetzten schwedische Truppen vorübergehend die Stadt. Eine erneute schwedische Besatzung in den Jahren 1707-1709 brachte der Dritte Nordische Krieg (1700-1721). Nach der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 wurde Orneta zusammen mit dem übrigen Ermland von Preußen annektiert.
Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als es an die Eisenbahnlinie nach Allenstein, Heilsberg und Königsberg angeschlossen wurde.
Einem glücklichen Umstand hat die Stadt zu verdanken, dass ihre Originalbebauung die verheerenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs fast unbeschadet überdauert hat: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wälzte sich die Front nur wenige Kilometer an Orneta vorbei. (Der benachbarte Ort Mehlsack - poln. Pieniężno - hatte weniger Glück, geriet unter einen heftigen Beschuss der sowjetsichen Armee und wurde dem Erdboden gleich macht.)
Zu den bedeutendsten und wertvollsten Sehenswürdigkeiten Ornetas gehören die aus dem 14. Jahrhundert stammende Johanniskirche, eine dreischilfige gotische Basilika (nach dem Frauenburger Dom die älteste Kirche Ermlands), der malerische, von zahlreichen Laubenhäusern umgebene Marktplatz mit dem gotischen Rathaus sowie die Fundamente und Kellergwölbe der Bischofsburg aus dem 14. Jahrhundert, die sich heute unter dem Gebäude einer Schule befinden.
Im städtischen Park befindet sich die Skulptur eines Drachens, des Basilisk (poln. Bazyliszek), der sich in seinen eigenen Schwanz beißt. Der Drache ist auch auf dem Stadtwappen abgebildet. Einer Sage nach soll einmal in Orneta ein böser und gefräßiger Drache gelebt haben, dem zahlreiche Tiere und Menschen zum Opfer fielen, bis es einem tapferen Ritter schließlich gelang, den Drachen zu töten und die Stadt zu retten. (bw)
