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Ausgegeben am
Freitag, dem 03.09.2010, um 16:14 Uhr.

Plötzlich reißt mich ein unsanfter Seitenhieb aus meinen süßen Träumen. „Ej, Opa Hilbert, wir dösen hier schon seit zwei Stunden. Eigentlich wollten wir hier doch noch etwas sehen“, vernehme ich wie durch eine Schallmauer hindurch die Stimme meiner besseren Hälfte. Wie in Zeitlupe stehe ich auf, strecke meine Glieder und trotte meiner Frau hinterher. Mein privater Feldwebel hat natürlich wieder mal alles durchgeplant, organisiert und einen strategischen Besichtigungsplan entworfen. Zunächst ist das Malachowski-Palais mit einem kleinen Museum dran, das dem Schriftsteller Bolesław Prus gewidmet ist. Hier höre ich mir geduldig einen Vortrag meiner Frau (Widerstand ist zwecklos!) über das Leben und Schaffen des berühmten Positivisten, über seine Kuraufenthalte in Nałęczów, sein uneheliches Kind, das er hier gezeugt und den Fotoapparat, den er hier 1898 für 22 Rubel (Dieser Teil Polens befand sich zu der Zeit unter russischer Besatzung.) erworben habe, einschließlich Zubehör. Eine bunte Mischung von Informationen, von denen mir ein wenig schwindelig wird. Nun, mein Feldwebel lässt mir aber nicht viel Zeit zur Erholung.
Schon folgt die nächste Attraktion: Die etwas abseits gelegene Villa im Zakopane-Stil, in der ein weiterer berühmter polnischer Schriftsteller, Stefan żeromski seine Werke schrieb. Im Jahr 1923, drei Jahre nach dem frühen Tod seines Sohnes (der übrigens in einem kleinen Mausoleum im Garten der Villa beigesetzt wurde) verließ der Schriftsteller das Haus für immer. Die 100 Jahre alte Orginaleinrichtung ist bis heute erhalten. (fh)
