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Marienburg (Malbork) - Symbol der Macht des Deutschen Ordens

Mit dem weit über die Basteien und Mauern emporragenden Hochschloss und dem Palast des Hochmeisters beeindruckt die Marienburg auch heute noch ihren Betrachter. Die Ordensburg, die sich auf einer Böschung am rechten Ufer der Nogat erhebt, ist das weltweit größte Backsteinschloss. Ihre Befestigungsanlagen erstrecken sich über eine Fläche von 20 Hektar.

Marienburg
Panorama der Marienburg. Foto: Frank Hilbert

Die Stadt Marienburg (Malbork) wurde im 13. Jahrhundert gegründet und 1309 zur Hauptstadt des Ordensstaates ernannt. Bereits in den 70er Jahren des 13. Jahrhunderts begann der Orden mit dem Bau eines viereckigen Kastells, das 1280 zum Sitz des Konvents wurde. Nach 1309 forcierte der Orden den Ausbau der Burg. So entstand 1310 das Mittelschloss und zwischen 1382 und 1399 im Auftrag des Hochmeisters Konrad Zöllner von Rotenstein der Palast des Hochmeisters.

Ausgeklügeltes Verteidigungssystem

Im Mittelalter galt die Marienburg als uneinnehmbar. Sie bestand aus drei Teilen:

  1. dem Konventsschloss (dem Hochschloss)
  2. dem Mittelschloss mit dem Hochmeisterpalast, das anstelle der ehemaligen Vorburg errichtet worden war und
  3. der Vorburg, die sich am Ufer der Nogat erstreckte.

Die einzelnen Festungsteile waren von Ringmauern umgeben, die so angelegt waren, dass sich jeder einzelne Teil selbstständig verteidigen konnte. Die Tore und Durchgänge waren mit Fallgittern, Torzwingen, Wehrgängen, Pechnasen und Schießscharten versehen.
Trotz des ausgeklügelten Verteidigungssystems ging die Burg 1457 im Zuge des dreizehnjährigen Krieges (1454 - 1466) in polnischen Besitz über. Dies geschah aber nicht nach einer Schlacht oder Belagerung. Sie wurde verkauft. Im dreizehnjährigen Krieg kämpfte der Preußische Bund, ein Zusammenschluss mehrerer preußischer Städte (darunter Danzig und Elbing) gegen den Deutschen Ritterorden. Als der Orden seine Söldnertruppen, die die Burg verteidigten, nicht bezahlen konnte, nahmen sie kurzerhand die Ordensburg als Pfand. Der Anführer der böhmischen Söldner, Oldrich Crvenk aus Leditz, verkaufte die Burg an König Kasimierz Jagiełło für 190.000 ungarische Floren. Der letzte noch residierende Hochmeister, Ludwig von Erlichhausen, verließ die Burg am 7. Juni 1457. Am darauffolgenden Tag zog der polnische König ein. Die neben der Burg gelegene Stadt Marienburg dagegen ging erst im Jahr 1460 in polnischen Besitz über, nachdem sie von polnischen Truppen belagert worden war.
Der dreizehnjähriger Krieg endete schließlich 1466 mit der Unterzeichnung des Zweiten Thorner Friedens, der die Teilung des Ordenslandes besiegelte. Der westliche Teil, auch Pomerellen genannt, mit den wirtschaftlichen Zentren Danzig und Elbing unterstellte sich als "Preußen königlichen Anteils" Polen. Damit hatte der Preußische Bund sein Ziel, nämlich die Unabhängigkeit vom Deutschen Orden, erreicht.
Dem Deutschen Orden blieb der östliche Teil des Ordenslandes. Weil die Marienburg ebenfalls in Pomerellen lag, musste der Deutsche Orden seinen Hauptsitz nach Königsberg verlegen.

Sitz hoher polnischer Beamter

In den folgenden drei Jahrhunderten war die Marienburg Sitz hoher polnischer Ämter: z. B. des Marienburger Starosten (Landräte) und des Schatzmeisters. Im Hochmeisterpalast residierten die polnischen Könige, wenn sie sich in Pommern aufhielten.

Nach der Teilung Polens 1772 ging die Burg in den Besitz Preußens über und wurde sofort zu einer Kaserne umfunktioniert. Allerdings hatte die Burg seine Bedeutung als Festung eingebüßt. Preußen plante sogar ihren Abriss. Aus dem so gewonnenen Baumaterial sollten Lager errichtet werden. Dazu kam es aber nicht. Ein 1799 von Friedrich Gilly veröffentlichter Bildband weckte das öffentliche Interesse für die Marienburg. Schließlich wurde beschlossen, die Marienburg zu restaurieren. Die Restaurierungsarbeiten begannen 1817 und dauerten bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges an.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Jahr 1945 wurde die Marienburg von den Nationalsozialisten zur Festung erklärt und gegen die heranrückende sowjetische Armee verteidigt. Die Folge: 50 Prozent der Bausubstanz der Marienburg waren zerstört.

Eine Wahnsinnsentscheidung der Deutschen war die Verwandlung der Marienburg zur Festung. Nicht zu dem Zweck haben wir sie mit von Schön und Steinbrecht wiederhergestellt

Das schrieb Bernhard Schmid 1946, der bis Kriegsende Westpreußischer Denkmalkonservator und Leiter des Preußischen Bauamtes war. Von der Belagerung der Roten Armee hatte vor allem der östliche Teil der Marienburg gelitten. Zerstört wurde auch die Marienkirche mit dem in der Fassade stehenden plastischen Marienbild, das von einem Glasmosaik überzogen war.

Mit dem Wiederaufbau begannen polnische Restauratoren 1961. Heute steht die Marienburg auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. (fh)

In diesem Video sind Aufnahmen aus der Vorkriegszeit zu sehen, aber auch Aufnahmen, die den Grad der Zerstörung der Marienburg im Frühjahr 1945 dokumentieren.

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Malbork, Polen

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Sehenswürdigkeit

Muzeum Zamkowe w Malborku)
ul. Starościńska 1
82-200 Malbork
Tel.: +48 (0) 55 6470800
Fax: +48 (0) 55 6470978
E-Mail: kasa@zamek.malbork.pl
Internet: www.zamek.malbork.pl

Öffnungszeiten:

Sommersaison 1. Mai - 30. September
Öffnungszeiten der Ausstellungen:
täglich 09.00 - 19.00 Uhr

Öffnungszeiten des Schlossgebietes:
täglich 09.00 - 20.00 Uhr

Wintersaison 1. Oktober - 30. April
Öffnungszeiten der Ausstellungen:
täglich 10.00 - 15.00 Uhr

Öffnungszeiten des Schlossgebietes:
täglich 10.00 - 16.00 Uhr


Anmerkung:

Ticketservice:
Tel.: +48 (0) 55 64 70 976, 64 70 978
Fax: +48 (0) 55 64 70 977
E-Mail: kasa@zamek.malbork.pl

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