Staatlich anerkannte und ermächtigte Übersetzerin
der polnischen Sprache (§ OLG Schleswig-Holstein)
Eckernförder Str. 73
24116 Kiel
Tel.: +49 (0) 431 - 1 22 77 65
Handy: +49 (0) 160 - 8 31 07 82
E-Mail: bw@polish-online.com
Internet: www.polish-online.com
Internetadresse der ausgedruckten Seite:
http://www.polish-online.com/polen/staedte/lublin-jeschiwa-chachmej.php
Ausgegeben am
Freitag, dem 16.05.2008, um 17:05 Uhr.

Erster Rektor der Hochschule wurde Meir Shapiro. Dieser verstarb unerwartet 1933 im Alter von nur 46 Jahren, sodass er die ersten Absolventen des Jahrgangs 1934 nicht mehr verabschieden konnte. Die Jeschiwa Chachmej Lublin galt als eine der modernsten Schulen ihrer Art und ihre Absolventen waren gefragte Rabbiner.
Die Nachfolger Shapiros wurden Rabbi Shlomo Eiger, Abraham Jakow Halewi Horowitz, Josef J. Zusmanowicz, Mosze Mordechaj Epstein und Arie Cwi Frumer.
Nach Einmarsch der deutschen Truppen in Lublin (am 18. September 1939) wurde das Hochschulgebäude für Militärzwecke beschlagnahmt. In den Räumen der Jeschiwa wurde ein deutsches Kriegslazarett errichtet. Die jahrelang gesammelte Einrichtung wurde völlig zerstört: Ein Teil des Inventars wurde verbrannt, wertvollere Gegenstände gestohlen. 1940 konfiszierten die Deutschen die Bibliothek mit ihren 13.000 Büchern von unschätzbarem Wert. Die meisten Bücher endeten auf einem Scheiterhaufen.
Nach dem Krieg wurde in dem Jeschiwa-Gebäude die medizinische Fakultät der Universität Lublin untergebracht. Im Jahr 2002 erhielt die jüdische Gemeinde das Gebäude zurück, doch finanzielle Schwierigkeiten verhinderten eine komplette Sanierung und weitere Nutzung. Der Hausmeister führt Besucher gegen ein Entgelt gern durch das Haus. Von ihm bekommen Sie auch die Schlüssel für den Gedenk- und den Gebetsraum im Erdgeschoss. An die kurze Geschichte der Jeschiwa erinnert heute eine Gedenktafel an der Fassade mit einer polnischen und einer hebräischen Inschrift.
Sijum HaShas
1923 führte Meir Szapiro das Ritual des Lesens und Studierens eines Blattes Talmud pro Tag (Daf HaJomi) ein. Ein Lesezyklus dauerte 2711 Tage, das heißt ca. 7,5 Jahre. Der erste Lesezyklus wurde in der Jeschiwa Chachmej Lublin im Jahr 1930 beendet. 75 Jahre später wurde hier auch die Beendigung des 11. Lesezyklus gefeiert – das Sijum HaShas. Das Sijum HaShas war die erste Feierlichkeit dieses Ranges, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Räumlichkeiten der Jeschiwa Chachmej Lublin begangen wurde. Am 1. März 2005 erstrahlte die Hochschule im Lichterglanz, Musik und bunter Sprachwirwarr hallten durch die Räume, und die langen Gänge füllten sich mit fröhlichen Chassiden. Organisiert wurde die Feierlichkeit vom obersten Rabbiner der Ukraine Y Bleich und dem Rabbiner Shlomo Noach Mandel von der kanadischen Reichman-Stiftung (Reichman Foundation). Bei der Umsetzung des Projekts wurden sie tatkräftig unterstützt von David Singer, einem der führenden Chassiden aus Brooklyn in New York, dem obersten Rabbiner Polens Michael Schudrich sowie von Witold D±browski und Tomasz Pietrasiewicz zusammen mit dem Team des Theaters NN (O¶rodkek Brama Grodzka - Teatr NN). An zwei Tagen wurde gemeinsam diskutiert, gebetet und aus der Thora vorgelesen.
Die anwesenden Gäste wurden im Namen der Lubliner Bevölkerung von Wanda Lotter, Mitglied des Gesellschafts- und Kulturvereins der Juden in Lublin (Towarzystwo Spo³eczno Kulturalne ¯ydów w Lublinie) und Roman Litman, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Lublin, begrüßt:
"Wir sind hocherfreut darüber, dass wir den Augenblick erleben dürfen, an dem wir hier sprechen und zusammenkommen können", sagte mit einem Lächeln und mit Freude Roman Litman. "Wir versprechen alles dafür zu tun, damit in diesen Mauern der Geist des Rabbis Meir Shapiro einkehrt, damit die jüdische Tradition und Religion in Lublin fortbestehen." (bw/fh)
Quellen:
Forum ¯ydów Polskich
fzp.jewish.org.pl/historia28.html
Teatr NN
www.tnn.lublin.pl/pamiej.php?mkat=4&kat=349
Marta Denys, Marek Wyszkowski: Lublin and its Vicinity, Lublin 2000
Andrzej Trzciñski: Landmarks ans Traces of Jewish Culture in Lublin, Lublin 2005
LWL www.joods-leven.net/geschichten/folgeseite.php?id_geschichten=256