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Glatzer Land - Bärenhöhle bei Klessengrund) (Kletno)

Bei Bohrungen im Marmorsteinbruch Kletno III entdeckten Bergleute im Oktober 1966 ein dreistöckiges, über zwei Kilometer langes Höhlensystem. In ihm fanden die Geologen und Höhlenforscher unzählige Knochen von Tieren, die in der Eiszeit in dieser Gegend gelebt haben, darunter auch die Überreste von Höhlenbären (Ursus spalaeus). Daher auch der Name "Bärenhöhle". Die Besichtigungstour beginnt in der Eingangshalle zur Höhle, einem Glaspavillon mit einer paläontologischen Ausstellung und einem Restaurant. Die Halle befindet sich an der Stelle, an der früher der Marmor abgebaut wurde (Abbauholraum).

Skelett eines Höhlenbärs
Skelett eines Höhlenbärs. Fotos: Hilbert

Bergführer begleiten die Touristen in Gruppen durch die Höhle in Klessengrund (Kletno). Rucksäcke müssen neben der Kasse abgegeben werden. Fotografieren ist nicht erlaubt. Die erste Station der halbstündigen Tour ist der Bärensaal. Vor einer Milliarde Jahren lag das Glatzer Land auf dem Grund des präkambischen Meeres. In tausenden von Jahren lagerten sich die Überreste einzelliger Lebewesen als Kalkschlamm ab. Im Laufe der Erdgeschichte war der Kalkschlamm - hervorgerufen durch tektonische Bewegungen - hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt. Es entstand Marmor. Nachdem sich das Meer zurückgezogen hatte, begann vor etwa 50 Millionen Jahren ein Zerstörungsprozess in der Bärenhöhle. Wasser sickerte von der Erdoberfläche in die Marmorschichten und spülte die Bärenhöhle aus. Der Erosionsprozess dauert bis heute an. Der Bärensaal liegt 800 Meter über dem Meeresspiegel und im zweiten Stockwerk des Höhlensystems.

Die mittlere Ebene wurde von 1975 bis 1983 so ausgebaut, dass sie für Touristen zugänglich ist. In die anderen beiden Ebenen dürfen nur Wissenschaftler hinabsteigen. Die Touristenroute durch die Höhle führt vom Bärensaal weiter über die "Große Spalte". Durch die Gitterroste des Laufstegs kann man in die etwa 12 Meter tiefe Spalte hinabschauen, die die mittlere mit der unteren Ebene verbindet. Geduldig erklärt der Bergführer die erdgeschichtlichen Zusammenhänge. Um ein wenig Abwechslung für die Kinder bemüht, leuchtet er die Wände der Höhle auf der Suche nach Fledermäusen ab. "Fledermäuse sind das Einzige, was die Kinder von der Höhle in Erinnerung behalten werden", meint er. Gespannt folgen die Kleinen dann auch dem Schein der Grubenlampe. Im "Korridor der Entdecker" liegt rechts vom Weg ein ausgezeichnet erhaltenes Skelett eines Höhlenbären, da das Höhlenklima eine konservierende Wirkung besitzt. Dagegen wurden die Teile des Skeletts, die zu Forschungszwecken aus der Höhle transportiert worden waren, draußen sofort von Bakterien angegriffen, was an der dunklen Verfärbung zu erkennen ist.

Eingang zur Bärenhöhle in Kletno
Eingang zur Bärenhöhle in Kletno.

Auf der anderen Seite des Ganges ist ein Längsschnitt von Sedimentschichten zu sehen, die sich gegen Ende der Eiszeit hier abgelagert haben. Der wohl schönste Teil der Wanderung führt durch den "Stalaktitenkorridor" und den "Palastsaal". Auf dem engen Weg treibt der Bergführer die Besucher zu einer Traube zusammen. Die Kinder nach vorne, die ganz Großen nach hinten. Erst dann beginnt er mit seinen Vorträgen und schaltet die Scheinwerfer an, die die Höhlenwände in den unterschiedlichsten Farbschattierungen erstrahlen lassen. Von der Decke hängen unzählige Stalaktiten, im Roten See haben sie die Form eines Leuchters angenommen und an den Wänden sind Stalaktiten und Stalagmiten zu Stalagnatensäulen verschmolzen, die wie zu Eis gefrorene Wasserfälle aussehen. Sie entstehen durch mit Kalkkarbonat angereichertes Regenwasser. Das Wasser löst aufgrund seines hohen Anteils an Kohlendioxid den Marmor auf und nimmt gleichzeitig wieder Kalkkarbonat (Marmor) auf. In den Höhlen fällt das Kalkkarbonat in Form von Kalzitkristallen aus, deren Formen so faszinierend sind.

Die Tour durch den Berg endet an einer Schleuse, die sich im Steinbruch Kletno IV befindet. Der Bergführer bittet eine Touristin vorzugehen und die zweite Schleusentür erst dann zu öffnen, nachdem er die erste geschlossen hat. Wieder über Tage genießen die Touristen die angenehme Wärme. In der Höhle herrscht eine konstante Temperatur von 6,2 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit beträgt ca. 100 Prozent. (fh)

Wetter

Klessengrund) (Kletno), Polen30.03.2017 – 02:52 Uhr
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Klessengrund)Wetter Polen8.71 °CLuftfeuchte: 94%
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