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Montag, dem 12.05.2008, um 18:15 Uhr.

Zahlreiche Seen verstecken sich in malerischen Wäldern der kaschubischen Schweiz. Besonders idyllisch liegt der Radaunesee, der die Quelle der Radaune ist. Über die Architektur dieser Region informiert das Freilichtmuseum in Wdzydze Kiszewskie. Gegründet haben es Teodora und Izydor Gulgowski im Jahr 1906. Zu besichtigen sind auf einer Fläche von 20 Hektar Windmühlen, eine Dorfschule, Wirtschaftsgebäude, Wohnhäuser und eine kleine Kirche aus dem 17. Jahrhundert, die im Dorf Swornegacie abgetragen und auf dem Museumsgelände wieder aufgebaut wurde.
Kaschubische Noten
Das ist kurz, das ist lang
Dies ist Kaisers Hauptstadt
Das ist ein Bass, dies eine Geige
Das wiederum heißt Kaschube
Das ist ein Spaten, das eine Stange
Dies sind Tannen und eine Mistgabel
Das ist gerade, das ist krumm
Dies ist ein Wagenhinterrad
Das sind Harken, das sind Vögel
Dies sind preußische Halb-Dreier
Das ist ein Schultheißstock, das ein Ochse
Das ist ein Ganzes, das eine Hälfte
Das ist klein, das ist groß
Das waren alle Instrumente.
Unweit von Kartuzy, in Chmielno, kann man die Töpferei der Familie Necel besichtigen. In dem traditionsreichen und weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannten Familienbetrieb werden Vasen, Krüge, Kerzenhalter und andere Töpferwaren hergestellt und mit einem für die Region typischen Muster verziert. Im oberen Stockwerk ihrer Töpferei hat die Familie Necel ein kleine Ausstellung mit einer Auswahl ihrer Produkte zusammengestellt. Die Familie betreibt die Töpferei bereits in der neunten Generation.
Die meisten Touristen besuchen jedoch den Norden der Kaschubei. Die Halbinsel Hela ist mit ihren breiten Puderzuckerstränden ein Badeparadies, das jährlich tausende Erholungsuchende anlockt. Die kleine Stadt Hela mit seiner Fischerhäuschen, die am östlichen Zipfel der Halbinsel liegt, ist übrigens bequem von Gdingen oder Danzig aus mit dem Schiff zu erreichen. Außerdem führt eine Bahnlinie nach Hela, die 1922 gebaut worden ist und maßgeblich zur touristischen Erschließung der Halbinsel beigetragen hat.
Kaschuben
Die Kaschuben sind eine westslawische Volksgruppe, die sich in die "Küstenkaschuben" (im Norden) und die "Waldkaschuben" (Kaschubische Schweiz und Tuchler Heide) aufteilt. Ihre Sprache gehört zur lechischen Gruppe der westslawischen Sprachen und steht dem Ponischen nahe. Gegenüber den Germanisierungsversuchen, die im 19. Jahrhundert besonders stark waren, konnte sich die kaschubische Bevölkerung erfolgreich behaupten.
Vor dem Hintergrund der Germanisierungsversuche entstand im 19. Jahrhundert die Bewegung der Jungkaschuben, die sich die Pflege der Sprache, Kultur und Tradition zur Aufgabe machte. Viele ihrer Mitglieder kamen während der deutschen Besetzung in Konzentrationslager. Nach dem Krieg haben zahlreiche Kaschuben ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen.
Nationalhymne-Museum
Jozef Wybicki (1747-1822) schrieb 1797 einen Text, der als "Mazurek Dabrowskiego" von einem unbekannten Komponisten vertont wurde. Seit 1926 ist dieses Lied die offizille polnische Nationalhymne. Wybicki war Mitglied der Kommission für Nationale Bildung, Abgeordneter im Sejm (1767-1768), Schriftsteller und Publizist. Er war politisch sehr aktiv. So beteiligte er sich 1794 am Aufstand gegen die Teilung Polens. In seinem Geburtshaus in Bedomin in der Kaschubei befindet sich heute das Nationalhymne-Museum.
Text der Nationalhymne (1797):
Noch ist Polen nicht verloren, solange wir leben, was uns fremde Macht genommen, holen wir mit Sebel zurück. Auf, auf Dabrowski! Von Italien nach Polen, unter deiner Führung erreichen wir die Heimat. Über Weichsel, über Warte, wir sind Polen, wir haben von Bonaparte gelernt - die Wege zum Sieg.
Weitere Sehenswürdigkeiten
(fh)
