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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 17.49 Uhr.

Mit der Eisenbahn kamen die Touristen
Im 18. und 19. Jahrhundert war das wirtschaftliche Leben in Puck von Stagnation geprägt. Erschwerend kam hinzu, dass Puck zu Beginn des 19. Jahrhunderts seinen Status als Kreishauptstadt an Wejherowo abgeben musste. Den wirtschaftlichen Niedergang begleitete bittere Armut, sodass sich die Stadt in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft gezwungen sah. Die so genannte Verschönerungsgesellschaft legte zum Beispiel den Uferpark im Osten der Stadt an.
Eine wirtschaftliche Stabilisierung brachte die Anbindung an das Eisenbahnnetz. 1877 wurde eine Bahnlinie nach Rheda gebaut und der Tourismus begann sich zu entwickeln. An der Bedeutung des Tourismus hat sich bis heute nichts geändert. Seit 1988 gibt es in Puck einen Segelsport- und Yachthafen. Eine kleine Strandpromenade und eine Mole mit Fischrestaurant laden zum Spazierengehen und Verweilen ein. Jedes Jahr findet am Tag der Apostel Peter und Paul eine Fischerwallfahrt statt. An diesem Tag zieht eine Prozession von geschmückten Fischerboten von Hel nach Puck, wo ein Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul den Abschluss der Pilgerfahrt bildet.
Gotische Taufkapelle
Zu den Sehenswürdigkeiten von Puck gehört neben dem 1865 gebauten Rathaus, das am pl. Wolności (Freiheitsplatz) steht. Ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert sind die anderen Bürgerhäuser, die den Freiheitsplatz säumen. In einem befindet sich übrigens das Museum des Putziger Landes. Unweit des Freiheitsplatzes erhebt sich die weithin sichtbare Pfarrkirche St. Peter und Paul. Der dreischiffige Kirchenbau wurde im 14. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet. In der so genannten Weiher-Kapelle befindet sich ein wunderschöner Barockaltar. Interessant an ihm ist, dass in der Kreuzigungsszene Angehörige der Familie Weiher abgebildet sind. Die Weihers waren seit dem 14. Jahrhundert eine der mächtigsten und bedeutendsten Familien in dieser Region. Nach ihnen wurde unter anderem die benachbarte Stadt Wejherowo benannt, in deren Nähe sie einen Kalvarienberg mit 26 Stationen des Kreuz- und Leidensweges Christi gründeten. (fh)
