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Ausgegeben am
Freitag, dem 03.09.2010, um 16:32 Uhr.


Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 kam es auf der Halbinsel Hela zu schweren Kämpfen. Die Halbinsel - und mit ihr Hel - lag unter schwerem Beschuss der Panzerkreuzer Schlesien und Schleswig-Holstein. Die deutsche Luftwaffe flog unzählige Angriffe. Die polnische Besatzung konnte die deutschen Angriffe bis zum 2. Oktober 1939 abwehren. Die Deutschen bauten die militärischen Anlagen weiter aus. Es entstanden Geschützstellungen und Munitionsdepots. Am Ende des Krieges war Hel Schauplatz eines unbeschreiblichen Flüchtlingsdramas. Tausende Menschen aus Ost- und Westpreußen strömten auf die Halbinsel und versuchten, einen Platz auf einem der Flüchtlingsschiffe zu ergattern. Deutsche Soldaten wiederum verteidigten Hel noch bis zum 9. Mai 1945, bevor sie kapitulierten.
Auch nach dem Krieg war Hel ein bedeutender Militärstützpunkt der polnischen Armee. In den 50er Jahren bauten die Militärs mehrere Geschützstellungen. Eine von ihnen war mit Geschützen vom 152,4 mm ausgerüstet. Ausländer durften den Ort nicht betreten. Immerhin erhielt Hel 1963 die Stadtrechte zurück, die es 1872 verloren hatte.
Erst seit der politischen Wende im Jahr 1989 kann sich die Stadt zu einem pulsierenden Touristenzentrum entwickeln, das es heute ist.
Über die militärische Geschichte des Ortes informiert – neben dem Fischereimuseum – seit einigen Jahren auch das Museum der Küstenverteidigung (Muzeum Obrony Wybrzeża), das der Verein der Freunde von Hel gegründet hat. Es befindet sich in einer ehemaligen deutschen Geschützbatterie. (Frank Hilbert)
Anfahrt
Von Gdingen (Gdynia), Sopot und Danzig (Gdańsk) ist Hel mit den Schiffen der Weißen Flotte zu erreichen, die den Ort mehrmals am Tag anlaufen. Die Stadt ist außerdem mit dem Zug zu erreichen.