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Ausgegeben am Sonntag, dem 05.02.2012, um 4.38 Uhr.


Kaschubei - Hela (Hel) zwischen Dünen und Kiefernwäldern


Blick auf den Hafen von Hel
Fotos: Frank Hilbert Im Sommer ist das über 700 Jahre alte Ort Hela (Hel) ein beliebter Tummelplatz für Touristen. Der kleine Fischerort an der Spitze der 25 km langen - gleichnamigen - Halbinsel Hela (Hel) lockt mit breiten Stränden, Kiefernwäldern, malerischen Dünen und kleinen Fischerhäusern. Die ul. Wejska ist die Hauptstraße des Ortes, verkehrsberuhigt und gesäumt von gemütlichen Kneipen, in denen frischer Fisch für die Gäste zubereitet wird, den jeden Tag die Fischkutter im Hafen anlanden.


Am Hafen steht eine gotische Kirche, die 1417 zum ersten Mal erwähnt wurde. Sie beherbergt ein Fischereimuseum, in dem Schiffsmodelle und Fischereiausrüstungen ausgestellt sind. Die obere Etage des Museums widmet sich Hela (Hel), das zwischen den beiden Weltkriegen im polnischen Korridor lag und ein Stützpunkt der polnischen Marine war. Zunächst entwickelte sich der Ort nach der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit 1918 zu einem Touristenzentrum. Diese Entwicklung wurde 1930 jedoch gestoppt, als die polnische Regierung beschloss, die Halbinsel Hela (Hel) zu einem Militärstützpunkt auszubauen. In Hela (Hel) entstand ein Hafen der Kriegsmarine, mit dessen Bau 1931 begonnen worden war.

Fischerboot im Fischereimuseum in Hel

Ausstellung im Fischereimuseum.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 kam es auf der Halbinsel Hela (Hel) zu schweren Kämpfen. Die Halbinsel - und mit ihr Hel - lag unter schwerem Beschuss der Panzerkreuzer Schlesien und Schleswig-Holstein. Die deutsche Luftwaffe flog unzählige Angriffe. Die polnische Besatzung konnte die deutschen Angriffe bis zum 2. Oktober 1939 abwehren. Die Deutschen bauten die militärischen Anlagen weiter aus. Es entstanden Geschützstellungen und Munitionsdepots. Am Ende des Krieges war die Halbinsel Hela (Hel) Schauplatz eines unbeschreiblichen Flüchtlingsdramas. Tausende Menschen aus Ost- und Westpreußen strömten auf die Halbinsel und versuchten, einen Platz auf einem der Flüchtlingsschiffe zu ergattern. Deutsche Soldaten wiederum verteidigten Hela (Hel) noch bis zum 9. Mai 1945, bevor sie kapitulierten.
Auch nach dem Krieg war Hela (Hel) ein bedeutender Militärstützpunkt der polnischen Armee. In den 50er Jahren bauten die Militärs mehrere Geschützstellungen. Eine von ihnen war mit Geschützen vom 152,4 mm ausgerüstet. Ausländer durften den Ort nicht betreten. Immerhin erhielt Hela (Hel) 1963 die Stadtrechte zurück, die es 1872 verloren hatte.

Erst seit der politischen Wende im Jahr 1989 kann sich die Stadt Hela (Hel) zu einem pulsierenden Touristenzentrum entwickeln, das es heute ist.

Über die militärische Geschichte des Ortes informiert – neben dem Fischereimuseum – seit einigen Jahren auch das Museum der Küstenverteidigung (Muzeum Obrony Wybrzeża), das der Verein der Freunde von Hela (Hel) gegründet hat. Es befindet sich in einer ehemaligen deutschen Geschützbatterie. (Frank Hilbert)

Anfahrt
Von Gdingen (Gdynia), Sopot und Danzig (Gdańsk) ist Hela (Hel) mit den Schiffen der Weißen Flotte zu erreichen, die den Ort mehrmals am Tag anlaufen. Die Stadt ist außerdem mit dem Zug zu erreichen.

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Weiterführende Links



Sehenswürdigkeit:

Muzeum Rybołówstwa w Helu (Fischereimuseum)
Bulwar Nadmorski 2
84-150  Hel
Tel.: +48 (0) 58 6750552

Touristeninformation:

Hela (Hel)
ul. Wiejska 78
84-150  Hel
Tel.: +48 (0) 58 6751010

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