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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 17.38 Uhr.


Kadyny (Cadinen)


Gestüt in Kadyny (Cadinen)
Foto: Frank Hilbert Das kleine Dorf Kadyny (Cadinen) am Rande des Naturparks Elbinger Höhen (Wzniesienie Elbląskie) gehörte einst Kaiser Wilhelm II. und war bis 1945 Wohnsitz dessen Enkelsohnes Prinz Louis Ferdinand. Das barocke Schloss aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Wunsch des letzten deutschen Kaisers umgebaut. Heute ist es stark verfallen, soll aber in naher Zukunft von einem Privatinvestor restauriert werden. Das dazugehörige ehemalige Wirtschaftsgebäude beherbergt ein Luxushotel. Im ehemaligen Kesselhaus wird heute ein Restaurant betrieben.


Ein bedeutendes Ausflugsziel in Kadyny (Cadinen) ist das von Wilhelm II. begründete Pferdegestüt, in dem bis zum Ende des II. Weltkrieges vorwiegend Trakehner, aber auch Holsteiner gezüchtet wurden. Seit 1951 widmet es sich auch der eigenen Pferdezucht, vordergründig der Zucht von Pferden der „großpolnischen Rasse“. Ursprung für die Rasse waren die im Zweiten Weltkrieg zurückgelassenen deutschen Trakehner sowie das Masurenpferd, das Posener und das arabische Vollblut. Das Gestüt bieten Gästen zahlreiche Attraktionen wie Kutschfahrten, Ausritte und selbstverständlich auch Reitunterricht. Darüber hinaus ist das Dorf auch für die traditionelle Majolikaherstellung bekannt, der man in einer Keramikwerkstatt zuschauen kann.

Im südlichen Teil des Dorfes befindet sich ein besonderes Naturdenkmal: eine siebenhundertjährige Eiche, die einen Umfang von über zehn Metern hat. Sie wurde nach Jan Bażyński (eigentlich Hans von Baysen) benannt. Auf diese Weise wollte man eines berühmten preußischen Ritters und Staatsmanns gedenken, der den Preußischen Bund in den Dreizehnjährigen Krieg (1454–1466) gegen den Deutschen Orden führte.

Auf einer Anhöhe im Wald, die man von der Stelle, an der die Eiche wächst, in wenigen Minuten bequem über einen Holzsteg erreichen kann, steht ein altes Franziskanerkloster mit Kirche. Lange Zeit eine Ruine, wird es in den letzten Jahren mit Hilfe von Spendengeldern von den Franziskanern wiederaufgebaut. Wenige Schritte hinter dem Kloster befindet sich Aussichtsplattform (eine Art Hochsitz), von der aus man einen wunderbaren Ausblick über das Frische Haff hat. (bw)

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Landkarte:

Landkarte Kadyny (Cadinen)

Wirtschaft:

Pferdezucht, Tourismus

Einwohner:

ca. 500

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