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Ausgegeben am
Freitag, dem 03.09.2010, um 16:17 Uhr.

Schwere Verwüstungen hinterließen im Jahr 1655 die Schweden. Sie raubten die wertvolle Inneneinrichtung und zerstörten die Burg weitgehend. Nach dem Schwedeneinfall ging die Burg in den Besitz eines Zweigs der Magnatenfamilie Lubomirski über. Die Lubomirskis bauten die zerstörte Burg zu einer repräsentativen Residenz mit über 100 prunkvoll ausgestatteten Gemächern aus. Könige und Fürsten weilten hier zu Gast, unter anderem der König von Polen August II. der Starke.
Nach der Teilung Polens im ausgehenden 18. Jahrhundert verfiel die Burg zusehends. Während der napoleonischen Kriege wurde sie in den Jahren 1809-1813 abwechselnd durch russische und österreichische Truppen verwüstet. Später bediente man sich ihrer als Quelle für Baustoffe. 1927, erwarb der polnischer Ingenieur Leon Kozłowski die Burgruine mit dem Ziel, sie wiederaufzubauen. Leider durchkreuzte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs seine romantischen Pläne. Nach 1945 wurde Kozłowski interessanterweise von den Kommunisten nicht enteignet. Die Burg verblieb in seinem Besitz bis 1975, als er sie dem Staatlichen Museum in Kazimierz für umgerechnet 1 Million Zloty verkaufte, einen Betrag, der damals einen Gegenwert von vier Häusern hatte.
In den 1990er Jahren begannen die Restaurierungsarbeiten, die bis heute andauern. Die Burg ist dennoch zur Besichtigung freigegeben. Über den großen Innenhof, der heute für kulturelle Zwecke genutzt wird (unter anderem für Filmvorführungen beim alljährlichen Filmfestival) gelangt man zum Museum der Geschichte der Burg. Die Ausstellung umfasst Miniaturmodelle der Burg, die ihr Aussehen in den vergangenen Jahrhunderten demonstrieren, aus Stein gemeißelte Schmuckelemente des Schlosses, historische Kleider etc. Über eine Treppe kann man den Westflügel der Burg besteigen. Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick sowohl auf die gesamte Burganlage wie auf die Weichselwiesen.
Nach dem Besuch auf der Burg sollte man die Eintrittskarte nicht wegwerfen, denn sie erlaubt die Besichtigung des unweit gelegenen Gutshauses und eines kleinen Freilichtmuseums mit alten Wirtschaftsgebäuden. Im Speicher befindet sich eine ethnografische Ausstellung, in der Scheune sind historische landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Das Gutshaus selbst stammte aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert wurde in den Jahren 1977-1986 in dem Ort Moniaki abgetragen und an seinem jetzigen Platz in Janowiec wiederaufgebaut. Drinnen kann man die reiche Originaleinrichtung eines Landadelssitzes aus jener Zeit bewundern. (bw)