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Ausgegeben am
Freitag, dem 09.05.2008, um 23:00 Uhr.

Der erste, der die Vorzüge dieser Berge entdeckte, war der Arzt und Medizinprofessor Tytus Cha³ubiñski. Er ließ sich im Jahre 1873 in Zakopane nieder und machte die Tatra, Zakopane und die Kultur der Bergbewohner bei der patriotischen, intellektuellen Elite Polens bekannt. Legendär wurden seine Tatraexpeditionen, zu denen er berühmte zeitgenössische Maler, Schauspieler, Wissenschaftler und Schriftstellen einlud und die von einheimischen Bergführern, mit viel Musik begleitet wurden.
Das heutige Zakopane ist ein durch und durch modernes touristisches Zentrum, ausgestattet mit allem, was ein anspruchsvoller Tourist, ein Skiurlauber oder Bergwanderer, braucht. Aber Zakopane bedeutet vor allem eines: die Tatra. Es ist der einzige Gebirgszug in Polen mit alpinem Charakter, obwohl er sich natürlich mit den echten Alpen weder seiner Höhe noch seiner Fläche nach messen kann. Die Tatra ist weder besonders hoch noch weit. Die höchste Erhebung der Karpaten ("Gerlach" auf der slowakischen Seite) misst gerade 2654 m; der höchste Gebirgskamm in Polen, "Rysy", ist 2499 m hoch. Die Tatra besteht aus drei großen Gebirgszügen: der Bielskie-Tatra (gelegen in der Slowakei), der Hohen und der Westlichen Tatra. Von Zakopane aus besonders gut zu sehen ist dank seiner abfallenden, sechshundert Meter hohen Nordwand der Berg "Giewont". Die Tatra umfasst ein Gesamtgebiet von 758 Quadratkilometern. Problemlos lässt es sich an einem einzigen Tag mit dem Auto umrunden. Von Zakopane aus startet man in Richtung polnisch-slowakischer Grenze nach £ysa Polana und fährt dann weiter über £omnica Tatrzañska, Smokowiec und Szczyrbskie Pleso zurück über den Grenzübergang Sucha Hora / Chocho³ów wieder nach Polen rein. Bei guter Sicht kann man auf der Tour sowohl den nördlichen wie auch die südlichen Teil der Tatra bewundern. Es lohnt sich wirklich.
Die Tatra lädt sowohl im Sommer wie im Winter zu ausgiebigen Bergtouren ein. Wandern kann man auf markierten Pfaden unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades. Weniger Geübte sollten sich für eine Wanderung entlang des Weges "Pod Reglami" oder durch die Täler "Ko¶cieliska", "Stra¿yska" oder "Chocho³owska" entscheiden. Eine Tour zu den höher gelegenen Bauden auf der Alm "Hala G±sienicowa" oder in "Dolina Piêciu Stawów" empfiehlt sich für diejenigen, die über eine gute körperliche Kondition verfügen. Auf erfahrene Gipfelstürmer warten schwierige Klettersteigen, wie z. B. "Swinica", "Zawrat", "Orla Peræ" oder "Prze³êcz pod Ch³opkiem". Man kann in der Tatra auch Höhlen besichtigen und an echten speläologischen Forschungsunternehmen teilnehmen. Man kann auch Ski laufen oder Snowboard fahren, die Kultur der Bergbewohner und die regionale Küche kennen lernen - und dabei natürlich den geräucherten Schafskäse, den "Oscypek" probieren.
Der Naturliebhaber wird im Tatra-Nationalpark die nur hier vorhandene Flora und Fauna entdecken können. Der eher intellektuelle Typ wird ein wenig inne halten, wenn er auf den Gräbern des alten, unter Denkmalschutz stehenden Friedhofs "Na Peksów Brzysku" in Zakopane die Namen von Menschen liest, die einen festen Platz in der polnischen Geschichte haben. Derjenige, der körperliche Anstrengung scheut, kann bequem mit der Seilbahn den "heiligen Berg" aller polnischer Skiläufer, "Kasprowy Wierch", erstürmen. Auf die gleiche Art kann er den Gipfel von "Guba³ówka" erreichen, von wo aus er ein tolles Zakopane-Panorama genießen, Ski laufen, sich sonnen oder im dortigen Restaurant stärken kann.
Jeder, der nach Zakopane kommt, wird sich hier gut erholen und schöne Erinnerungen nach Hause mitnehmen können. (bw)
