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Ausgegeben am Mittwoch, dem 23.05.2012, um 17.30 Uhr.


Krynica Zdrój - Ausflug zur Eishöhle Dobšinská in der Slowakei


Eishöhle  Dobšinská
Fotos: Hilbert Tagesausflug in die Eishöhle Dobšinská in der Slowakei

Kalt ist der Atem des Berges Duca - auch im Hochsommer. Eine frierende Gruppe von Touristen holt vor dem Eingang in die Eishöhle  Dobšinská ihre warmen Pullis und Jacken aus den Rucksäcken. Dann gibt der Bergfühen ein Zeichen und die Menschenschlange schlängelt sich eine steile Holztreppe in den Berg hinab. Schon nach einigen Metern: Eis. Es bedeckt den Boden und die Wände der Höhle. Die Touristen gehen an einer Pyramide aus Eis vorbei und staunen. Die Quecksilbersäule verharrt bei drei Grad unter Null.



Die Eishöhle  Dobšinská (Katastergebiet  Dobšina) ist Teil eines ganzen Höhlensystems, das 21.737 m lang und in der Eiszeit (vor etwa 400 000 Jahren) entstanden ist. Seitdem hat der Berg seinen kalten Atem, der in der Literatur erstmals 1867 erwähnt wurde. Die Touristen laufen über Holzstege, teilweise durch riesige Tunnel im Eispanzer. Anfassen der Eiswände - verboten. Darüber wachen zwei mit Taschenlampen ausgerüstete Aufpasser. Einer geht vor der Gruppe, der andere am Ende.

Der erste Mensch, der den Mut besaß, die Eishöhle zu betreten, war Eugen Ruffiny, Absolvent einer Bergmannsakademie. Er stieg am 15. Juni 1870 in die bisher unerforschte, unheimliche, kalte Gruft hinab und ebnete somit den Weg für die touristische Erschließung der Höhle. In den nachfolgenden Jahren entstand im Umfeld der Höhle eine touristische Infrastruktur. Ein Hotel und ein Gasthaus wurden gebaut, elektrisches Licht verlegt. Das Licht brannte zum ersten Mal am 24. Juli 1881 - nur kurz nachdem Edison die Glühbirne erfunden hatte!

Grünlich und bräunlich schimmert das Eis. Am Ende der Gruppe haben sich einige Touristen gesammtelt, die mit ihren Kameras versuchen, die Farben und die bizarren Formen des Eises einzufangen. Sie verharren für kurze Augenbicke in Bewegungslosigkeit und drücken den Auslöser. Nur das Bild nicht verwackeln. Geduldig wartet hinter ihnen der zweite Aufpasser mit seiner Taschenlampe.

Nach dem zweiten Weltkrieg begannen die Verantwortlichen in der damaligen CSSR Maßnahmen zu ergreifen, die dem Erhalt der Höhle dienten. So wurde 1947 ein Eislaufverbot (war bis dato tatsächlich möglich!) ausgesprochen. Einige Spalten und ein anderer Einstieg wurden geschlossen, um auf diese Weise das Schmelzen des Eises zu vehindern. Anfang der 50er Jahre ließ die Verwaltung der Höhle  Dobšinská die Stromleitungen für die Beleuchtung erneuern und die Rundgangroute ändern. 1954 konnte die Höhle wieder für den Besucherverkehr geöffnet werden.

Nach etwa 45 Minuten ist der Rundgang durch Eishöhle Dobšinská beendet. Die Touristen steigen auf einer Holztreppe aus der Höhle. Sonnenstrahlen. Wärme. Die Brillen beschlagen... (Frank Hilbert)

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