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Danzig (Gdańsk) - Festungsanlagen

Verlässt man die Innenstadt von Danzig und geht Richtung Nationalgalerie und dann weiter geradeaus Richtung Südosten, gelangt man in ein Stadtviertel mit Wohnhäusern, Fabrikgebäuden und Lagerhallen, die ihre beste Zeit vor einhundert Jahren gehabt haben müssen. Der Putz bröckelt von den Fassaden. Einschusslöcher zeugen davon, dass auch in diesen Straßen im Frühjahr 1945 für den „Endsieg“ gekämpft wurde.

Steinschleuse in Danzig.
Steinschleuse in Danzig. Im Hintergrund ist die Wisent-Bastion zu sehen. Fotos: Frank Hilbert

Kaum ein Tourist verirrt sich in diesen Teil der Stadt. So begegnet man hier eher Danzigern, die mit ihren Hunden spazieren gehen. Sie tun es mit Vorliebe auf einem der Erdwälle gleich hinter dem Plac Wałowy. Es sind die Überreste der neuzeitlichen Befestigungsanlagen, die im 16. und 17. Jahrhundert um die Stadt herum entstanden sind. Zuerst wurden im Osten, Süden und Norden Erdwälle aufgeschüttet und Bastionen errichtet. Später folgten Bastionen im Westen der Stadt. Sie trugen Namen wie Bastion St. Gertrud, Wieben-Bastion, Kaninchen-Bastion und Wisent-Bastion. Zu ihren Baumeistern gehörten Hans Strakofski und Cornelis van den Bosch. Im „Stadtführer durch Danzig, Oliva und Sopot“ (1921) von Mieczysław Orłowicz (1881-1959) lesen wir:

„Die Vorstadt ist ein Bezirk, der im 14. Jahrhundert entstand und den südlichen Teil des alten Danzigs links von der Mottlau einnimmt. Von der Steinschleuse aus der Unterstadt gehen wir am Güterbahnhof vorbei die Straße An der Steinschleuse entlang. Links bleibt das Leeges Tor, dessen Bezeichnung daher stammt, dass hierdurch der Weg in die Tiefebene führte. Es wurde 1626 nach einem Entwurf von Johann Strakowski errichtet und ist mit Skulpturen von Hermann Knust verziert. Die mit Granit verkleidete Fassade enthält Markierungen, wie hoch das Wasser an den verschiedenen Hochwassern gestanden hat.“

Das Leeges Tor (Niska Brama) und die Steinschleuse sind heute noch zu bewundern. Durch das Tor führt eine Straße. Die alten Tore aus Holz sind geöffnet und ihre Scharniere so von Rost zerfressen, dass sie sich nicht mehr schließen lassen. Den Granit an der Fassade haben in den vergangenen Jahrzehnten der Ruß aus den Schornsteinen und die Abgase der Autos fast schwarz gefärbt. Im starken Kontrast dazu steht die Steinschleuse. Sie wurde restauriert. Das Grau ihrer Steine leuchtet im Tageslicht, das Straßenpflaster ist neu verlegt.

Durchfahrt durch das Leeges-Tor
Durchfahrt durch das Leeges-Tor.

Die Bastionen rund um die Danziger Innenstadt haben die Jahrhunderte nicht überdauert. Geblieben sind die Erdwälle, deren Konturen auf Luftaufnahmen von Danzig deutlich zu erkennen sind. Die neuzeitlichen Bastionen ersetzten bzw. ergänzten die Verteidigungsanlagen aus dem Mittelalter. In dieser Zeit war die Stadt von Wehrmauern und Türmen umgeben. Die Türme wurden im 15. Jahrhundert durch Bastionen ersetzt oder ergänzt. Eine dieser Bastionen ist am Milchkannentor erhalten geblieben. (fh)

Namen von Bastionen in Danzig:

  • Bastion St. Gertrud
  • Wieben-Bastion
  • Karren-Bastion
  • Elisabeth-Bastion
  • Jakobs-Bastion
  • Fuchs-Bastion
  • Luchs-Bastion
  • Mottlau-Bastion
  • Braunross-Bastion
  • Einhorn-Bastion
  • Löwen-Bastion
  • Ochsen-Bastion
  • Roggen-Bastion
  • Kaninchen-Bastion
  • Bär-Bastion
  • Sumpf-Bastion
  • Wolf-Bastion
  • Wisent-Bastion

Schleusen in Danzig

  • Steinschleuse

Tore in Danzig

  • Hohes-Tor
  • Leeges-Tor
  • Langgarten-Tor

Wegbeschreibung zur Bastion-St.-Gertrud

Von der ul. Długa nach Süden in die ul. Zbytki abbiegen und immer geradeaus. Die ul. Zbytki mündet in die ul. Rzeźnicka, die wiederum am Plac Wałowy endet.

Von der Bastion-St.-Gertrud zur Steinschleuse

Von der Wieben-Bastion Richtung Westen - die ul. Grodza Kamienna entlang - zur Steinschleuse. Der Weg führt am Leeges-Tor und der Wisent-Bastion vorbei.

Touristeninformation

Gdańskie Centrum Informacji Turystycznej
ul. Długi Targ 28/29
80-830 Gdańsk
Tel.: +48 (0) 58 3014355
E-Mail: gcit@gdansk4u.pl
Internet: www.gdansk4u.pl

Karte

Danzig (Gdańsk), ul. Długi Targ 28/29, 80-830
Danzig (Gdańsk), ul. Długi Targ 28/29, 80-830 Gdańsk (Google Maps)