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Ausgegeben am
Freitag, dem 25.07.2008, um 03:45 Uhr.

Geprägt wurde die Geschichte von Che³m, das am 14. Januar 1392 von König Wladyslaw Jagiello die Stadtrechte erhalten hatte, von zwei Religionsgemeinschaften. Das waren zum einen die Juden, die bis 1939 rund die Hälfte der Stadtbevölkerung stellten. Bereits seit 1440 gab es in Che³m eine jüdische Gemeinde. Sie war die älteste in Polen. Während des Zweiten Weltkrieges ermordeten die deutschen Besatzer die meisten Juden in den umliegenden Konzentrationslagern. An die Geschichte der jüdischen Einwohner erinnern nur einige wenige Häuser. Eines steht in der ul. Kopernika. Die Synagoge ist heute eine Bank.
Die Geschichte der zweiten Religionsgemeinschaft beginnt mit der Union von Brest. 1596 erkannten die orthodoxen Bischöfe im polnisch-litauischen Staat die römische Rechtssprechung an, behielten jedoch ihre traditionelle Liturgie nach byzantinischem Ritus. Che³m wurde das Zentrum der griechisch-katholischen Kirche (Uniertenkirche). Der Bischofssitz der griechisch-katholischen Kirche steht im Osten der Stadt, am Góra (Berg) Zamkowa (ein 50 m hoher Berg, von dem man einen herrlichen Ausblick über die Stadt genießen kann, außerdem sind die Reste eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zu besichtigen). Blickfang des Gebäudeensembels ist eine Barockkirche aus dem Jahr 1740, an deren Westseite sich zwei Türme erheben. Gleich daneben stehen der Palast der Bischöfe, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter Bischof Jozef Lewicki erbaut worden war, und das Usciluger Tor von 1616. Es wurde jedoch im 18. Jahrhundert noch einmal zum Klostertor umgebaut und ist deshalb in seiner ursprünglichen Form nicht erhalten.
Auf der anderen Seite des Góra Zamkowa befindet sich ein ehemaliges Seminar der griechisch-katholischen Kirche und die Kirche St. Niklas. Dabei handelt es sich um einen Sakralbau, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Stil des Barock errichtet worden war. Heute befindet sich im Seminar eine Kunstsammlung, die täglich - außer montags - zu besichtigen ist.
Das Ende der Uniertenkirche kam während der Teilungen Polens. Che³m lag im russischen Teil. Unter der Herrschaft des Zaren wurde 1875 in den Gouvernements Siedlce und Lublin die Union von Brest aufgehoben und die Unierten gewaltsam der russisch-orthodoxen Kirche einverleibt.
Zeugnisse anderer Glaubensrichtungen stehen in der ul. Mlodowskiej und in der ul. Lubelska. Es sind eine russisch-orthodoxe Kirche aus dem 19. Jahrhundert (1848-1852), die im Auftrag des russischen errichtet worden war und in der Ikonen und liturgische Bücher zu besichtigen sind, und die Piaristenkirche (Kosciol Pijarski) aus dem Jahr 1750. In der ul. Lubelska befindet sich außerdem das Stadtmuseum mit einer ständigen Ausstellung über die Geschichte von Che³m. Die Piaristenkirche und das Stadtmuseum liegen nicht weit vom Eingang ins Kreidebergwerk entfernt. (fh)
