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Ausgegeben am
Freitag, dem 03.09.2010, um 16:32 Uhr.

Grundmauern rekonstruiert
In der Innenstadt von Bütow ist die historische Bausubstanz nur teilweise erhalten. Teile der Stadt wurden 1945 bei den Kämpfen zwischen deutschen Truppen und der angreifenden Roten Armee zerstört. Nach der Einnahme der Stadt legten sowjetische Soldaten in der Stadt mehrmals Feuer. Am Ende waren rund 60 Prozent der Bausubstanz des Stadtzentrums zerstört.
Zu den zerstörten Gebäuden gehört die ehemalige katholische Katharinenkirche. Sie ist ein Beispiel für den Versuch, Besuchern das historische Gebäude näher zu bringen, ohne es wieder aufgebaut zu haben. Die Grundmauern der Kirche sind zu Beginn dieses Jahrhunderts bis zu einer Höhe von etwa einem Meter rekonstruiert worden. Der fast unbeschädigte Kirchturm war bereits 1964 vollständig restauriert worden. Heute beherbergt er eine Abteilung des Kaschubischen Museums.
An Stelle der Katharinenkirche stand schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts eine Kirche. Es handelte sich damals um einen zweischiffigen Kirchenbau mit einer polygonalen Apsis (halbrunde Altarnische). In den Jahren 1629, 1656 und 1700 wurde das Kirchengebäude durch Brände zerstört und schließlich 1716 als einschiffige Kirche wieder aufgebaut. In dieser Form stand sie bis zum März 1945.
Eisenbahnbrücke, über die nie ein Zug fuhr
Zentrum der heute etwa 17.000 Einwohner zählenden Stadt ist der Markt mit der Elisabethkirche, die zwischen 1847 und 1854 im eklektischer Stil errichtet wurde. Ab und zu fährt ein Auto den Markt entlang. Menschen überqueren ohne große Eile den Platz. Bütow ist eine Kleinstadt in der Kaschubei, in der das Leben gemächlich vor sich hinplätschert. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich in der Stadt holzverarbeitende Betriebe und Betriebe der Lebensmittelindustrie an. Zu dieser Zeit wurde auch die Eisenbahnbrücke in Bütow gebaut. Sie besteht aus vier Rundbögen. An den oberen Enden der Pfeilern sind unter anderem die Wappen von Pommern, Preußen und Bütow befestigt. Hätte es damals schon den Bund der Steuerzahler gegeben, wäre sie mit Sicherheit im Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung“ erwähnt worden. Sie war eine Fehlplanung und wurde nie in Betrieb genommen.
Zwischen den Weltkrieges lag Bütow nur wenige Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. Der polnischen Korridor verlief östlich der Stadt. Spannungsfrei war das Zusammenleben zwischen Polen und Deutschen auch hier nicht. Polnische Stadteinwohner gründeten Schulen und eine polnische Bank, was den deutschen Nationalisten ein Dorn im Auge war und sie dazu veranlasste, darauf mit Repressalien und Hetzjagd gegen die Polen zu antworten. Anführer der polnischen Minderheitenbewegung wurden verhaftet und in Konzentrationslager (unter anderem in das Konzentrationslager Stutthof) deportiert.
Nach dem Krieg und der Verschiebung der Grenzen Polens und Deutschlands wurde Bütow eine polnische Stadt. Aus Bütow wurde Bytów. Die deutschen Einwohner mussten die Stadt verlassen. Seit 1999 ist Bütow das administrative Zentrum des Landkreises Bytów.
In der Burg:
