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Ausgegeben am Sonntag, dem 05.02.2012, um 5.49 Uhr.

Vor der Teilung Polens hatte in Braniewo das berühmte Colegium Hosianum (Gründungsjahr: 1565) seinen Sitz. Es spielte eine wichtige Rolle bei der gegenreformatorischen Tätigkeit der Katholischen Kirche in Preußen, Ermland und Pommern und wurde zu einem wichtigen Instrument bei dem Versuch, Skandinavien zu rekatholisieren. Bis 1623 studierten am Colegium Hosianum mindestens 200 Studenten aus Dänemark, Norwegen und Schweden. Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahr 1780 wurde das Hosianum in das sog. Gymnasium Academikum umgewandelt. Seit 1818 hieß die Schule Lyzeum Hosianum, und im Jahr 1912 nutzte die Staatliche Akademie die Räumlichkeiten des ehemaligen Colegium Hosianum
Ende des II. Weltkrieges wurde die Stadt zu 80 Prozent zerstört. Auch die Katharinenkirche war nur noch ein Schutthaufen. Pioniere der Wehrmacht hatten den Kirchturm gesprengt, weil er eine ausgezeichnete Zielmarke für die Artillerie der angreifenden Roten Armee darstellte. In der Nachkriegszeit bauten die polnischen Einwohner von Braunsberg, das seit dem Ende des Krieges Braniewo heißt, die Katharinenkirche wieder auf.
(Frank Hilbert)
