Polish Online
Polen: Übersetzungsdienst & Reiseinfos
Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

Hauptnavigation

Unternavigation Städte & Regionen

Białowieża Nationalpark - Wisente, Wölfe und Luchse

  • Auf Facebook verbreiten
  • Auf Twitter verbreiten
  • Auf Google+ verbreiten

Das PTTK-Gebäude westlich vom Schlosspark in Białowieźa ist der Startpunkt für die Führungen durch den Białowieźa Nationalpark. Dorthin gehen wir am frühen Morgen und haben Glück. Wir können uns einer holländischen Touristengruppe mit einem deutschsprachigen Führer anschließen.

Wisente in einem Gehege nahe des Nationalparks Białowieza in Polen
Wisente in einem Gehege nahe des Nationalparks Białowieza in Polen. Fotos: Frank Hilbert

Białowieża ist ein kleiner Ort, der nur zwei Kilometer von der Grenze zu Weißrussland entfernt liegt. Er besteht überwiegend aus niedrigen Holzäusern, einer katholischen Backsteinkirche, einer othodoxen Kirche und den Überresten einer Schlossanlage. Ende des 19. Jahrhunderts ließ Zar Alexander III., der in den Wäldern rund um Białowieża - wie die polnischen Könige in früheren Jahrhunderten auch - auf die Jagd ging, hier ein Schloss errichten. Das Schloss ist nicht erhalten geblieben. Die deutschen Besatzer zerstörten es 1944. Das Zentrum des Schlossparks bildet heute das Gebäude, in dem das Muzeum Przyrodniczo-Leśne (Waldmuseum) und ein Hotel beheimatet sind. Die Idee für den Bau des Gebäudes ist in den 1990er Jahren gefallen. Finanziert wurde es unter anderem mit Zuschüssen der Weltbank. Ein Besuch im Museum ist unbedingt zu empfehlen. Auf 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche erhalten die Besucher eine ausführliche Einführung in die Fauna und Flora des Nationalparks Białowieża.

Bildungszentrum des Nationalparks Białowieża

Die holländische Reisegruppe mit ihrem polnischen Führer macht sich auf den Weg zum Eingang des Nationalparks Białowieża. Zunächst passiert sie einen Obelisk, der seit 1752 an eine Jagd August III. erinnert. In den Obelisk, der idyllisch auf einem Damm zwischen zwei Teichen steht, sind die Namen der wichtigsten Persönlichkeiten der Jagdgesellschaft aus dem Jahr 1752 eingemeißelt. Nur wenige Meter vom Obelisk entfernt steht das Jagdhaus, ein einstöckiges Holzhaus, das auch Dworek (Kleiner Palast) genannt wird. In ihm ist das Bildungszentrum des Nationalparks untergebracht. Unser Führer verliert nicht viele Worte über den Schlosspark. Dabei gebe es hier eine Menge zu sehen. 89 Baum- und Straucharten wachsen auf dem 47,77 ha großen Areal. Zu ihnen zählen Sommereichen, Bergulmen, Hängebirken und Linden. Verstreut über das Parkgelände stehen einige wenige Gebäude. Vom einstigen Zarenschloss ist das Tor übriggeblieben. Die Reste des Schlosses wurden geräumt und an seiner Stelle entstand zwischen 1965 und 1971 ein Museumsgebäude mit einem Hotel, mit dessen - wie bereits erwähnt - Modernisierung und Erweiterung 1999 begonnen worden war. Im früheren Pferdestall des Zaren befindet sich heute eine PTTK-Herberge und im Marschallhaus hat die Direktion des Nationalparks ihr Zuhause gefunden.

Umgekippte Eiche im Nationalpark Białowieża.
Imposant sind die Wurzelteller umgekippter Eichen im Nationalpark Białowieża.

An Feldern vorbei geht es zum Eingang des Nationalparks, den ein hohes Holztor markiert. Es ist - wie an den letzten Tagen - drückend heiß. Kaum aber betreten wir den dichten Urwald, wird es angenehm kühl. Der Wald, eine riesige Klimaanlage. Die Führung dauert zwei Stunden. In Białowieźa greifen die Menschen nicht in die Natur ein. Der Wald ist deshalb ein undurchdringliches Dickicht. Riesige Eichen stehen hier. Ihre Stämme sind nicht so verknöchert, wie man sie von freistehenden Eichen kennt. Sie wachsen schnurgerade in den Himmel und nur ganz oben entwickeln sie ein Ästegewirr. "Ganz klar", meint unser Führer. Blätter seien für die Photosynthese verantwortlich. Und dafür bräuchten sie Licht. Über 40 m groß können die Eichen werden. Einige von ihnen sind zwischen 400 und 500 Jahre alt. Wisente oder Wölfe bekommen wir während unseres Ausfluges nicht zu sehen. Selbst wenn sich die scheuen Tiere uns nähern würden, wären sie nicht durch das undurchdringliche Dickicht des Urwaldes zu sehen, sagt unser Führer. Wer Wisente aus unmittelbarer Nähe beobachten möchte, kann das Reservat Zubrów zwei Kilometer westlich von Białowieża besuchen. In riesigen Freigehegen leben hier Wisente, Wölfe, Elche, Wildpferde und Wildschweine.

Stadien des Verfalls toter Bäume gut erklärt

Zwischen der wuchernden Fauna liegen umgestürzte Eichen. Mehrere Meter hoch sind ihre flachen Wurzelteller, die nun senkrecht stehen. An vielen Beispielen erklärt uns unser deutschsprachige Führer die verschiedenen Stadien des Verfalls toter Bäume. Er zieht Vergleiche, erzählt von Besuchen in einem Urwald in Kanada und von Nationalparks in den USA. Er erzählt so interessant, dass sich sogar die Kinder während der zwei Stunden dauernden Wanderung nicht langweilen. Ich schaue auf das Namensschild an seiner Bluse. Er heißt Czesław Okołów. Kein Wunder also, dass er so viel weiß. Okołów war bis 2003 Direktor des Nationalparks. (fh)

Karte

Landkarte von Polen mit Nationalpark Białowieża

Wetter

Białystok, Polen

Wetter Polen Luftfeuchte:
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Sehenswürdigkeit

Bialowieza National Park Museum
Park Pałacowy 11
17-230 Białowieża
Tel.: +48 (0) 85 682-9700
E-Mail: infobpn@bpn.com.pl
Internet: www.bpn.com.pl

  1. Ausführliche Informationen über den Nationalpark Białowieża