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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Bad Warmbrunn (Cieplice)

Ein kleines Café. Im Kühlfach stehen hinter Glas selbst gemachter Kuchen und Torten. An den winzigen runden Tischen sitzen zwei ältere Ehepaare aus Deutschland. Das eine kommt aus Heilbronn, das andere aus der Nähe von Hamburg. Genaueres erfahren wir nicht. "Es ist schön hier", sagt der Ehemann aus Heilbronn. "Es gefällt uns auch", sagt der andere. "Wir zahlen für drei Wochen Kur nur 2.000 Euro", sagt der eine. "In Swinemünde kann man auch sehr gut kuren", erwidert der andere. "In den 2.000 Euro ist alles inklusive. Auch die Anwendungen", sagt der Heilbronner. "Viele fahren jetzt nach Swinemünde", spricht der andere unbeirrt weiter. "So ist das, wenn man ins Kuralter kommt", meint der Heilbronner. "Eine Szene wie aus Loriot", murmelt meine Frau, während sie ihren Espresso schlürft.

Innenstadt von Bad Warmbrunn (Cieplice)Polen Fotos
Hauptgeschäftsstraße in Bad Warmbrunn (Cieplice). Fotos: Frank Hilbert

Schon im 13. Jahrhundert war Bad Warmbrunn (Cieplice (Śąskie-Zdrój) über seine Grenzen hinaus für seine Mineral- und Thermalquellen bekannt. Kranke kamen von überall her in den Ort am Fuße des Riesengebirges, um sich kurieren zu lassen. Betreut wurden sie von Johannitern, die die Ländereien in dieser Gegend 1281 von Herzog Bernhard von Löwenberg geschenkt bekommen hatten. Der Andrang auf die Thermalquellen war so groß, dass die Ordensbrüder Ende des 13. Jahrhunderts eine Herberge und ein Kurmittelhaus errichten ließen.

Das Schaffgotsche Palais

Ende des 14. Jahrhunderts erwarb die Familie Schaffgotsch das Gut Warmbrunn. Von ihrer Herrschaft zeugt das barocke Schloss der Familie in der Hauptgeschäftsstraße von Bad Warmbrunn, dem Plac Piastowski. Johann Georg Rudolf aus Oppeln hatte es im Auftrag der gräflichen Familie zwischen 1784 und 1789 errichtet. Zu den Schmuckstücken des Palais gehörte zweifellos der Ballsaal im Empirestil und mit Intarsienfußboden.

An die früheren Besitzer des Hauses, denen bis 1945 große Teile des schlesischen Riesen- und Isergebirges gehörten, erinnert das Familienwappen der Schaffgotsch - ein Piastenadler - an der vorderen Fassadenfront. Heute befindet sich im Schloss eine Außenstelle der Technischen Hochschule Breslau (Wrocław).

Um die Thermalquellen kümmerten sich jedoch von Anfang des 15. Jahrhunderts an bis zur Säkularisierung in Preußen im Jahr 1810 die Zisterzienser, denen die gräfliche Familie die silizium- und fluoridhaltigen Quellen geschenkt hatten.

Unter den Kurgästen waren eine Anzahl sehr prominenter Persönlichkeiten. 1678 zum Beispiel weilte die polnische Königin Marysienka Sobieska zu einem Kuraufenthalt in Bad Warmbrunn. Die Gäste kamen aus halb Europa, aus Russland, Böhmen, Deutschland und Polen. 1850 zählte der Ort 5.000 Kurgäste.

Barockeinrichtung der Probsteikirche zu St. Johannes

Das Schaffgotsche Palais ist ein geeigneter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Am östlichen Ende des Plac Piastowski steht die Pfarrkirche. Erbaut wurde sie nach einem Entwurf von Kaspar Jentsch in nur zweijähriger Bauzeit zwischen 1712 und 1714. Bauherren waren die Zisterzienser. Die Einrichtung ist - wie es sich für eine Barockkirche geziemt - reich verziert. Blickfang im Inneren ist der Hochaltar im Rokokostil (Spätbarock), den ein Altarbild von Michael Willmann ziert, der den Beinamen Schlesische Raffael trägt. Das besondere an der Kirche ist ihr separat stehender Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert.

Einige Minuten Zeit sollte man sich für die Besichtung der Hofmauer nehmen. In ihr sind Renaissance-Grabplatten der Familie Schaffgotsch eingemauert. Mit ein wenig Geduld lassen sich die verwitterten Inschriften der Grabsteine entziffern. So erfährt der Betrachter, dass ein "Schaffgotsches Töchterlein ihres Alters 4 Jahr Ano 1580 den 17. Februar 16 Woche(n) der Gottesgnade ist selig entschlafen Ludmila". Unweit der Pfarrkirche steht das imposante Zisterzienserkloster mit Kreuzgang und Barockkapellen. Erbaut wurde das einschiffige Gebäude zwischen 1712 und 1714.

Am westlichen Ende wird der Plac Piastowski von der evangelischen Erlöserkirche begrenzt, die im 18. Jahrhundert (1774 bis 1777) im Stil des Rokoko errichtet worden ist. Die schlicht anmutende Innenausstattung aus Holz stammt von dem Hirschberger Künstlers Heinrich Wagner.

Kurpark in Bad Warmbrunn (Cieplice)
Kurpark in Bad Warmbrunn (Cieplice).

Die Hauptgeschäftsstraße gehört zu den schönsten Straßen der Stadt. Bei guter Sicht kann man zwischen den Häusern die Gipfel des Riesengebirges erspähen. Eingerahmt wird das Panorama von farbenfrohen Fassaden. Nicht alle Häuser in der Hauptgeschäftsstraße können jedoch auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Nur wenige Meter von der St. Johanneskirche entfernt steht das Kurmittelhaus. Auf den ersten Blick könnte es aus der sozialistischen Ära Polens stammen. Doch der Eindruck täuscht. Gebaut wurde das Kurmittelhaus, in dem die Kurverwaltung ihren Sitz hat, zwischen 1921 und 1931. Damals schmückte es sich mit dem Namen "Kurhotel Quellenhof". Am Rande sei erwähnt, dass im Mittelalter an dieser Stelle Badebecken standen. Sogar ein Pferdebad zur Behandlung von Tieren soll es hier gegeben haben.

Kurpark

Gleich hinter dem Schaffgotschen Palais beginnt der Kurpark. In dem englischen Garten (seit 1838) laden das im klassizistischen Stil errichtete Theater in den Sommermonaten regelmäßig zu Kurkonzerten ein. Bei der daneben stehenden - ebenfalls im Stil des Klassizismus errichteten - so genannten Galerie (1798 bis 1800) hat es die Kurverwaltung mit dem Denkmalschutz nicht so genau genommen. Unter dem Säuleneingang sind die Facetten an der Decke mit Spanplatten verkleidet. Durch die Bäume hindurch ist vom Theater aus das Kurhaus "Edward" zu sehen. Im Saal des Kurhauses werden heute die überwiegend aus Deutschland kommenden Kurgäste verköstigt. Die Decke des weiträumigen Saales ist mit Malereien reich verziert und in den Ecken stehen riesige Palmen. Bogenfenster, die vom Fußboden bis unter die Decke reichen, geben den Blick auf die Parkanlage frei.

An der Südseite des Parks grenzt der Norwegische Park an, der früher einmal den Namen Füllnerpark trug. Hier befindet sich das Naturwissenschaftliche Museum von Jelenia Góra mit einer umfangreichen zoologischen Sammlung. Untergebracht ist es im Norwegischen Pavillon aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, einem Blockhaus. Als Vorbild für den Entwurf des Hauses diente das Restaurant Frognersaeteren in der Nähe der norwegischen Hauptstadt Oslo. (fh)

Karte

Landkarte von Polen mit Bad Warmbrunn (Cieplice)

Wetter

Bad Warmbrunn (Cieplice), Polen24.03.2017 – 20:51 Uhr
trüb
Bad WarmbrunnWetter Polen1 °CLuftfeuchte: 88%
Luftdruck: 1029 hPa
Windgeschwindigkeit: 2.1 m/s
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Wirtschaft

Kurort, Tourismus

Einwohner

Seit 1975 ist Bad Warmbrunn ein Stadtteil von Jelenia Góra (Hirschberg). Jelenia Góra hat rund 87.000 Einwohner.

Bildung:

Außenstelle der Technischen Fakultät der Universität Wrocław (Breslau).

Touristeninformation

Karkonoska Informacja Turystyczna
Plac Ratuszowy 6/7
58-500 Jelenia Góra
Tel.: +48 (0) 75 519509343
E-Mail: it@jeleniagora.pl

Karte

Hirschberg (Jelenia Góra), Plac Ratuszowy 6/7, 58-500
Hirschberg (Jelenia Góra), Plac Ratuszowy 6/7, 58-500 Jelenia Góra (Google Maps)