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Ausgegeben am Freitag, dem 10.02.2012, um 3.17 Uhr.
Der Protest der jungen polnischen Romantiker resultierte nicht aus einem jugendlichen Übermut, sondern aus dem tiefen Wunsch, die nationale Unabhängigkeit für das Vaterland wiederzuerlangen. Eine Rückbesinnung auf das Individuelle und das von der Zivilisation (und somit auch der Politik) Unberührte war die Folge. In der Literatur machte sich die Hinwendung zum einfachen Volk, das mit seinen Bräuchen aber auch seinem Aberglauben als Träger der universellen Wahrheit angesehen wurde. Ein weiteres Merkmal der polnischen Literatur in Romantik war die hervortretende Spannung zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft. Im Vordergrund stand die tragische Figur des romantischen Helden und sein innerer Konflikt, die Zerrissenheit zwischen dem persönlichen Streben nach Glück und den patriotischen Pflichten.
Neue literarischen Gattungen tauchten auf, wie die Ballade, das romantische Drama und die poetische Erzählung.
Der misslungene Januaraufstand von 1863 gegen die russische Besatzungsmacht wurde zum Wendepunkt der Romanik in Polen. Ein Teil der Künstler verließ Polen (vor allem nach Frankreich), wirkte aber in der Emigration schöpferisch weiter. Zum zentralen Thema der Poesie der im Land verbliebenen Dichter wurden die Verschwörung und der Aufstand.
Polnische Dichter der Romantik (Hervorgehoben wurden die
sog. "Wieszczowie", die in Polen besonders verehrten und als visionär
angegesehenen Dichter):