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Polnische Literatur - Renaissance (Renesans): ca. 1450 bis 1630

Das Zeitalter der Renaissance zeichnet sich durch wichtige kulturelle und wirtschaftliche Veränderungen aus. Zum Ende des Mittelalters wachsen die Städte rapide, Handwerk und Handel erleben einen Aufschwung. Die Naturalienwirtschaft wird von der Geldwirtschaft abgelöst, was unter anderem zur starken Entwicklung des Bürgertums führt. Der Mensch wird als etwas Großes und Wertvolles betrachtet. Nicht mehr Gott - wie im Mittelalter - sondern der Mensch rückt nun ins Zentrum des Interesses (Antropozentrismus). Mehr noch: In der Kunst und Philosophie wird die Einzigartigkeit des Menschen unterstrichen, er ist nicht mehr ausschließlich der Bestandteil einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe.

Der vitruvianische Mensch, Proportionsstudie nach Vitruv von Leonardo da Vinci (1492)
Der vitruvianische Mensch, Proportionsstudie von Leonardo da Vinci aus dem Jahr 1492.

Für die Menschen des Mittelalters war das Leben eines Einzelnen von Anfang an durch die soziale Hierarchie festgelegt, in die er hineingeboren wurde. In der Renaissance werden die Menschen sich zum ersten Mal bewusst, dass sie ihre Persönlichkeit frei entfalten und ihren Lebensweg frei bestimmen und gestalten können. Auch die Beziehung zu Gott ist eine andere geworden: Gottes Werk soll in erster Linie dem Menschen dienen. Das Streben nach Glück im Diesseits wird als etwas Natürliches und Positives gewertet. Gleichzeitig wird Kritik an der Kirche laut: Im Jahr 1517 schlägt Martin Luther seine berühmten 99 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche, in denen er u. a. den Ablasshandel der Kirche und den maßlosen Luxus am päpstlichen Hof verurteilt. Der Auftritt Luthers ebnet den Weg der Reformation und der anschließenden Spaltung der Kirche.

Die Renaissance verdankt ihren Namen der Wiedergeburt des Gedankengutes der antiken Dichter und Philosophen, der Wiederentdeckung des Interesses am Menschen und seiner Umwelt. Eine zentrale Rolle spielen hier die Humanisten, die das menschliche Wesen zu ergründen versuchen, indem sie Werke antiker Autoren studieren.

Im Zeitalter der Renaissance ändert sich die auch die Rolle der Literatur. Die Dichter treten aus der Anonymität hervor und streben nach Anerkennung ihrer Leserschaft. Die Bewertung des literarischen Schaffens hängt vom Talent und vom künstlerischen Erfolg und nicht mehr von der sozialen Herkunft ab. Die Literatur verfolgt nicht nur didaktische Ziele, sie soll auch den Dichter und den Helden besingen. Eine wichtige Stellung in der Literatur der Renaissance nimmt der Klassizismus ein, der an die Antike anknüpft und den Begriff des gelehrten Dichters (poeta ductus) prägt. In Polen erlebt die Literatur der Renaissance ihre Blüte im sog. "Goldenen Zeitalter" (16. Jahrhundert). (fh)

Polnische Schriftsteller der Renaissance:

  • Mikołaj Rej (1505-1569)
  • Jan Kochanowski (1530-1584)
  • Andrzej Frycz Modrzewski (1503-1572)
  • Szymon Szymonowic (1558-1629)
  • Łukasz Górnicki (1524-1603)
  • Piotr Skarga (1536-1612)
  • Andrzej Krzycki (1482-1537)
  • Mikołaj Hussowski Hussowczyk (gest. ca 1533)
  • Jan Dantyszek Dantiscus (1485-1548)
  • Klemens Janicki Janicjusz (1516-1542)
  • Szymon Szymonowic (1558-1629)