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Ausgegeben am Freitag, dem 24.05.2013, um 18.18 Uhr.
Die in der Zeit der Romantik geprägten Ideale wichen einer rationalen Ernüchterung. Als einzig mögliche Methode, das Polentum trotz vielfältiger Unterdrückungsmechanismen der Besatzungsmächte zu erhalten, sahen die polnischen Positivisten nicht in nationalen Erhebungen, sondern in Arbeit und in konstruktivem Patriotismus. Polen sollte seine Unabhängigkeit schrittweise durch organische Arbeit und die Arbeit an der Basis, d. h. durch die solidarische Mitarbeit aller gesellschaftlicher Schichten am wirtschaftlichen Aufschwung des Landes, an der Verbesserung der Lebensbedingungen der Massen (vor allem der Ärmsten der Gesellschaft) und am breiteren Zugang aller Staatsbürger zur Bildung. Die Idee der organischen Arbeit basierte auf der Annahme, dass der Staat eine Art Organismus sei, der nur dann richtig funktionieren könne, wenn auch seine einzelnen Organe stark und gesund seien.
Zu den weiteren Postulaten des polnischen Positivismus gehörte die Emanzipation der Frauen, die Assimilierung der Juden und ein Entgegenwirken der Germanisierung, die Folge der Bismarckschen Politik („Kulturkampf“) war. In der Literatur des Positivismus dominieren kleine epische Formen wie Novellen, Erzählungen oder Skizzen. Die Schriftsteller sahen in der Literatur in erster Linie ein Instrument, um ausgewählte Probleme sozialer oder moralischer Natur darzustellen. (bw)
Polnische Autoren des Positivismus: