Blick von der Schneekoppe

Die Sudeten laden zum Wandern und Skifahren ein.

Dom von Frauenburg

Wirkungsstätte des Astronomen Nikolaus Kopernikus.

Blick auf die Altstadt von Lublin

Die Stadt im Osten Polens strahlt italienisches Flair aus.



Polnische Literatur - Mittelalter (¦redniowiecze): 4./5. – 15. Jahrhundert

Der Verfall und Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 markieren den Beginn des Mittelalters. Das dominierende sozial-politische System ist der Feudalismus, Landbesitz ist ein wichtiger Faktor. Kaiser und Päpste tragen Machtkämpfe um den Einfluss in Europa aus (10.-13. Jh.). Das hierarchisch strukturierte Sozialgefüge besteht aus unterschiedlichen Ständen mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten. Das scheinbar stabile und geregelte System gerät regelmäßig ins Wanken, was sich in sozial und religiös bedingten Auseinandersetzungen manifestiert, die bereits die Reformation im 16. Jahrhundert ankündigen. Zu den mittelalterlichen Vordenkern, die eine Reform der Kirche anstreben oder diese als Institution gar ablehnen, gehören u. a. Thomas Münzer (Deutschland) und Jan Hus (Böhmen). Ein wichtiges historisches Ereignis für Polen ist die Taufe im Jahr 966, die das Land zum politischen Partner des christlichen Europa macht.

Merkmale der Literatur im Mittelalter:
  • Zweisprachigkeit: Latein ist die Amtssprache im Schul- und Gerichtswesen, in der Literatur und Kirche. Außerhalb dieser Bereiche werden die Landessprachen gebraucht.
  • Anonymität: Die Autoren signieren ihre Werke nicht, so dass ihre Namen der Nachwelt unbekannt bleiben. Die Literatur dient nicht dem persönlichen, sondern dem Ruhm Gottes.
  • Universalität: Im Mittelalter glaubt man, dass die ganze Menschheit einen gemeinsamen Staat auf Erden bilde, dessen Ziel es sei, ein Gottesstaat mit einem geistlichen (Papst) und einem weltlichen Herrscher (Kaiser), einer gemeinsamen Sprache (Latein), einer Religion (Christentum) und einem gesellschaftlichen System (Feudalismus) zu werden.

Ihre Inspiration schöpft die mittelalterliche Literatur aus der christlichen Religion. Die Rolle des Kulturträgers fällt der Kirche zu, weshalb auch die ältesten Zeugnisse der polnischen Sprache einen sakralen Charakter haben. Zunächst werden die Schriftstücke aus dem Westen „importiert”, doch schon bald verfassen die polnischen „scriptores“ ihre eigenen Werke. Die Autoren sind vermutlich Geistliche, deren Namen meist anonym bleiben.
Die drei großen Genres der mittelalterlichen Literatur sind die Ritterdichtung, die Liebeslyrik (Minne) und die Heiligenlegenden. (Barbara Woyno)

Die ältesten Zeugnisse der polnischen Sprache:

  • Einige polnische Begriffe in der Gnesener Bulla (Bulla gnie¼nieñska, 12. Jh.
  • Der polnische Satz „daj, aæ ja pobruszê, a ty poczywaj“ im Heinrichauer Gründungsbuch (Ksiêga Henrykowska, 13. Jh.)
  • Bogurodzica (ein religiöses Lied, das von polnischen Rittern vor den Schlachten gesungen wurde - 13. Jh.)
  • Heiligenkreuzer Predigten (Kazania ¶wiêtokrzyskie), 14. Jh.
  • Psalmenbuch „Psa³terz floriañski“, 14. Jh.
  • Gnesener Predigten (Kazania gnie¼nieñskie), 15. Jh.
  • Psalmenbuch „Psa³terz pu³awski”, 15. Jh.
  • Die Bibel der Königin Sophie (Biblia królowej Zofii), 15. Jh.

Chronisten (schrieben in lateinischer Sprache):

  • Gallus Anonymus (12. Jh.)
  • Wincenty Kad³ubek (13. Jh.)
  • Jan D³ugosz (15. Jh.)



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