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Ausgegeben am Dienstag, dem 02.09.2014, um 18.05 Uhr.


Kirchenruine im Ostseebad Hoff (Trzęsacz), Pommern in Polen


Kirche an der Steilküste im Seebad Hoff
Die Überreste der Nikolaikirche an der Steilküste von Hoff. Foto: Frank Hilbert Das Seebad Hoff (Trzęsacz) a. d. Ostsee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der polnischen Ostseeküste Polens. Das Dorf, das zur Landgemeinde Rewal gehört, liegt genau auf dem 15. Meridian, der „Mittagslinie“, die die mitteleuropäische Zeit bestimmt. Darüber informiert eine kleine Tafel, die zwischen zwei alten Eschen mit einem Stammesumfang von ca. 370 Metern aufgestellt ist. Die eigentliche Sehenswürdigkeit sind jedoch die Kirchenruinen, neben denen die beiden Naturdenkmäler wachsen. Es sind die Überreste einer spätgotischen Kirche, der Nikolaikirche, aus dem 15. Jahrhundert, die 2 km von der Küste entfernt errichtet worden war.


Das Ostseeufer in der Region zwischen Trzęsacz (Hoff) und Niechorze (Hoff) ist ständigen Unterspülungen ausgesetzt. Der Landverlust beträgt hier ca. 2 km pro Jahr. Im Jahr 1805 war das Gotteshaus nur noch 25 Meter von der Küste entfernt, achtzig Jahre später stand die Kirche, die 1874 aus Sicherheitsgründen geschlossen worden war, bereits direkt an der Abbruchkante. Der prächtige Altar der alten Dorfkirche wurde nach Cammin (heute Kamień Pomorski) ausgelagert. Er ist jetzt im Südflügel des Camminer Johannisdoms zu bewundern.

Im Jahr 1901 ist die Hälfte der alten Kirche von Hoff mitsamt dem ausgespülten Kliff weggebrochen und in die Tiefe gestürzt. Auch ein Teil des Kirchfriedhofs stürzte ins Meer hinab. Die Kirchenruinen inspirierten zahlreiche Künstler, so auch den deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger (1871-1956). In der Zeit zwischen 1891 und 1936 verbrachte er seine Sommerurlaube an der Ostsee und verewigte die Kirchenruine von Hoff auf rund dreißig Zeichnungen und Gemälden.

Seit der letzten Verwüstung durch die Naturgewalten am 1. Februar 1994 ist von der alten Dorfkirche nur noch eine Wand stehen geblieben. Wer also ein romantisches Fotomotiv von der polnischen Ostesseküste sucht, sollte sich beeilen: Vermutlich schon mit der nächsten großen Sturmflut wird sich das Meer auch den Rest des 500 Jahre alten Baudenkmals holen. Es sei denn, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts befestigte Steilküste unterhalb der Kirchenruine hält den Naturgewalten stand. Gleichzeitig mit den Befestigungsarbeiten hat die Gemeinde Hoff eine Aussichtsplattform errichtet, die weit über die Steilküste hinausragt und von der die Besucher einen beeindruckenden Blick auf die Kirchenruine und den Strand haben. (bw)


Landkarte:

Landkarte von Polen mit Hoff

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