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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Ostseebad Leba (Łeba) in Polen

Nirgendwo an der polnischen Ostseeküste ist der Sand so fein wie an den Stränden von Leba (polnisch: Łeba). Kein Wunder also, dass sich der auf einer Landzunge zwischen Kiefernwäldern und dem Lebasee (Jezioro Łebsko) und dem Sarbsker See (Jezioro Sarbsko) am Ostrand des Slowinzischen Nationalparks gelegene kleine Badeort, in dem der gleichnamige Fluss in die Ostsee mündet, zu einem der beliebtesten Seebädern Pommerns entwickelt hat.

Hotel Neptun am Ostseestrand von ŁebaPolen Fotos
Hotel Neptun am Ostseestrand von Leba (Łeba). Fotos: Frank Hilbert

Vom Deutschen Ritterorden gegründet, verlieh der Hochmeister Winrich von Kniprode Leba bereits 1357 das Lübecker Stadtrecht. Grundlage der Wirtschaft bildete der Dorsch- und Störfang, woran heute noch das Stadtwappen von Leba erinnert. Einen zentralen Platz in der bei einer Sturmflut im 16. Jahrhundert zerstörten Nikolaikirche nahm die Figur eines Dorsches ein, den die örtlichen Fischer liebevoll auf Plattdeutsch „Pomuchel“ nannten und der bei Prozessionen feierlich durch die Stadt getragen wurde.

Jugendstilhotels und Pensionen

Seit dem Bahnanschluss an Lauenburg (Łębork) Ende des 19. Jahrhunderts begann der Aufschwung durch den aufkommenden Fremdenverkehr und die rasante Entwicklung des Fischerortes zu einer der beliebtesten Urlaubsregionen. In dieser Zeit entstanden in Leba die schönsten Jugendstilhotels- und Pensionen. Direkt am Strand entstand 1907 für Gäste aus der High Society ein Kurhaus im Stil eines verspielten Schlösschens – das heutige Hotel „Neptun“. Das inoffizielle Wahrzeichen von Leba, wo man nicht nur vornehm nächtigen, sondern auch nur auf der Terrasse gemütlich ein Käffchen genießen kann, bietet einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer.

Leba - Strandquartier von Max Pechstein

Zu Beginn der 1920er Jahre entdeckte der Expressionist und „Brücke“-Maler Max Pechstein (1881-1955) Leba für sich. Nachdem 1920 Nidden auf der Kurischen Nehrung, wo er immer wieder künstlerisch tätig war, unter französische Verwaltung geriet und schließlich litauisch wurde, fand Pechstein in Leba eine ähnliche Landschaft als Ersatz. In seinen Lebenserinnerungen lesen wir:

Zu Fuß streifte ich die Ostseeküste, nach Westen marschierend, ab. Ich entschloss mich zuletzt, in Leba mein Standquartier zu errichten. Wenngleich dort andere Menschen, andere Fischertypen, lebten, so wiesen doch die große Lontzker Wanderdüne und das weit ausgebreitete Dünengelände eine gewisse Ähnlichkeit mit der Kurischen Nehrung auf, die mich bewog, hier zu arbeiten.[1]

In farbgewaltigen Landschaftsgemälden verewigte Pechtstein die Schönheit der Gegend. Ein Gemälde von Max Pechstein, das über 2 Meter hohe Bildnis der „Madonna als Fürbitterin“, schmückt die Fischerkirche Mariä Himmelfahrt (kościół pw. Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny). Pechstein lebte in Leba von 1921 bis 1945.

Fischerboote im Hafen von Leba an der Ostsee in Polen
Fischerboote im Hafen von Leba.

Lebas touristische Infrastruktur umfasst nicht kilometerlande Puderzuckestrände, eine große Zahl von Unterkunfts- und Einkehrmöglichkeiten für jeden Geldbeutel und optimalste Bedingungen für Segelfans, sondern auch eine Menge mehr oder weniger anspruchsvolle Unterhaltung für jeden Geschmack. Seit der Eröffnung des neuen Jachthafens im Jahr 1998 verwandelt sich der Ort jedes Jahr in der Sommersaison in das „Souveräne Fürstentum Leba“ (Niezależne Księstwo Łebskie) mit einem eigenen Herrscher und mit eigenen Rechten. Zur Unterhaltung der Badegäste finden zu dieser Zeit zahlreiche Volksfeste, Spiele, Badeaktionen, Film,- Musik- und Theateraufführungen und bunte Umzüge statt. Ende Juli wird die Miss Bikini gewählt, und Anfang August findet die Techno-Parade statt. Die meisten Veranstaltungen finden am Oststrand in Höhe des Hotels Neptun und am Sarbsker See statt. (fh)

Sehenswürdigkeiten in und um Leba (Łeba) an der polnischen Ostsee

asdf

  • Slowinzischen Nationalparks mit den Wanderdünen. Der Eingang zum Nationalpark befindet sich in Rąbka, das drei Kilometer von Leba entfernt liegt. Von Rąbka bis zur höchsten Düne, der 42 m hohen Lonske Düne (Łącka Góra), sind es ca. fünf Kilometer. Sie können die Strecke zu Fuß oder in kleinen Elektrobussen zurücklegen.
  • Raketenversuchsanstalt bei Rąbka. Es liegt etwa auf halber Strecke zwischen Rąbka und Düne Lonske und ist in der Sommersaison (Mai - September) geöffnet.
  • Naturkundemuseum des Slowinzischen Nationalparks in Leba / Rąbka (Muzeum Przyrodnicze Słowińskiego Parku Narodowego), das ebenfalls in der Sommersaison (Mai - September) für Besucher geöffnet ist.
  • Fischerkirche Mariä Himmelfahrt (kościół pw. Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny) in Leba, errichtet 1683. Besonders sehenswert ist das Bildnis der "Madonna als Fürbitterin" des "Brücke"-Malers Max Pechstein, der zeitweise in Leba lebte.
  • Kirchenruine der gotischen Nikolaikirche, die bei einer Sturmflut im 16. Jahrhundert zerstört worden ist. Die Mauerreste stehen in der ul. Turystyczna (Koordinaten: 54.763611, 17.534722).
  • Leuchtturm Stilo (Latarnia morska Stilo), der auf einer 42 Meter hohen Düne östlich von Leba thront (Koordinaten: 54.786573, 17.734648). Der Leuchtturm ist 33 m hoch und kann in den Sommermonaten von Mai bis September besichtigt werden.
  • Leba-See und Sarbsker See
  • Slowinzisches Freilichtmuseum in Kluki (Klucken)
  • Kaschubisches Museum in Kartuzy (Karthaus)

Karte

Landkarte von Polen mit Leba (Łeba)

Wetter

Leba (Łeba), Polen23.03.2017 – 21:15 Uhr
wolkenbedeckt
LebaWetter Polen4.56 °CLuftfeuchte: 78%
Luftdruck: 1032.24 hPa
Windgeschwindigkeit: 3.57 m/s
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Sehenswürdigkeit

Naturkundemuseum des Slowinzischen Nationalparks (Muzeum Przyrodnicze Słowińskiego Parku Narodowego)
Rąbka 3
84-360 Łeba

Touristeninformation

Touristeninformation (Lokalna Organizacja Turystyczna Łeba-Błękitna Kraina)
Listopada 5 a
84-360 Łeba
Tel.: +48 (0) 519 663105

Karte

Leba - Touristenformation, Listopada 5 a, 84-360
Leba - Touristenformation, Listopada 5 a, 84-360 Łeba (Google Maps)

Anmerkungen

  1. (Max Pechstein: Erinnerungen. Wiesbaden 1960, S. 107f.)