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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Klucken (Kluki) - Freilichtmuseum

Die quirlige, leicht rundliche Dame ist eigentlich noch in Mutterschutz, vertritt an diesem Tag aber für eine erkrankte Kollegin. Vor gut zwanzig Jahren, als ich das letzte Mal das Freilichtmuseum „Slowinisches Dorf“ in Kluki (ehem. Klucken) besucht hatte, konnte man sich auf dem Musemsgelände noch frei bewegen und in jede Bauernkate reinschauen. Heute muss der Besucher einem der Museumsmitarbeiter folgen, der einen großen Schlüsselbund mit sich trägt und jedes Haus für den jeweiligen Besucher öffnet. Natürlich bekommt man auf Wunsch interessante Informationen zu den Ausstellungsobjekten und zur Lebensweise und Kultur des Volkes der Slowinzen.

Ein mit Schilf gedecktes Haus im Klucki
In dem mit Schilf gedeckten Haus im Freilichtmuseum in Klucki hat die Kasse ihr Zuhause gefunden. Fotos: Frank Hilbert

Sämtliche in traditioneller Bauweise errichteten Fachwerkhäuser, die man in Kluki besichtigen kann, gehörten zu historischen Bauernhöfen aus der Region, die vor dem Verfall und Abriss gerettet wurden. Diese wurden zusammen mit den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden an ihren ursprünglichen Orten abgetragen. Dabei wurden die einzelnen Bauteile genauestens nummeriert und katalogisiert und die Gebäude schließlich auf dem ca. 10 Hektar großen Museumsgelände, das seit 1963 existiert, wieder aufgebaut. Neben den oft erstaunlich prächtigen, kunstvoll verzierten Möbeln in der bäuerlichen „guten Stube“, den üblichen Aussteuertruhen, Butterfässern, Kaffeemühlen und Waschbrettern sind in den Scheunen, Ställen und Gehegen auch historische landwirtschaftliche Geräte ausgestellt, deren ursprüngliche Verwendung sich dem modernen Besucher nicht sofort erschließt. Zum Teil werden die Geräte auf den museumseigenen Äckern vorgeführt. Auch Kleinviehzucht (Hühner, Gänse) wird zur Freunde großer und kleiner Museumsgäste betrieben. Da zum Lebensunterhalt der Slowinzen und Kaschuben in großem Maße auch die Fischerei beitrug, dürfen im Museum natürlich auch keine Fischerkaten mit den dazugehörigen Fischfanggeräten fehlen.

Die freundliche Mitarbeiterin des Museums erläutert gern und ausführlich den Gebrauch der geheimnisvollen und antik anmutenden Gerätschaften. Von ihr erfahre ich auch, dass das Museum häufig Besuch von den Nachfahren der ehemaligen Besitzer der Bauernhäuser bekommt, von denen viele nach Deutschland ausgewandert sind und heute gern Einblicke in den Alltag ihrer Familien in der alten Heimat gewähren. Oft heißt es dann: „Als wir noch hier lebten, stand der Tisch nicht an dieser Stelle, sondern direkt am Fenster. Diese Pendeluhr gehörte dem Gemeindevorsteher, so was Wertvolles hätten sich meine Eltern nie leisten können.“

Gänse im Freilichtmuseum Kluki
Gänsealarm: Diese Gänse, die im Freilichtmuseum zu Hause sind, wollen offensichtlich nicht fotografiert werden.

Neben Fischfang und Ackerbau widmeten sich die früheren Bewohner von Klucken der Torfgewinnung. Torf wurde vorwiegend als Heizmaterial verwendet. Das Torfstechen in der Umgebung von Kluki, das traditionell Anfang Mai stattfand, wurde als „Schwarze Hochzeit“ bezeichnet. Zahlreiche Informationstafeln im Museum veranschaulichen diese schwere Arbeit. In Erinnerung an die „Schwarze Hochzeit“ findet jedes Jahr am ersten Wochenende im Mai im Freilichtmuseum eine Festveranstaltung statt mit Musik, Tänzen und Vorführungen traditionellen Handwerks.

Bei der Anreise nach Kluki sollte man eine weitere Sehenswürdigkeit nichtverpassen, die linker Hand kurz vor der Ortseinfahrt liegt: einen denkmalgeschützten Friedhof, der Teil des Freilichtmuseums ist. Die schmiedeeisernen Kreuze und Grabsteine schmücken Inschriften größtenteils in deutscher Sprache. Es sind die Grabstätten der slowinzischen Familien (Kötsch, Klick, Kirk, Ruch usw.) , die einst das Dorf bewohnten. (fh)

Wetter

Klucken (Kluki), Polen24.03.2017 – 20:56 Uhr
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KluckenWetter Polen3 °CLuftfeuchte: 74%
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Kontakt

Freilichtmuseum „Slowinisches Dorf“ (Muzeum Wsi Słowińskiej w Klukach)
Kluki 27
76-214 Smołdzino
Tel.: +48 (0) 59 8463020
E-Mail: muzeum@muzeumkluki.pl
Internet: www.muzeumkluki.pl

Karte

Klucken (Kluki) - Freilichtmuseum „Slowinisches Dorf“, Kluki 27, 76-214
Klucken (Kluki) - Freilichtmuseum „Slowinisches Dorf“, Kluki 27, 76-214 Smołdzino (Google Maps)