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Kommandaten des Konzentrationslagers Groß-Rosen - Strafverfolgung

70 Ermittlungsverfahren wurden in der Bundesrepublik gegen Personal des Konzentrationslagers (KZ oder KL) Groß-Rosen eröffnet, von denen viele nach jahrelangen Ermittlungen eingestellt wurden. Zu den Verurteilten gehörte der Rapportführer Hellmut Eschner, der eine zwölfjährige Haftstrafe erhielt. Der Blockälteste des Außenlagers Görlitz, Adolf Eichner, wurde in Hamburg zu sechs Jahren Zuchthaus wegen "Misshandlung und Körperverletzung mit Todesfolge" in drei Fällen verurteilt. Die Opfer waren jüdische Häftlinge. Den letzten Lagerkommandanten, Johannes Hassebroek, verurteilte ein britisches Militärgericht 1948 wegen der Erschießung von britischen Offizieren in Groß-Rosen zum Tode. Das Todesurteil wurde in eine fünfzehnjährige Haftstrafe umgewandelt. 1954 wurde Hassebroek bereits aus dem Gefängnis entlassen. Ein späteres Verfahren gegen ihn vor dem Landgericht Braunschweig endete 1970 mit einem Freispruch.
Mehrere Todesurteile wegen Verbrechen an Häftlingen aus dem KL Groß-Rosen wurden in Polen verhängt: 1945 gegen den ehemaligen Kreisleiter von Neusalz Ernst Ludwig Dickmann, 1948 gegen den einstigen Blockführer Helmut Theodor Schulze und 1947 gegen Stanislaus Kaczyska. Letzterer soll an der Erschießung von Häftlingen während einer Evakuierung beteiligt gewesen sein.
Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR kam zu keinen Anklagen, die im Zusammenhang mit Verbrechen im KZ Groß-Rosen standen.

Kommandaten
Name Kommandant in der Zeit Strafverfolgung nach dem Krieg
Arthur Rödl (1898-1945) Mai 1941 - 15. September 1942 Im April 1945 nahm sich Rödl in Swinemünde (Świnoujście) das Leben.
Wilhelm Gideon (geboren 1898 in Oldenburg, Todeszeitpunkt nicht bekannt) September 1942 - Oktober 1943 Ein Ermittlungsverfahren, welches nach dem Krieg in Hannover gegen ihn eingeleitet worden war, wurde 1962 eingestellt.
Johannes Hassebroek (1910-1977) Oktober 1943 - Februar 1945 Ein britisches Militärgericht verurteilte Hassebroek 1948 zum Tode, weil in seiner Zeit als Lagerkommandant britische Offiziere im Konzentrationslager Groß-Rosen erschossen worden waren. Er wurde begnadigt und die Todesstrafe in eine lebenslange Haft umgewandelt. 1959 wurde das Strafmaß auf 15 Jahre Gefängnis verkürzt. Am 14. September 1954 wurde er aus der Haft entlassen. 1967 stand Hassebroek erneut vor Gericht, diesmal vor dem Landgericht Braunschweig wegen Mordes an zwölf Häftlingen. Das Verfahren endete 1970 jedoch mit einem Freispruch.