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Sehenswertes rund um Zakopane

"Der Giewont zur Linken, die Gubałówka zur Rechten und in der Mitte der Regen", urteilte einst mit humorvoller Resignation der polnische Schrifsteller und Tatra-Liebhaber Kornel Makuszyński über Zakopane. Bei Regen, der hier in der Tat auch im Sommer flutartig runterkommen kann, empfieht es sich, die Wanderstiefel im Pensionszimmer zu lassen und das schlechte Wetter zu einem Ausflug in die historisch und architektonisch interessante Umgebung von Zakopane zu machen.

Gutshaus in Łopuszna
Gutshaus in Łopuszna. Fotos: Frank Hilbert

Es lohnt sich, einen Abstecher über die Landesgrenze hinaus zu machen und einige der Sehenswürdigkeiten im slowakischen Teil der Tatra wie alte Burgen und verwunschene Schlösser anzuschauen, die auf der polnischen Seite rar gesäht sind. Die Tagestour, die ich Ihnen nachfolgend vorstelle, hat eine Gesamtlänge von etwa 93 km Länge führt durch das in Polen gelegene Karpatenvorland und die polnische Zips. Für das nur 20 km von Zakopane entfernte Chochołów sollten Sie inklusive einer gemütlichen Besichtigung ca.drei Stunden einplanen. Die Touren können Sie entweder mit dem eigenen Pkw machen oder in einem der zahlreichen Reisebüros vorort buchen.

Entfernungen zwischen den einzelnen Ausflugsstationen:
Zakopane (0 km) -> Łopuszna (30,5 km) -> Dębno (5,6 km) -> Frydman (3,0 km) -> Niedzica (12,2 km) -> Trybsz (14,4 km) -> Zakopane (27,2 km)

1. ŁOPUSZNA

Ein kleines Dorf zu Füßen der Gorce, ca. 10 km östlich von Nowy Targ entfernt.

Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert
Ein typischer Sitz des polnischen Landadels aus dem Jahr 1784, zu dem ein vollständige erhaltenes Gutshaus aus weiß verputztem Lärchenholz mit dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden aus jener Zeit. Eigentümer war im 19. Jahrhundert unter anderem Leon Przerwa-Tetmajer, Onkel des berühmten polnischen Schriftstellers Kazimierz Przerwa-Tetmajer. Kazimierz Przerwa-Tetmajer (1865-1940) war Vertreter des „Jungen Polen“ und Verfasser von zahlreichen Erzählungen und Gedichten über die Tatra.

Tischnerówka
In Łopuszna wurde der im Juni 2000 verstorbene Priester und Philosoph Jozef Tischner bestattet. Er verbrachte hier seine Jugend und suchte auch in späteren Jahren immer wieder in seinem Heimatdorf Erholung. Tischner war ein herausragender Denker, Essayist und Professor der Päpstlichen Theologischen Akademie in Krakau. Besonders bekannt sind in Polen seine humorvollen und im Goralen-Dialekt verfassten Erzählungen „Philosophie nach Art der Goralen“. Zu seinem Gedenken wurde neben dem örtlichen Kulturzentrum die sog. „Tischnerówka” (Dom Pamięci ks. Józefa Tischnera) eingerichtet. Das kleine Museum besteht aus einer klassischen musealen Ausstellung mit zahlreichen Erinnerungsstücken und persönlichen Gegenständen des beliebten Priesters und einem Multimediaraum, in dem die Besucher Filme anschauen und Audiodateien anhören können.

Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit
Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert in der landestypischen Blockbauweise errichtet. Das Dach des dazugehörigen Turmes ist mit Schindeln gedeckt. Den Innenraum (vor allem den Frauenbalkon am Eingang unterhalb des Turmes) schmückt detailreiche, mit Hilfe von Schablonen aufgetragene Polychromie. (Eine ähnliche Maltechnik wurde auch in der Kirche im nahegelegenen Dębno verwendet.) Nur noch ein Teil der Wandmalereien ist original erhalten und stammte aus dem 16. Jahrhundert, große Bereiche sind im 20. Jahrhundert übermalt worden. Unter der barocken Einrichtung verdient das Triptychon am Hauptaltar eine besondere Beachtung. Es handelt sich hierbei um eine herausragende Arbeit der Sandezer-Zipser Schule aus dem Jahr 1450.

2. DĘBNO PODHALAŃSKIE

Die größte Sehenswürdigkeit des Ortes ist eine Holzkirche aus dem 15. Jahrhundert, das auf die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Sie gehört zu den wertvollsten sakralen Denkmälern in Europa und ist ein Meisterstück der Zimmererkunst der Bergbauern. Die Wände im Innenraum sind mit sehr gut erhaltenen Malereien bedeckt. Eine weitere Attraktion der Kirche ist ein altes Zimbal, ein Geschenk amerikanischer Emigranten aus Polen. Die Besonderheit des Zimbals ist seine umgekehrte Tonleiter. Von diesen Musikinstrumenten gibt es auf der ganzen Welt nur noch fünf Stück.

Blick von der Burg in Niedzica
Blick von der Burg in Niedzica.

3. FRYDMAN

Das Dorf im äußersten Norden des Zips gelegen wurde Ende des 13. Jahrhunderts gegründet und gilt als die älteste Siedlung in der Vortatra. In der Mitte des Dorfmarktes befindet sich die frühgotische Kirche des hl. Stanislaw, deren Turm mit einer Aufmauerung aus der Zeit der Renaissance geschmückt ist. Im Innenraum überwiegen barocke Elemente. Leider ist die Kirche außerhalb der Gottesdienste für Besucher geschlossen. Etwa 200 Meter in gerader Linie von der Kirche entfernt steht ein Kastell, das einst im Besitz der Eigentümer der Burg in Niedzica war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die früheren Schlossherren enteignet. Heute ist das Kastell ein schnödes Wohngebäude. Eine Attraktion des Kastells sind seine auf zwei Ebenen eingerichteten alten, über 100 Meter langen Weinkeller, die mit Genehmigung des heutigen Eigentümers (Adresse: Frydman, ul. Jana Pawła II 4) besichtigt werden können. Es empfiehlt sich, Gummistiefeln und eine gute Taschenlampe mitzubringen.

4. NIEDZICA

Touristisches Magnet des polnischen Zips ist die Burg von Niedzica. Erbaut wurde sie zu Beginn des 14. Jahrhunderts von der ungarischen Familie Berzevic. Sie steht auf einen 550 Meter hohen Felsen am Ufer des Czorsztyn-Sees. Von einer Aussichtsterrasse hat man einen phantastischen Ausblick sowohl über den See wie auch über das benachbarte Pieniny-Gebirge. Seit 1945 gehört die Burg dem Polnischen Historikerverband und ist zur Besichtigung freigegeben. Um die Burg rankt sich eine Legende vom geheimnisvollen Inka-Schatz. Umina, eine Inka-Prinzessin und Nachfahrin der ungarischen Bugherren, soll diesen Schatz Ende des 18. Jahrhunderts nach Niedzica mitgebracht und irgendwo auf der Burg versteckt haben. Kurz nach ihrer Ankunft in Niedzica wurde die Prinzessin unter mysteriösen Umständen auf dem Burghof erstochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden unterhalb der Bastei mehrere Riemen mit einem Knotensystem der Inka gefunden. Die Quipu, wie die Knotenschrift genannt wird, konnte jedoch bis heute nicht entschlüsselt und der Schatz nicht gefunden werden.

5. TRYBSZ

Die größte Sehenswürdigkeit des kleinen Dorfes ist die Kirche der heiligen Elisabeth aus dem Jahr 1567. Die Innenwände der Holzkirche sind mit wundervollen Darstellungen von Figuren aus dem Neuen Testament und anderen Heiligen bedeckt. An der Decke wurde Christus vor dem Hintergrund eines Bergpanoramas abgebildet, das als die älteste Darstellung der Tatra in der polnischen Kunst gilt.

6. CHOCHOŁÓW

Chochołów, ca. 19 km nordwestlich von Zakopane entfernt, ist ein in traditioneller Holzbauweise gebautes Dorf. Die Blockhäuser, die aus riesengroßen Balken erbaut wurden, stammen aus dem 18./19. Jh. und sind mit Satteldächern und Halbgiebeldächern bedeckt. Einmal im Jahr (vor Ostern) werden die Holzbalken gründlich geschrubbt, wodurch die Häuser einen Eindruck machen, als wären sie erst vor wenigen Jahren erbaut worden. In Chochołów befindet sich auch ein interessantes Museum, das viele Exponate von einem im Jahr 1846 entfachten Bauernaufstand beherbergt. (fh)

Wetter

(Zakopane), Polen30.03.2017 – 02:42 Uhr
leichter Regen
Wetter Polen8 °CLuftfeuchte: 81%
Luftdruck: 1021 hPa
Windgeschwindigkeit: 2.6 m/s
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