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Ausgegeben am
Freitag, dem 25.07.2008, um 03:47 Uhr.
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Der von französischen Filmkritikern geprägte Begriff „Polnische Filmschule“ bezeichnet eine intellektuell-künstlerische Stilrichtung in der polnischen Kinematographie in den Jahren 1956-1965. Im Zuge des politischen Tauwetters, das im Oktober 1956 im kommunistischen Polen einsetzte, und der damit einhergehenden Lockerung der staatlichen Zensur sowie der staatlich verordneten Vorgaben kam es in der polnischen Kunst zum Bruch mit der Ästhetik des Sozialistischen Realismus. Inspiriert durch den italienischen Neorealismus, zeichnete sich die neue künstlerische Strömung durch einen emotionalen Dialog mit dem Publikum, eine tiefenpsychologische, beinahe obsessive Analyse der Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges (der eine nachhaltig prägende Erfahrung einer ganzen Generation von Polen bildete, die alle in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts geboren wurden und zu denen die meisten Regisseure der neuen Stilrichtung gehörten) und der polnischen Nationalmythen aus. Hauptthema war der Mensch gegenüber der Geschichte, sein unnötiges und dennoch notwendiges Heldentum. Die Geschichte wurde durch das Prisma eines „erdrückenden Schicksals“ und einer unumkehrbaren historischen Katastrophe betrachtet, die wie ein Fatum (vorherbestimmtes Schicksal, dem man nicht entkommen kann) die Tragödie des Einzelnen wie auch der ganzen Gesellschaft bestimmte.