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Freitag, dem 25.07.2008, um 03:44 Uhr.
Sieben Fahnenmasten symbolisieren die sieben Tage dauernde Verteidigung der Westerplatte Fotos: Frank Hilbert
<< zur Übersicht Mit einem Schuss aus den Geschützen des deutschenLinienschiffes "Schleswig-Holstein" am 1. September 1939 begann der II. Weltkrieg. 1.500 deutsche Soldaten griffen mit schweren Geschützen und Flugzeugendie auf der Westerplatte stationierten 182 polnischen Soldaten an. Es war kein leichtes Unternehmen, wie die Deutschen erwartet hatten. Die polnischen Verteidiger leisteten unter der Führung von Major Henryk Sucharski sieben Tage lang erbitterten Widerstand. Von den Kämpfen zeugen heute noch die zerstörte Kaserne und der Bunker. Im Wachhaus Nr. 1 befindet sich eine kleine Ausstellung. 1966 errichteten die Danziger auf der Westerplatte ein Denkmal, das an die Kämpfe im September 1939 erinnert. Für die Polen ist die Westerplatte das Symbol des Widerstandes gegen Nazideutschland.
Als Polen 1920 nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages seine Unabhängigkeit wieder erlangte, besaß das Land zwar einen Zugang zur Ostsee. Aber keinen eigenen Ostseehafen. Aus diesem Grund wickelte Polen seine Munitionstransporte aus dem Ausland über den Danziger Hafen ab. Die Umladearbeiten überwachte eine kleine Abteilung polnischer Soldaten. Das war der Grund für wiederholte Spannungen zwischen Danzig und Polen. Am 14. März 1925 erlaubte deshalb der Völkerbundsrat Polen, auf der Westerplatte eine eigene Umschlagbasis zu bauen. Die Rahmenbedingungen legte der Völkerbundsrat fest. Sie erlaubten das Ausheben eines Hafenbeckens und die Stationierung von 88 polnischen Soldaten. Darüber hinaus durfte Polen bis zu 30 Zivilpersonen beschäftigen. Der Bau von Verteidigungsanlagen war nicht gestattet. Die Stadt Danzig überließ Polen die Westerplatte unbefristet und unentgeltlich.
Stacheldrahtverhaue am Zugang zur Halbinsel
In den 30er Jahren nahmen die politischen Spannungen zwischen Polen und Deutschland zu. Um einen eventuellen Angriff der Deutschen abzuwehren, begann Polen zwischen 1933 und 1934 mit dem Bau von fünf Wachgebäuden mit kleinen Kampfbunkern und Maschinengewehrstellungen in den Kellern. 1936 konnten die Soldaten ein neues Kasernengebäude beziehen, die Wache Nr. 6. Im Sommer 1939 verschärfte sich der Ton Deutschlands gegenüber Polen weiter und ein militärischer Angriff seitens Deutschlands wurde immer wahrscheinlicher. Die polnischen Soldaten legten in dieser Zeit auf der Westerplatte Gewehrstellungen für Infanterie an, hoben Verteidigungsgräben aus und verlegten Stacheldrahtverhaue am Zugang zur Halbinsel. Die Zahl der Soldaten hatte Polen bereits heimlich auf 182 erhöht. Sollte es zum Krieg mit Deutschland kommen, war außerdem die Mobilisierung von 20 Zivilangestellten geplant.
Am 25. August 1939 kam das deutsche Linienschiff „Schleswig-Holstein“ zu einem Freundschaftsbesuch nach Danzig. Es gab die üblichen Empfänge. An einem nahmen der Hohe Kommissar des Völkerbundes, Carl Jacob Burckhardt, teil. Ihm gegenüber zeigte der Kapitän der Schleswig-Holstein ein schlechtes Gewissen: "Ich habe einen furchtbaren Auftrag, den ich vor meinem Gewissen nicht verantworten kann." Auch Marian Chodacki, der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, kam auf das Kriegsschiff. Später sagte er, es sei der schwerste Gang in seinem Leben gewesen. Im Morgengrauen des 1. Septembers nahm das Kriegsschiff Position vor der Festung Weichselmündung - nur wenige hundert Meter von der Westerplatte entfernt – ein.
Um 4.45 Uhr begann die „Schleswig-Holstein“ aus ihren 150-mm-Geschützen mit dem Beschuss der Westerplatte. Der II. Weltkrieg hatte begonnen. Von Land aus griff eine 300 Mann starke Sturmabteilung der Marine, die an Bord der "Schleswig-Holstein" nach Danzig gekommen war, die Westerplatte an.
Angriff mit Stuka-Sturzkampfbombern
Die Deutschen konnten das Munitionsdepot jedoch nicht im Sturm erobern und forderten am 2. September Luftunterstützung an. 40 Ju-87 (Stuka) bombardierten die Westerplatte. Am 3. September verstärkten weitere 350 Soldaten eines Pionierbatallions die Marinesoldaten. Die polnischen Soldaten auf der anderen Seite waren auf sich allein gestellt. Die Pläne hatten vorgesehen, dass ihnen im Kriegsfall ein Batallion aus der Tucheler Heide zur Hilfe eilen sollte. Das war aber im August abgezogen worden. Nach sieben Tagen Verteidigung ergab sich der Kommandant der Westerplatte, Henryk Sucharski, den Deutschen. Von seinen Soldaten waren 15 während der Kämpfe ums Leben gekommen. Der Funker der polnischen Besatzung kam später in deutscher Haft ums Leben.
| Wache Nr. 1 |