3 Gedanken zu „Gedenken an den Warschauer Aufstand“

  1. Die nationale Freiheit, für die viele beim Warschauer Aufstand ihr Leben ließen, ermöglicht erst die Freiheit im Alltag. Auch wenn Polen dabei von der vor Warschau wartenden Roten Armee in Stich gelassen wurde – eine dabei siegreiche polnische Intelligenzia mit Selbstbewusstsein und Nationalstolz konnte nicht bei den Plänen gebraucht werden – ist alleine der Mut und die Tatkraft der Aufständischen vom 1. August für mich bewundernswert. Sie haben für eine freie Zukunft etwas getan. Mit dem höchsten Einsatz.
    Daher ist es m. E. wichtig, diese mutigen Frauen und Männer nicht zu vergessen und zu ehren. Bei den Gedenkgottesdiensten, die stattfanden, nahmen übrigens auch Überlebende des Aufstandes teil. Der Krieg ist vorbei, aber das Vergessen eben nicht.

  2. Kaczynski hat in Zusammenhang mit dem 1. August gesagt, der „höchste Wert“ sei ein „freies Polen“. So wie es sich damals gelohnt habe dafür zu kämpfen, lohne es sich auch heute noch.

    Freiheit ist für mich die Voraussetzung für andere Werte, aber kann die nationale Freiheit schon der höchste Wert sein?

  3. An solchen Ritualen erkennt man, dass für die Mehrheit der Polen der Krieg nicht vorbei ist.

    In Deutschland spielt die Geschichte keine große Rolle mehr. Nationale Erinnerungstage werden in Deutschland nur von einigen Politikern begangen, die Mehrheit der Deutschen kümmert sich nicht um die historischen Ereignisse, sondern genießt höchstens einen Urlaubstag.

    In Polen gibt es unzählige Gedenkveranstaltungen, an denen auch viele Leute teilnehmen. Im Fernsehprogramm wird man immer wieder daran erinnert, die Ereignisse um den Warschauer Aufstand nicht zu vergessen.

    Ich glaube, darin liegt eine Quelle für viele politische Missverständnisse: In Deutschland ist der Krieg abgehakt, man denkt kaum mehr darüber nach. Aus dieser Haltung heraus erwarten die Deutschen, dass auch die Polen diese Geschichte abhaken.

    Für die Polen waren die Deutschen nicht einfache Kriegsgegner, sondern eine Macht, die letztlich Polen auslöschen wollte. Die Mehrheit der Deutschen hat die Polen kaum als Gegner wahrgenommen, daher können die Deutschen den Krieg schneller vergessen.

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