Urlaub Tag 2 – Besichtigung von Bad Landeck (Lądek-Zdrój)

Trinkhalle im Kurort Bad Landeck
Die Trinkhalle von Bad Landeck stiftete die Prinzessin Marianne von Oranje. Eröffnung war 1842.

Der erste Urlaubstag.  Sonne und Regen im Mix haben die Wetterfrösche für heute angekündigt. Die Temperaturen sollen auf über 20 Grad Celsius ansteigen. Ideales Wetter für eine Besichtigungstour durch den Kurort Bad Landeck (Lądek-Zdrój).

Der Markt, oder Ring, wie er in Niederschlesien auch bezeichnet wurde, ist umgeben von Bürgerhäusern im Stil der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus. Sieht hübsch aus. In der Mitte thront das Rathaus aus dem Jahr 1872. Vor einem Café steht eine Informationstafel mit Konzertankündigungen. Am morgigen Montag findet in unserer Pension ein Konzert mit Zigeunermusik statt, erfahren wir.  Wir nehmen uns fest vor, an diesem Konzert teilzunehmen.

Kinderspielplatz Springbrunnen

Einen Mann um die 40 fragen wir nach dem Weg zur Trinkhalle und zum Kurhaus. Er winkt ab. Er sei erst vor einigen Stunden in Bad Landeck für einen Kuraufenthalt eingetroffen und erkunde gerade die kleine Stadt am Fluss Landecker Biele (Biała Lądecka). Genau wie wir. Doch anstatt sich über die Kur zu freuen, fängt er an zu jammern. Alle Tage seien mit Anwendungen jeglicher Art vollgestopft. Er werde überhaupt keine Freizeit haben. Bevor wir von seinem Gejammer schlechte Laune bekommen, laufen wir schnell weiter. Auch die Touristeninformation des Ortes kann uns nicht weiterhelfen, denn die ist geschlossen. Zum Glück ist Bad Landeck nicht allzu groß. Wir finden schließlich einen Wegweiser, der uns den richtigen Weg zur Trinkhalle und zum Kurhaus weist. Der Platz vor der Trinkhalle mit ihrer imposanten Kuppel ist gefüllt mit Kurgästen und Familien mit Kindern. Am und im Springbrunnen planscht der Nachwuchs und hat sichtlich viel Spaß dabei.

Bad Landeck – lange Tradition als Kurort

Bad Landeck kann auf eine lange Kurtradition zurückblicken. Zahlreiche Prominente suchten hier Erholung. So kurte ab 1756 Friedrich der Große in Bad Landeck. Auch der amerikanische Präsident John Quincy Adams war hier zu Gast. Daran erinnern Behandlungsräume im Inneren der Trinkhalle, die die Namen der Persönlichkeiten tragen. Im ersten Stock der Trinkhalle gibt es einen Rundgang, von dem aus ich mir das Innere der Kuppel anschaue. Ein Mann spielt Musik auf seiner Geige. Kurgäste füllen Mineralwasser in ihre Flaschen, Tassen und Becher. Ich frage mich, ob die vermeintlichen Heilwässerchen gesund sind, denn sie verbreiten einen leicht schwefelhaltigen Geruch.

Aussichtpunkt am Felsentor bei Bad Landeck
Ein lohnendes Ziel für Wanderungen um den Kurort Bad Landeck herum ist dieser Aussichtspunkt am Felsentor. Foto: Frank Hilbert

Wanderung zum Felsentor

Auf ein Café-Hopping haben wir keine Lust. Schließlich haben wir gestern den ganzen Tag im Auto gesessen. Wir brauchen Bewegung. Oberhalb von Bad Landeck -am Felsentor (Skalne wrota) – gibt es einen Aussichtspunkt , von dem man weit ins Glatzer Land hinein schauen kann. Die Wanderung dorthin dauert etwas über eine Stunde und führt durch dichten Wald, der sich kurz vor dem Ziel lichtet und den Blick auf ein Steinmassiv freigibt. Unser Ziel. Auf der Plattform kommen wir mit einer polnischen Familie ins Gespräch, die in Lausanne in der Schweiz lebt. Die 15 Jahre alte Tochter folgt der Unterhaltung zunächst mit einem gelangweilte Gesicht. Erst nach ein paar Minuten taut sie auf und erzählt, dass sie schon mal zum Schulaustausch in Deutschland gewesen sei. Sie spreche inzwischen auch besser Französisch als Polnisch.

Wir könnten jetzt noch zu den Ruinen einer Burg weiterlaufen, entschließen uns jedoch dagegen, weil sich der Himmel inzwischen mit dicken schwarzen Wolken zugezogen und der Wind aufgefrischt hat. Auf dem Weg nach Bad Landeck wird aus der frischen Brise ein kleiner Sturm mit heftigen Windböen, der die Baumwipfel gefährlich weit in alle Richtungen schaukeln lässt. Auf halben Weg gibt es ein lautes Knacken. Die Krone eines Baumes bricht unter lautem Getöse ab und stürzt zu Boden, direkt neben den Wanderweg. Nur zwanzig Meter von uns entfernt. Wir suchen Schutz in einem Unterstand und warten das Ende des Unwetters ab. Anschließend begutachten wir die Bruchstelle der Baumkrone. Offensichtlich ist schon einem ein Blitz in den Baum eingeschlagen, denn die Bruchstelle und Teile des Baumstamms sind verkohlt.

Forelle „aus der Region“

Den Abend verbringen wir in der Pension, in der es auch ein Restaurant gibt. Auf der überdachten Terrasse am Fluss Landecker Biele (Biała Lądecka) lassen wir uns Forellen servieren. „Aus der Region“, versichert die Chefin des Hauses ganz stolz. (fh)

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