Kontentklau – Und täglich grüßt die Praktikantin

Mit Werbeprogrammen auf viel besuchten Webseiten lässt sich mittlerweile gutes Geld verdienen. Daher sind auch Online-Inhalte eine heiß begehrte und lukrative Ware. Vor allem, wenn es nicht die eigenen Texte sind, wie manche schlitzohrigen Betreiber einiger, oft kommerzieller Webseiten meinen. Ist auch eine mühselige Sache, so einen Text selbst zu verfassen. Man muss häufig lange recherchieren, hin und wieder eine längere Reise unternehmen, jede Menge andere Texte lesen (Der bekannte polnische Reporter Ryszard Kapuściński hat einmal gesagt, um drei gute Sätze schreiben zu können, müsse man zuvor drei Bücher gelesen haben.), sich Notizen machen, manchmal tagelang konzipieren und die Gedanken schließlich in einem möglichst lesbaren Stil niederschreiben.

Das kostet Zeit – und Geld. Wozu aber die Mühe machen, wenn es doch mit ein paar Klicks viel schneller geht. Per Copy & Paste lässt sich in Sekundenschnelle jede Information von jeder beliebigen Internetseite in die eigene kopieren. Unrechtsbewusstsein? Fehlanzeige. Auf die Finger geklatscht, reagieren die Content-Diebe überrascht bis hin zu entrüstet oder gar aggressiv. „Urheberrechte? Nie gehört! Ist ja eh alles Allgemeinwissen und geistiges Allgemeingut. Wir stehen doch alle für dieselbe Sache ein, oder? Wie kann man nur so egoistisch sein! Von Ihrer Webseite haben wir noch nie etwas gehört, der Text kann gar nicht von Ihnen sein. Er ist bestimmt nur die Kopie einer Kopie, und dafür können wir nichts. Der von Ihnen beanstandete Text ist gar nicht im Internet abrufbar, er ist nur auf unserem Server gespeichert. Sind Sie da etwa eingebrochen?!“ (O-Ton des Webmasters einer deutschen Universität, deren Professor einen meiner Texte 1:1 abgekupfert hatte.)

Wenn alle Stricke reißen und Scheinargumente nicht weiterhelfen, muss der Tarnschild Praktikantin herhalten: Die Arme habe es sich mit den Formulieren möglicherweise etwas leicht gemacht…

Nun, an alle Hasen der Internet-Community: So verlockend das Möhrchen auch sein mag, möchte ich ausdrücklich davor warnen, meine Webseite für irgendwelche Zwecke auszuschlachten. Mittlerweile bin ich sehr findig (und erfolgreich) im Aufspüren von Plagiaten meiner Werke im Netz geworden. Und habe keine Scheu, auf Hasenjagd zu gehen! (fh)

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